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Hallenbäder ohne Sommerpause

Pforzheimer Freibäder wollen Mitte Juni öffnen: Badespaß wird deutlich kleiner

In Pforzheims Freibädern sollen Besucher ab Mitte Juni wieder Bahnen ziehen und sich auf der Liegewiese in der Sonne räkeln können. Die Lenkungsgruppe der Landesregierung hat jetzt entschieden, dass Bäder ab 6. Juni unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen. So früh werden es die Goldstadtbäder allerdings wohl nicht schaffen.

Lutz Schwaigert, einer der Verantwortlichen für Pforzheims Bäder, hat mit seinen Mitarbeitern noch viel zu tun, bis das Wartbergfreibäder und das Nagoldbad startklar sind. Foto: Ehmann

In Pforzheims Freibädern sollen Besucher ab Mitte Juni wieder Bahnen ziehen und sich auf der Liegewiese in der Sonne räkeln können. Die Lenkungsgruppe der Landesregierung hat jetzt entschieden, dass Bäder ab 6. Juni unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen. Noch fehlt die entsprechende Verordnung. Aber selbst wenn sie in den nächsten Tagen kommt – in den Goldstadtbädern wird der Start um den 14./15. Juni angepeilt. Im Wartberg- und im Nagoldbad muss noch viel vorbereitet werden.

Dass der Badespaß im Jahr 2020 kleiner sein wird als in voran gegangenen Sommern, lässt sich fast mit dem Zentimeterband messen. „Für jeden Schwimmer wird eine Fläche von viereinhalb Quadratmetern angenommen, für den Nichtschwimmer eineinhalb, hinzu kommen pro Kopf zehn bis 15 Quadratmeter im Außenbereich“, beschreibt Lutz Schwaigert, Projektleiter Bäderentwicklung, einige der Überlegungen, die ihn und seine Mitarbeiter beschäftigen.

Legt man diese Parameter für das Wartbergbad an, dürften dort zwischen 430 und 620 Gäste kommen. „An einem schönen Tag haben wir 6.500 Badegäste“, zeigt Schwaigert die Differenz zu früheren Maßstäben auf.

Das seien zwei alles Vorüberlegungen. Eine Feinjustierung mit genauen Zahlen könne erst erfolgen, wenn Details der Landesverordnung vorlägen.

Doch bei maximal einem Viertel der sonst gezählten Besucher und der doppelten Anzahl an Personal ist schon jetzt klar: Die Frage nach Wirtschaftlichkeit darf und wird im Corona-Sommer nicht gestellt werden. Schwaigert begründet dies mit dem politischen Willen für die Bäder.

Aufenthalt wird online gebucht

Und auch sonst diktiert die Pandemie die Regeln. Anhand eines neuen Buchungssystems, das man bei einem für Schwimmbäder spezialisierten Anbieter bestellt habe, wollen die Verantwortlichen den Besucherstrom lenken – und begrenzen. Gebucht wird der Aufenthalt online. Es werde auch Zeit-Slots geben, erklärt Schwaigert. Im Wartbergbad stehen dann zwei Eingänge zur Verfügung.

Wie bereits Usus bei Friseursalons und Gaststätten, müssen Badegä30ste Namen und Anschrift hinterlegen, und auch der Zeitraum ihres Besuchs wird registriert. Auf die für den Kassenbereich bestellten Spuckscheiben warten die Verantwortlichen noch.

Ein Hygiene- und Desinfektionskonzept für Frei- und Hallenbäder werde noch ausgearbeitet. „Wir brauchen für jedes einzelne Bad eines“, sagt Schwaigert. Bei den Container-Anlagen im Wartbergbad mit Duschen, Umkleidekabinen und Toiletten dürfen nur letztere benutzt werden, nennt Schwaigert ein Beispiel. Duschen und Umkleiden müssen laut Corona-Verordnung auch in den anderen Bädern gesperrt werden.

Hallenbäder gehen nicht in die Sommerpause

Zum Wechseln der Badesachen soll es einige Außenkabinen geben. An den Waschbecken liegen Einmaltücher und Desinfektionsmittel bereit. Die Reinigung der Toiletten erfolge im Stundentakt. Auch die Mitarbeiter müssen fit gemacht werden für die neue Situation.

Und wie sieht es in den Außenanlagen der Freibäder aus? Im Wartbergbad sei gerade der TÜV da gewesen und habe die Rutsche überprüft. In beiden Bädern wurden die Becken gereinigt, demnächst kann das Wasser eingelassen und mit Chlor versetzt werden. „Chemische Prozesse brauchen Zeit“, nennt Schwaigert einen weiteren Grund dafür, dass die Freibäder in den Pfingstferien noch zu bleiben müssen.

Noch vor den Freibädern werden am 2. Juni aber die Hallenbäder geöffnet, zunächst für den Vereinssport; nach den Pfingstferien sollen auch Schüler wieder schwimmen dürfen. Die Hallenbäder werden in diesem Jahr nicht in Sommerpause gehen. Schwaigert beschreibt den Entschluss der Stadt als Zugeständnis an all die Menschen, die in den großen Ferien daheim bleiben (müssen).

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