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Reisegeschichten gesucht

BNN-Leseraktion: Wir suchen Ihre unvergesslichen Urlaubsmomente

Welche Reise ist für sie unvergesslich geblieben? Und aus welchem Grund? Die BNN möchten möglichst viele solcher Geschichten sammeln und sie im Fächer veröffentlichen.

Am 29. Juli beginnen die Sommerferien in Baden-Württemberg. Die BNN suchen Geschichten zu den schönsten Wochen des Jahres. Foto: BNN/Swierczyna

Ein Lächeln für die Kamera. Er ist noch keine 13 Jahre alt, als das Foto entsteht. Karl-Heinz Freise sitzt in der ersten Reihe im Wasser, links von ihm hat sich die Mutter platziert, rechts der Vater.

Ein Fotograf hatte die Menschen am Strand mit einer Trompete zusammengerufen, um ein Gruppenbild der Badeurlauber abzulichten. Andenken an unbeschwerte Tage auf der Insel Insel Spiekeroog in den 1920er Jahren.

Damals ist Urlaub noch Luxus. Ja, Schriftsteller und Künstler reisen ins Ausland und nutzen den Aufenthalt in noblen Herbergen, um Eindrücke für ihr Werk zu sammeln. Wer begütert ist, mietet sich in einem Schweizer Grand Hotel mit Blick auf die Berge ein oder fährt zur Sommerfrische an einen verwunschenen See oder ans Meer. Doch für die große Masse reicht es nicht einmal für Urlaub im eigenen Land.

Karl-Heinz und seine Eltern sind eine der wenigen Ausnahmen. Nicht übermäßig begütert, aber entdeckungslustig. Zudem ist der Vater bei der Reichsbahn beschäftigt, für die Familie gibt es daher Freifahrtscheine.

Seeluft schnuppern auf Spiekeroog

So kommt es, dass Karl-Heinz zwischen 1924 und 1929 jährlich drei Wochen lang auf Spiekeroog Seeluft schnuppert, während viele Gleichaltrige zu Hause bleiben. Zehn Stunden dauert die Bahnfahrt nach Spiekeroog, in der dritten Klasse mit mehrmaligem Umsteigen. Die Fleischbrühe, die an irgendeinem Bahnhof geschlürft wird, bleibt Karl-Heinz unvergesslich. „Sie war heiß und fettig“, wird er noch Jahrzehnte später sagen.

Die Zeiten haben sich gewandelt. Heute sind Urlaubsreisen selbstverständlich, gehört ein gelegentlicher Tapetenwechsel einfach zum Leben dazu. Wie schmerzlich solche Auszeiten vom Alltag vermisst werden, haben die vergangenen Monate gezeigt, als das Reisen wegen der Corona-Pandemie extrem erschwert war.

Hotels, Pensionen und Campingplätze hatten geschlossen. Fremde Länder machten ihre Grenzen dicht. Flugverbindungen wurden gekappt. Raus in die Natur mit Rad oder Wanderstiefeln war plötzlich die Alternative zu All inclusive in der Dominikanischen Republik.

Kleine Auszeit statt exotischer Destination

Jetzt, da sich die Situation langsam normalisiert, kehrt die Reiselust zurück. Urlaubspläne werden geschmiedet, Reisen gebucht und manch einer holt nach, was ihm im vergangenen Jahr verwehrt war. Das Beispiel von Karl-Heinz zeigt: Es müssen gar nicht exotische Destinationen sein, die im Gedächtnis haften bleiben. Manchmal sind es die kleinen Dinge, an die sich der Reisende noch nach Jahrzehnten erinnert – so wie an die Fleischbrühe im Fall von Karl-Heinz.

Wer sich in seinem Freundeskreis nach Urlaubserinnerungen erkundigt, bekommt oft überraschende Antworten. Das Paar aus der Nachbarschaft, das die halbe Welt gesehen hat, schmunzelt noch immer über die recht spontan angesetzte Fahrt an den Gardasee – mit geliehenem Zelt, aber ohne Heringe, Tisch und Stühle.

Der begeisterte Skifahrer schwärmt von seinem ersten Abstecher ins Berner Oberland, wo ihm ausgerechnet ein Flachland-Bewohner aus Holland den Schneid auf der Piste abkaufte. Die Sechzigjährige erinnert sich an den ein halbes Jahrhundert zurückliegenden Urlaub am Neusiedler See, als ob es gestern gewesen wäre: Meist speiste die vierköpfige Familie im Freien, weil das Geld knapp war.

Die zwei Wochen im Osten Österreichs sind der Badenerin so nachhaltig in Erinnerung geblieben, dass sie viele Jahre später mit Mann und Sohn an den flachen See nahe der Grenze zu Ungarn reiste, um in Erinnerungen zu schwelgen.

Mal glücklich, mal traurig

Jetzt kommen sie ins Spiel, liebe BNN-Leser. Welche Reise ist für sie unvergesslich geblieben? Und aus welchem Grund? Haben sie auf dieser Tour ihre große Liebe getroffen? War es die erste Reise mit dem Nachwuchs? Oder waren es aufregende, womöglich sogar gefährliche Geschehnisse, die sich für immer im Gedächtnis eingebrannt haben?

Die BNN möchten möglichst viele solcher Geschichten sammeln und sie im Fächer veröffentlichen. Es sollen persönliche Geschichten sein – glückliche und traurige, berührende und fesselnde, lustige und nachdenkliche.

Wenn Ihnen spontan eine solche Geschichte einfällt, aus jüngster Vergangenheit oder aus fernen Kindertagen, dann schreiben Sie uns und schildern, weshalb gerade dieser Urlaub alle anderen überstrahlt. Falls es zu dieser Reise noch das passende Foto gibt, das Sie den BNN für eine Veröffentlichung zur Verfügung stellen möchten, umso besser.

Die besten Geschichten zu den schönsten Wochen des Jahres werden noch vor dem Start der Sommerferien in Baden-Württemberg im Fächer veröffentlicht.

Wie können Sie mitmachen?

Bitte schicken sie ihre Urlaubsgeschichten und – falls vorhanden – ein Foto an

Badische Neueste Nachrichten

Redaktion Fächer

Linkenheimer Landstraße 133

76149 Karlsruhe

Natürlich ist auch die Teilnahme per Mail möglich: redaktion.reise@bnn.de. Bitte denken Sie an einen Absender und Telefonnummer, damit wir Sie bei Nachfragen kontaktieren können. Einsendeschluss für diese BNN-Leseraktion ist der 30. Juni.

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