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Geschäftspartner sagt vor Gericht aus

Ringe sind im Prozess um Pforzheimer Schmuckhändler „Stein des Anstoßes”

Wie ein roter Faden zieht sich der Streit um eine Ringkollektion durch die Verhandlung um den am 21. Juni 2019 getöteten Pforzheimer Schmuckhändler. Viel Licht in die Angelegenheit brachte auch der mittlerweile 18. Verhandlungstag nicht.

Im Prozess um den getöteten Pforzheimer Schmuckhändler sind weiterhin viele Fragen offen. Unter anderem zur Kollektion von Ringen, die der Schmuckhändler an den Angeklagten geschickt hat. Foto: Ochs

Ein Goldschmiedemeister aus Dietlingen, der sowohl mit dem Opfer als auch mit dem Angeklagten geschäftlich zu tun hatte, sagte vor dem Schwurgericht am Karlsruher Landgericht aus, der Schmuckhändler habe ihm seine Solitärkollektion gezeigt.

Diese sei schon seit Monaten Gesprächsthema gewesen. Der Schmuckhändler habe oft mit ihm darüber gesprochen, dass er einen Schmuckkonfigurator entwickle und ergänzend dazu die Kollektion gestaltet habe.

Als „Stein des Anstoßes“ bezeichnete der Vorsitzende Richter Alexander Lautz die Ringlade mit Solitärringen, die der Schmuckhändler vertreiben wollte und im Februar 2019 an zwei Brüder, mit denen er Geschäfte machte, geschickt hatte.

Auch der Angeklagte hatte Ringe geordert

Auch der angeklagte 37-jährige Edelsteinhändler aus dem Landkreis Calw, der den Schmuckhändler aus Habgier getötet haben soll, hatte eine Ringlade geordert.

„Ich wollte wissen, ob er die Ringe auch anderweitig vertreibt“, erklärte er. Der Schmuckhändler habe zu diesem Zeitpunkt nicht wissen können, dass auch er mit den Brüdern im Schmuckbereich zusammenarbeite, sagte der Angeklagte weiter.

Der Komplex mit den Ringen ist unübersichtlich.
Vorsitzender Richter Alexander Lautz

„Die Kollektion war schon ein Jahr vorher fertig“, wandte die Witwe des Schmuckhändlers ein, die im Prozess als Nebenklägerin aufritt. Die Brüder und der Angeklagte hätten also unterschiedliche Kollektionen erhalten.

„Der Komplex mit den Ringen ist unübersichtlich“, bestätigte Richter Lautz. Was war zwischen dem angeklagten Edelsteinhändler und dem Schmuckhändler abgesprochen und was wurde geliefert?

Das sei weiter unklar. Die Kammer gehe jedoch davon aus, dass der Angeklagte nicht alle beim Schmuckhändler bestellten Sets der Kollektion erhalten habe oder nicht gemerkt habe, dass Stücke fehlen.

Polizei ermittelte wegen anonymem Schreiben

Ein Polizist berichtete, dass die Polizei wegen eines anonymen Schreibens an die Staatsanwaltschaft ermittelt habe. In dem Schreiben wird behauptet, der 2017 in Essen verschwundene Promi-Koch habe in Pforzheim Geschäfte mit Edelsteinen machen wollen.

Es wurde ein Parallele zum toten Schmuckhändler gezogen und eine Person genannt, die dahinterstecken soll. Die Ermittlungen hätten jedoch nichts ergeben, sagte der Polizist. Auch die Kollegen in Essen konnten keinen Spur nach Pforzheim finden.

Termin

Der Prozess geht am 24. Juli um 9 Uhr weiter. Unter anderem soll ein histologisches Gutachten den Zeitpunkt des Todes weiter eingrenzen.



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