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Aktion im Eutinger Talweg

Ware im Wert von 20.000 Euro gespendet: Bedürftige in Pforzheim freuen sich über Kleidung

Ein Pforzheimer Modehaus hat der Caritas Neuware im Wert von 20.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Kleidung wurde zuerst in der Tagesstätte für Menschen mit psychischer Erkrankung, am Dienstag dann auch im Eutinger Talweg verteilt.

Teresa Neuhaus und Michael Stoll sind dankbar für die Hilfsbereitschaft des Pforzheimer Modehauses, das nicht namentlich genannt werden möchte. Foto: Stefan Friedrich

Zahlreiche Kartons voll mit Kleidungsstücken haben Mitarbeiter der Caritas in den Eutinger Talweg gebracht. Am Dienstag verteilten sie diese vor der Beratungsstelle des Wichernhauses.

Es handelt sich dabei um eine Spende, die man so auch nicht alle Tage hat, erzählte Teresa Neuhaus, Fachbereichsleiterin für Soziale Dienste beim Caritasverband Pforzheim-Enzkreis. Ein Pforzheimer Modehaus, das namentlich nicht genannt werden möchte, hat ihnen Neuware im Wert von 20.000 Euro zur Verfügung gestellt.

„Das Bekleidungsgeschäft ist im Herbst auf uns zugekommen“, erinnerte sich Neuhaus noch gut an den für sie alle überraschenden Moment. „Sie haben uns gefragt, ob wir Kleidung für die von uns betreuten Menschen gebrauchen könnten.“

Neue Kleidung im Wert von 20.000 Euro an die Caritas gespendet

Natürlich mussten sie da nicht lange überlegen und haben das Angebot spontan angenommen. „Dass es dann eine so große Menge an Kleidungsstücken geworden ist, das ist uns anfangs noch nicht ganz klar gewesen“, so Neuhaus. Schnell war dann die Frage aufgekommen, an wen man diese ganze Neuware denn am besten verteilen könne, schließlich sind sich alle sofort einig gewesen: Diese einzulagern und dann sukzessive zu verteilen, das wäre nicht die beste Lösung gewesen.

„Wir haben dann zuerst in unserer Tagesstätte für Menschen mit psychischer Erkrankung eine Kleiderausgabe für die Besucher gemacht“, sagte Neuhaus. Das kam zwar gut an und man hat dabei auch viele Klamotten bereits an den Mann und die Frau gebracht, nichtsdestotrotz ist danach noch immer eine ganze Menge übrig gewesen.

„Natürlich kam dann wieder die Frage auf, was wir damit machen sollen und wen wir damit noch glücklich machen können“, beschrieb Neuhaus, wie sie an die Menschen im Eutinger Talweg dachten, sowohl an die Asylsuchenden, als auch an die Obdachlosen, die hier zumindest vorübergehend ein Dach über dem Kopf gefunden haben.

Also haben sie die restlichen Kleidungsstücke in mehrere Kartons verpackt und am Dienstagnachmittag mit einem kleinen Transporter hierher gebracht, einmal mehr mit einem klaren Ziel vor Augen: „Hoffentlich gehen alle Sachen weg. Wir wollen heute nichts mehr mitnehmen“, so Neuhaus.

Gespendete Kleidung an Bewohner im Eutinger Talweg in Pforzheim verteilt

Auf die Aktion aufmerksam gemacht worden sind die Anwohner wiederum durch Mitarbeiter des Beratungstreffs. Es habe nicht nur einen Aushang gegeben; alle, die hier täglich vorbeischauten, wurden auf diese Aktion aufmerksam gemacht, so Neuhaus. Auch deshalb war die Resonanz am Ende wohl viel größer als erwartet.

Die Klamotten – bunt gemischt mit Waren für Sommer und Winter, Damen und Herren – waren kaum ausgepackt und das Pressefoto geschossen, da herrschte auf den Tischen bereits fast so etwas wie eine entspannte Wühltisch-Atmosphäre im positivsten Sinne.

Jeder kann kommen und sich so viel mitnehmen, wie er braucht.
Teresa Neuhaus, Caritasverband Pforzheim-Enzkreis

Die Dankbarkeit der Menschen haben die Helfer dabei schnell zu spüren bekommen, zumal es bei dieser Aktion bewusst auch keine Begrenzung gegeben hat. „Jeder kann kommen und sich so viel mitnehmen, wie er braucht“, versicherte Neuhaus. Nachschub lag notfalls in den noch nicht geöffneten Kartons bereit.

Wie groß die Hilfsbereitschaft der Menschen dieser Tage ist, das erlebt auch Steuerberater Michael Stoll aus Eutingen, der die Aktion mit der Caritas gemeinsam betreut. „Ich bekomme eigentlich täglich Anrufe“, sagte er im Gespräch mit dieser Redaktion. Die Menschen wollen mit Kleidung, aber auch mit Lebensmitteln helfen.

„Ich habe gerade 80 Kilogramm Lebensmittel bekommen, alles noch nicht abgelaufen.“ Aktuell sei man aber noch auf der Suche nach Lagerplätzen: „Wir haben Unmengen von Sachen, die wir unterbringen müssen.“ Schon ein kleiner Raum sei da hilfreich. Wer einen solchen Raum zur Verfügung stellen kann, kann sich direkt an Stoll oder an die Caritas wenden.

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