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Verstärkte Kontrollen geplant

Bußgeld für Verstoß gegen Leinenpflicht erhöht

Jeder, der einmal an einem sonnigen Sonntagnachmittag durch die Günther-Klotz-Anlage geschlendert ist, kennt diesen – leider nicht immer friedlichen – Spießrutenlauf zwischen Fußgängern, Radfahrern und Hundebesitzern. Erstere fühlen sich oft durch die freilaufenden Vierbeiner belästigt, letztere fühlen sich durch die Leinenpflicht in ihrer Tierliebe beschnitten. Nun hat das Ordnungsamt höhere Bußgelder beim Verstoß gegen die Leinenpflicht eingeführt.

So ist es gewollt: SO IST ES GEWOLLT: Auf vielen Grünflächen der Stadt gilt Leinenpflicht. Bei Verstößen drohen jetzt höhere Bußgelder. Statt 50 Euro sind jetzt 150 Euro fällig. Laut Landesgesetz könnte die Stadt sogar bis zu 2 500 Euro verlangen. Foto: Sandbiller
Wer ohne Leine erwischt wird, der bezahlt jetzt 150 Euro statt 50 Euro. Mit Erlass des neuen Bußgeldkatalogs Umwelt durch das Land hat auch die Stadt ihre Tarife für Ordnungswidrigkeiten überarbeitet. Das Gesetz bietet den Kommunen sogar die Möglichkeit, Bußgelder bis zu 2 500 Euro für das unerlaubte freie Laufenlassen von Hunden zu verhängen. „Eine Strafe von 50 Euro ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt Ute Donisi, Abteilungsleiterin des Bereichs Öffentliche Sicherheit beim Ordnungsamt.

Viele Tierhalter sehen sich als Opfer

Die Leinenpflicht mache nicht für alle Sinn, sagt Andreas Gold. Er selbst habe drei Hunde, einer davon wiege gerade mal drei Kilo. Wenn er alle zusammen an der Leine führen wolle, würde das nicht so einfach funktionieren. Außerdem gebe es zu wenige offiziell gekennzeichnete Auslaufflächen. Sein Bekannter Hans Dieter Rühle geht einmal am Tag mit seinen Hunden auf Felder, auf denen er sie bedenkenlos freilaufen lassen kann. Seiner Meinung nach sollte jeder Hund die Möglichkeit haben, frei von der Leine rennen zu können. Das würde seinem Wohlbefinden zugute kommen. Die offiziellen Auslaufflächen in der Nordstadt findet er ungeeignet: „Vor vielen Jahren wurde mein damals 16-jähriger Hund in einer 30er-Zone überfahren, weil er aus einer Laune heraus dann doch plötzlich die Straßenseite wechselte und in ein Auto prallte.“ Er wünscht sich, dass die Leinenpflicht auf Feldern, auf denen weder Menschen noch andere Tiere unterwegs sind, im Vergleich zu den öffentlichen Plätzen zurückhaltender gemaßregelt werden.

Herumtollen dürfen Hunde in den dafür vorgesehenen Auslaufflächen, wie hier an der Alb beim Entenfang. Foto: Sandbiller

Mehrere Beschwerden pro Woche

Mehrere Beschwerden pro Woche gehen beim Ordnungsamt wegen Verstößen gegen die Leinenpflicht ein. Insbesondere in der Günther-Klotz-Anlage und der Grünanlage an der Ludwig-Marum-Straße gebe es viele Hundebesitzer, die ihre Hunde gerne freilaufen ließen. Da sich gerade in den Sommermonaten viele Menschen dort aufhalten und es einige Spielplätze gibt, kontrollieren die Ordnungshüter in diesen Bereichen zielgerichtet bei Beschwerden.

Mehr Kontrollen ab Herbst

Mehr Kontrollen als früher gebe es aber nicht. „Dafür haben wir derzeit gar nicht das Personal“, sagt Donisi. Allerdings solle sich das zum Herbst hin ändern. Aktuell fänden Auswahlverfahren für neue Mitarbeiter statt, die dann verstärkte Kontrollen durchführen werden. Bisher wurden die Bürger noch nicht offiziell über die Bußgeldanpassung informiert. Dies sei ebenso für Herbst geplant. Zudem sollen Inhalte aus dem Bußgeldkatalog auszugsweise auf der Webseite der Stadt veröffentlicht werden.

Osswald: "Die Leinenpflicht ist gut"

Nicht wenige Fußgänger und Radfahrer werden sich darüber freuen. Einige bekommen schlicht Angst, wenn ihnen ein freilaufender Hund entgegenkommt. „Der macht nichts“, beschwichtigen viele Hundehalter. Ob das stimmt, ist Johanna Osswald egal: „Ich hasse es, wenn ich auf dem Rad bin und ein Hund ohne Leine rennt auf mich zu. Ich kenne ihn schließlich nicht und kann nicht einschätzen, was er will.“ Die Leinenpflicht sei gut. Wer mit seinem Hund toben wolle, der müsse das nicht in der Stadt tun.
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