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Wegen Corona keine Präsenzveranstaltung

Werkschau der Pforzheimer Hochschule für Gestaltung ist diesmal digital zu sehen

Ein intensives Semester der Hochschule für Gestaltung endet mit einer digitalen Werkschau. Im virtuellen Atelier sind die Ergebnisse der Studierenden zu bestaunen.

Oder was? Am Titel der Abschlussarbeit von Filoreta Alitaj lässt sich schon ablesen, dass es um die Qual der Wahl geht. Sie hat die Überforderung durch ständig zu treffende Entscheidungen zum Anlass genommen, 23 Teile zu entwerfen, bei denen jedes für sich stehen kann. Foto: Lara Zettl

Man hat sich daran gewöhnt. Oder auch nicht: Wenn auch die digitalen Formate an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim laut Dekan Johann Stockhammer schon gut funktionieren sind, so stellt er doch fest, dass generell für das Lernen, Lehren und Präsentieren eine Präsenz nicht unverzichtbar ist.

Doch das „Wimmelbild“, das die Vielfalt unter der Überschrift „Design PF“ darstellen soll und von den Viertsemestern des Studiengangs Visuelle Kommunikation erstellt wurde, kann bei der am 12. Februar gestarteten Werkschau 2021 nur virtuell übermittelt werden. Und der Inhalt genauso. Corona und die Mutanten sorgen für verschlossene Türen an der Fakultät in der Holzgartenstraße.

Wir hatten keinen positiven Fall, aber die Ängstlichkeit ist größer geworden.
Johann Stockhammer, Dekan

Die Pandemie hat laut Dekan auch ein „sehr intensives Semester“ beschert, mit mehr Präsenz im Sommersemester, aber insgesamt einem Hybrid-Körper mit Wechsel in den virtuellen Hörsaal beziehungsweise die virtuelle Werkstatt/Atelier. “Wir hatten keinen positiven Fall, aber die Ängstlichkeit ist größer geworden“, stellt Stockhammer fest.

Man hoffe nun, dass die Präsenz zum Herbst „zurückkommt“. Es sei, so sagen die Studierenden bei einem Online-Meeting, ein anderes Arbeiten gewesen. Wie der Dekan erfahren hat, sei es auch ein konzentrierteres Werken gewesen.

Mehr als Tausend Projekte sind zu sehen

Über 570 Studierende präsentieren sich mit rund 900 Projekten aus dem Wintersemester und 400 aus dem Sommersemester. Rund 20.000 Fotos, über 200 Videos, rund 20 selbst programmierte Spiele – da kann sich der Besucher (dessen Klicks gezählt werden) eine Weile tummeln.

Oder sich zu einer „Walk-by-Ausstellung“ mit Arbeiten des Studiengangs Schmuck in der Pforzheim Galerie anmelden (susanne.schneider@hs-pforzheim.de). Siebtsemester Johanna Seibert zeigt zum Beispiel, wie man mit einer dünnen, mit Wasser gefüllten Silikonhülle Bewegungen einfangen und wiedergeben kann.

„Or what?“: Oder was? Am Titel der Abschlussarbeit von Filoreta Alitaj lässt sich schon ablesen, dass es um die Qual der Wahl geht. Sie hat die Überforderung durch ständig zu treffende Entscheidungen zum Anlass genommen, 23 Teile zu entwerfen, bei denen jedes für sich stehen kann.

Beliebig kombinierbar, für jedes Geschlecht tragbar. Sara-Ann Kornmesser hat ihre Abschluss-Kollektion im Bereich Accessoire mit Punk und Dadaismus kombiniert. Schräg, schön, wild und mit Sprüchen dekorierte Taschen etwa sind dabei herausgekommen.

Wie Formen den Geschmack von Essen beeinflussen

Absolventin Antonia Döring (Industrial Design) räumt gern ein, dass es nicht einfach für sie war, ihr Thema „Wie schmeckt Form?“ von echten Menschen testen zu lassen. Sie ist der Überzeugung, dass Formen den Geschmack von Lebensmitteln beeinflussen. Aus ihren theoretischen Ergebnissen hat sie das Geschirr „TasteS“ entwickelt. Jeder Teller soll durch die Form die zugehörige Geschmacksrichtung verstärken.

Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht: Marco Karpowitsch hat sein Studium der visuellen Kommunikaton mit einem einfach zu bedienenden Einstiegswerkzeug in den Bereich Grafik-Design abgeschlossen. Vor Ort hat sich dagegen Design & Future Making-Absolventin Lisa Grocholski in ihr Forschungsobjekt Au in Pforzheim begeben und einen Blick zurück nach vorn in Bezug auf urbanes Wohnen gewagt. Nur in gegenseitigem Dialog ist ein lebenswertes Leben im Quartier möglich, fand sie mit Hilfe von sprachlich niederschwelligen Plattformen heraus.

Viel Kreativität floss auch im Studienbereich Transportation Design in Entwürfe, in Modelle und letztlich in die Präsentation. Auffällig ist zum Beispiel das „Volvo Cars Concept“ von Oscar Johansson. Wenn durch autonomes Fahren die aktive Steuerung entfällt, kann man es sich auch in einem grünen Dschungel gemütlich machen – sein halb transparentes Fahrzeug enthält eine skulpturale Röhre, in der auch Pflanzen etwa gedeihen können.

Auffällig ist das „Volvo Cars Concept“ von Oscar Johansson mit „gewachsenem“ Innenleben. Foto: Oscar Johansson (Rendering)

Die Werkschau wird nun Bestandteil des ständigen Online-Archivs werden. Es ist kein virtueller Rundgang, es sind stattdessen die einzelnen Portfolios der Studenten und Absolventen zu finden. Außerdem wurde das Radio-Programm „Werksound“, als Podcast eingespielt. Neu ist nach dem positiven Feedback im Bereich Schmuck, dass es auch einen Shop geben soll. Man kann die Produkte also im direkten Kontakt mit den Studierenden erwerben.

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