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Kritik auch aus Heidenheim

Drei Tore aberkannt: Gomez klagt über Videobeweis

Video-Beweis unter Beschuss: Gleich in zwei Partien der 2. Bundesliga sorgte die technische Hilfe aus dem Kölner Keller für Ärger: VfB Stuttgart-Stürmer wurden in Sandhausen gleich drei Treffer aberkannt. Und auch die Profis des 1. FC Heidenheim zeigten sich verärgert.

Stuttgarts Spieler Mario Gomez, Torwart Gregor Kobel und Philipp Förster stehen nach dem Spiel vor ihren Fans - und werden anschließend ausgepfiffen. Foto: dpa

Ex-Nationalspieler Mario Gomez hat nach der 1:2-Niederlage des VfB Stuttgart beim SV Sandhausen massive Kritik am Videobeweis geübt. «Ich war schon ein Freund davon, weil ich dachte, es wird gerecht. Aber für uns Stürmer ist es eine Katastrophe», sagte Gomez am Sonntag bei Sky. Er hatte in Sandhausen drei Tore erzielt, wegen knapper Abseitsstellungen zählte keines davon. «Das System wie es ist, ist einfach scheiße», monierte Gomez.

Gomez: Froh, dass ich keine zehn Jahre mehr spielen muss

Jedes Mal habe ihm der Schiedsrichter auf dem Platz gesagt, es seien nur wenige Zentimeter seines Körpers im Abseits gewesen. Er stellte infrage, ob so knappe Entscheidungen mit den vorhandenen Kameras und insbesondere in kleinen Stadien wie dem in Sandhausen wirklich zweifelsfrei getroffen werden könnten. Der Schiedsrichter auf dem Platz könne nichts dafür, meinte Gomez. Er sei aber froh, dass der größte Teil seiner Karriere vorbei sei «und ich nicht mehr zehn Jahre damit spielen muss».

Trotz des 1:0-Heimsiegs gegen die SpVgg Fürth haben sich auch Spieler des 1. FC Heidenheim unzufrieden mit dem Einsatz des Videobeweises gezeigt. «Nervig, einfach nervig», sagte Torschütze Tim Kleindienst am Sonntag. «Gefühlt braucht der jedes Mal zwei Stunden, bis er das Ding analysiert hat. Dann stehst du da und wartest und wartest, kalt ist es auch.» Mittelfeldspieler Niklas Dorsch kritisierte die Videobeweise als «absolut wild».

Tor aberkannt, Rot zu Gelb erklärt

Schiedsrichter Frank Willenborg hatte zuvor nach einem Videobeweis auf Handelfmeter für Fürth entschieden, den Maximilian Wittek aber verschoss. In der Schlussphase nahm der Unparteiische ebenfalls nach Sichtung der Videobilder die Rote Karte für Fürths Tobias Mohr zurück und zeigte lediglich die Gelbe Karte. Auch das vermeintliche 2:0 von Jonas Föhrenbach (90.+1) zählte nach Videobeweis nicht.

Trainer Frank Schmidt warb dagegen für Verständnis. «Das ist uninteressant, weil es gehört dazu», sagte der Coach. «Die Regeln im Straßenverkehr ändern sich auch immer wieder, da kann man auch nicht sagen: Das nervt, sondern muss sich anpassen.» Mittelfeldspieler Sebastian Griesbeck nannte ihn bei Abseitsstellungen «immer gut».

(dpa-lsw)
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