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Tagung der Stadtsynode

Kosten und Zeitplan stimmen: Evangelisches Innenstadtzentrum Pforzheim hat jetzt einen Namen

Die Stadtsynode in Pforzheim hat erstmals digital getagt. Es ging um das große Bauvorhaben neben der Stadtkirche, einen Abriss auf dem Sonnenberg – und verschobene Kita-Schließungen.

Geradlinig: Kosten und Zeitplan liegen beim Bau des Innenstadtzentrums der evangelischen Kirche weiter im Soll. Foto: Jürgen Peche

Die evangelische Kirche kommt mit der Digitalisierung voran. So fand die Tagung der Stadtsynode am Samstagmorgen wegen gestiegener Fallzahlen bei Corona-Infektionen erstmals auf der Videoplattform Zoom statt, mit der nach ein paar Übungen die 66 online versammelten Synodalen schnell zurechtkamen.

Zwar wurden bei der Versammlung unter Leitung von Dietrich Pilz keine Beschlüsse gefasst. Dennoch hatten einige Tagesordnungspunkte eine große Tragweite. Etwa das größte Vorhaben der Evangelischen Kirche Pforzheim, das Innenstadtzentrum neben der Stadtkirche. Es wurde jetzt vom Stadtkirchenrat auf den Namen „Haus der Evangelischen Kirche“ getauft.

Innenausbau wird etwas günstiger

Der Leiter der Bauabteilung der Kirchenverwaltung Thomas Konath ist mit dem Baufortschritt „sehr zufrieden“. In zwei bis drei Wochen werde die letzte Decke über dem dritten Obergeschoss betoniert. Ende November steht dann die Vergabe für den Innenausbau an, der etwas günstiger sein wird als die geplanten 1,7 Millionen Euro.

Von den kalkulierten Gesamtkosten von 13,13 Millionen wird man nur geringfügig nach oben abweichen. Der Rohbau soll noch Ende dieses Jahres fertig und noch im Dezember die Fassade gestaltet werden. „April oder Mai ist die Hülle dicht“, prognostiziert Konath, und Ende nächsten Jahres soll der Bau komplett fertig sein. Der Umzug steht dann 2022 an. Offen ist allerdings noch die Höhe der Beteiligung der Stadt an der Außenanlage. Als „beispielhaft“ lobt Hartmut Wagner die Einhaltung von Kosten und Zeitplan.

Abriss auf dem Sonnenberg

Während in der Innenstadt neu gebaut wird, steht auf dem Sonnenberg ein Abriss an: Wegen dramatischer Baumängel muss das dortige Gemeindehaus aufgegeben werden. Die Abrissarbeiten und die komplette Räumung des Grundstücks für den anschließenden Verkauf sollen 182.000 Euro kosten und noch vor Weihnachten fertig sein.

Neue Perspektiven haben die evangelischen Kitas, deren Zukunft zusammengefasst ist in der Planung „Kita-Landschaft 2023“. Eigentlich hätte inzwischen an den Kitas Gerwigstraße und Maxi längst der Auslauf organisiert werden sollen und damit ein Stopp der Neuaufnahme nach den letzten Sommerferien erfolgen müssen. „Das ist anders gekommen“, sagt der Leiter der Kirchenverwaltung Frank Burghardt. Zum Glück, denn die Schließung und eine Verteilung der betreuten Kinder auf andere Einrichtungen waren gar nicht möglich, weil der Stadt ohnehin über 1.000 Kita-Plätze fehlen.

Die Kirchenleitung war laut Burghardt der Meinung, vom ursprünglich gefassten Beschluss der Schließung abweichen zu können, weil die evangelische Kirche Pforzheim die in der Planung maximal anzustrebende Obergrenze von 74 Gruppen noch nicht erreicht hat.

Kirche nimmt bei Kita-Schließungen das Tempo raus

Derzeit werden durch Abgabe von Kitas oder Kitagebäuden an die Stadt erst 69 Gruppen in 21 Einrichtungen betreut. Bleibt also Spielraum nach oben, zumal auch alle 69 Gruppen von der Landeskirche bezuschusst werden. Die Stadt, so Burghardt, sieht für die Gerwigstraße auch einen klaren Bedarf. Allerdings sei noch unklar, ob sich dort ein Neubau aus finanziellen Gründen realisieren lasse. „Also können wir langsamer machen mit den Schließungsplänen“, so Burghardt.

Das gelte auch für die Maximilianstraße. Die Entscheidung über eine Schließung müsse jährlich neu angepasst werden, sei dann aber für jeweils drei Jahre bindend, merkt Dietrich Pilz an. Schließlich brauchen die Eltern Verlässlichkeit, wie Sabine Jost von der Diakonie betonte. Norbert Echle wollte die Zweifel von Hartmut Wagner an den Finanzierungsmöglichkeiten der Stadt so nicht stehen lassen. Die Stadt habe letzthin die Zuschüsse zur Bauunterhaltung als auch die Baukostenzuschüsse erhöht. „Die Stadt hat sich also deutlich bewegt“, so Echle.

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