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Uwe Hück feuert den neu gegründeten Landesverband an

Pforzheimer Uwe Hück will mit neu gegründeter Bürgerbewegung Berufspolitiker abschaffen und klassische Parteien „zerhacken“

Angreifen im Sinne der Bürger und die klassischen Parteien zerhacken will die neue Partei „Bürgerbewegung für Fortschritt und Wandel.“ Um den früheren Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück hat sich in Neuhausen auf den Fildern nach dem Bundesverband ein Landesverband gegründet.

Die neue Spitze: Petro Apostolou-Milonas (Dritter von links) wurde zum Vorsitzenden des Landesverbands der „Bürgerbewegung“ gewählt. Mit ihm in Neuhausen sind (von links) Argiro Tsouka, Uwe Hück, Frank Steinle und Peter Schroth. Foto: Claudia Kraus

Einige Zuhörer sind aus Neugier da. Sie dürfen zwar nicht mitwählen, aber sie kennen Uwe Hück und wollen hören, was der Mitbegründer und stellvertretende Bundesvorsitzende der neuen Partei zu sagen hat. Kaum hat er den großen Saal des Ochsen in Neuhausen auf den Fildern betreten und einigen Parteimitgliedern auf dem Weg zur Bühne kumpelhaft auf die Schultern geklopft, steigert er sich auch schon in Kampfstimmung hinein.

„Die Parlamentarier vergessen, dass es ein Volk gibt. Die Rechte, die ihm genommen wurden, müssen wir wieder zurückgewinnen“, ruft Hück den über 30 Mitstreitern der „Bürgerbewegung für Fortschritt und Wandel“ zu, die gekommen sind, um vier Wochen nach der Bundespartei auch die Gründung auf Landesebene zu vollziehen. Sieben weitere sind online zugeschaltet.

Uwe Hück und Andreas Kubisch bilden künftig eine neue Gruppierung im Gemeinderat

Als Vorsitzender des Landesverbands wird im Lauf der Sitzung der 39-jährige Petro Apostolou-Milonas gewählt. Seine Stellvertreter sind Peter Schroth aus Rheinau und Frank Steinle aus dem Kreis Böblingen. Weil davor der Bundesverband die Fusion mit der Liste Eltern für Deutschland beschlossen hat, verkündet Bundesvorsitzender Sebastian Haase eine speziell für Pforzheim interessante Personalie: Ab Montag soll es im Gemeinderat eine neue Gruppierung geben mit den beiden Stadträten Uwe Hück und Andreas Kubisch, der bislang die Liste Eltern für Deutschland vertreten hat.

Es gebe viele Schnittstellen, man müsse die Kräfte bündeln. „Lasst uns in die Gemeinden rein gehen“, beschwört Haase das Publikum. Christoph Mährlein, Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, ist derweil in Hamburg, wo ebenfalls ein Landesverband gegründet werden soll.

Bei der Landtagswahl hätten wir richtig gut abgeschnitten.
Sebastian Haase, Bundesvorsitzender

„Das ist richtig geil“, freut sich Haase über das vorgelegte Tempo, das ihn selbst zu überraschen scheint. Er ist sicher: „Bei der Landtagswahl hätten wir richtig gut abgeschnitten. Unsere Zeit ist da.“

Dass die Zeit reif ist für eine Alternative, die nicht Alternative für Deutschland heißt, davon sind am Samstagnachmittag alle überzeugt. Wie ihr Sprecher Hück wollen sie mit ihrer neuen Partei eine neue Politik, bei der Bürger entscheiden. Man kennt den stimm- und wortmächtigen Pforzheimer und man kennt seine Vita als ehemaliges Waisen- und Heimkind, das es zum mächtigen Betriebsratschef von Porsche gebracht hatte.

Auch an diesem Nachmittag kokettiert Hück immer mal wieder damit – im Wechsel mit der „großen Gosch“, die der Herrgott ihm nun mal gegeben hat. „Aber er hat sich was dabei gedacht.“ Damit nämlich das Volk wieder eine Stimme hat.

Wir schaffen Berufspolitiker ab.
Uwe Hück, Stadtrat und stellvertretender Bundesvorsitzender

Die „Bürgerbewegung“ will für mehr soziale Gerechtigkeit auch bei der Bildung kämpfen und dafür sorgen, dass beim Verteilen von Millionen nicht nur Konzerne profitieren. Überhaupt ist Berlin für Hück ein einziger Konzern, sagt er mit Blick aufs Parlament. Die Konsequenz: „Wir schaffen die Berufspolitiker ab. Wir brauchen auch keine Lobbyisten. Wir haben Bürger.“

Hück fordert den Verzicht aufs „Grabschen“, der für ihn mit dem Kleben an Ämtern irgendwie zwangsläufig verbunden ist. Weniger Ämter, mehr Demokratie. Daher wolle die „Bürgerbewegung für Fortschritt und Wandel“ nach zwei Legislaturperioden neue Leute an die Spitze wählen.

Kreisverband Pforzheim-Enzkreis soll bald gegründet werden

Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollen Kreisverbände gewählt werden. Hück will in Pforzheim und dem Enzkreis Bürger dazu einladen, um zu erfahren: „Wo drückt euch vor Ort der Schuh?“ Landesverbandsvorsitzender Apostolou-Milonas erklärt, vor Ort hätten alle ihre eigenen spezifischen Belange und betont: „Jeder ist vollwertiges Mitglied.“

Hück glaubt, die „Bürgerbewegung“ werde bei der Bundestagswahl im September vier bis acht Prozent holen, „weil die Unzufriedenheit der Bevölkerung so extrem ist.“ Er ist sicher: bis dahin gibt es viele weitere Landesverbände. Der Thaiboxer ballt die Fäuste und seine Stimme überschlägt sich, als er ankündigt: „Wie werden die Parteien zerhacken. Wir werden angreifen im Sinne der Bürger.“

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