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Spielverzicht als „menschliche Reaktion“

Nach Kritik am KSC: Hofmann versucht, die Wogen zu glätten

Nach seinem Verzicht, für den KSC aufzulaufen, und seiner anschließenden Kritik am Club, schlägt Philipp Hofmann nun versöhnliche Töne an. Ist damit die Posse um den wechselwilligen Stürmer beendet?

Spätes Bekenntnis: Philipp Hofmann, hier nach dem Training am Dienstagvormittag, will sich nach eigenen Angaben künftig voll auf den KSC konzentrieren. Foto: Markus Gilliar/GES

Am Dienstagvormittag standen ein paar mehr Kiebitze als sonst neben dem KSC-Trainingsplatz und spähten durch den Zaun. Und auch einige Medienvertreter waren zur ersten Einheit der neuen Woche in den Wildpark gekommen. Ihr Interesse galt weniger Neuzugang Sebastian Jung, der auf dem Rasen nebenan fast schon unbemerkt mit Athletikcoach Florian Böckler ein lockeres Fitnessprogramm abspulte, als vielmehr Philipp Hofmann. Der steht – auch unabhängig von den Blicken der Schaulustigen am Dienstag – beim KSC in diesen Tagen unter besonderer Beobachtung.

Nach seinem Spielverzicht bei der Karlsruher Auftaktniederlage in Hannover hatte Hofmann in einem Kicker-Interview den Streikvorwurf zurückgewiesen und die KSC-Verantwortlichen für deren Ablöseforderung im Transferpoker mit Union Berlin kritisiert. Für ein Gespräch stand Hofmann auch am Dienstagvormittag nicht zur Verfügung. Am Nachmittag wurde der 27-Jährige dann aber auf der Webseite des KSC mit Sätzen zitiert, die ganz im Sinne des Clubs und dessen Verantwortlichen sein dürften. „Ich werde im Training und den Spielen vollen Einsatz zeigen, mich komplett auf den KSC konzentrieren“, stand da zu lesen oder auch die Aussage, dass er „die Kritik an meiner Person, solange sie sachlich geäußert wird“, verstehe und akzeptiere.

Ich bin nicht in Streik getreten, sondern habe meine Gemütslage erklärt.
KSC-Stürmer Philipp Hofmann

Und die Aktion vor dem Hannover-Spiel, die ihm nicht nur KSC-Sportchef Oliver Kreuzer als Versuch ausgelegt hatte, den unwahrscheinlich gewordenen Wechsel zu Union doch noch zu erzwingen? Die sei „einfach eine menschliche Reaktion“ gewesen, „eine Kopfsache, die mir erst am Abend im Teamhotel im Umfeld der Mannschaft so richtig klar geworden ist“. Hofmann weiter: „Ich bin nicht in Streik getreten, sondern habe meine Gemütslage erklärt.“

Die Gemütslage bei der sportlichen Führung des Clubs dürfte sich nach diesen Einlassungen entspannt haben. Die Wogen sind zumindest vorerst geglättet. Ob ein Wechsel des besten KSC-Schützen aus der Vorsaison damit generell vom Tisch ist, steht allerdings noch nicht fest. Schließlich hat das Transferfenster noch bis zum 5. Oktober geöffnet.

Eichner und Kreuzer rechnen mit Hofmann-Einsatz gegen Bochum

KSC-Cheftrainer Christian Eichner war am Vormittag nicht davon ausgegangen, dass er in naher Zukunft auf seinen torgefährlichsten Angreifer verzichten muss: „Für mich gibt es nichts anderes, als dass Philipp Hofmann bis 2021 oder längerfristig bei uns bleibt.“ Zudem hatte Eichner wie auch Kreuzer betont, dass sie mit Hofmann im ersten Heimspiel der neuen Runde am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den VfL Bochum rechnen – vorausgesetzt „er hat eine normale Trainingswoche und er kommt da gut durch“, hatte Eichner dabei ergänzt.

Läuft Hofmann gegen Bochum und noch fünf weitere Male für den KSC in Liga zwei auf, verlängert sich sein bis 2021 datierter Vertrag bei den Blau-Weißen um ein weiteres Jahr. Dann könnten die Karlsruher den Stürmer auch später noch für gutes Geld transferieren. Die beiden Angebote von Union Berlin waren, so hatte es Kreuzer erklärt, noch ziemlich weit von der Schmerzgrenze des KSC entfernt gewesen.

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