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Lichtinstallation an der Paradiesruine

Adventslichter in Bad Herrenalb leuchten auch ohne Weihnachtsmarkt

Adventsmarkt und Konzerte sind coronabedingt abgesagt. Was vom Bad Herrenalber Winterzauber übrig bleibt, ist der Lichterglanz, mit dem weihnachtliches Flair durch die Kurstadt wehen soll. 

Es werde Licht: Mit einem besonderen Beleuchtungsprojekt setzen Nikolai Stefansky (vorne) und Lars Wolf die historische Paradiesruine in Szene. Foto: Birgit Graeff-Rau

Während entlang der Straßen die alljährliche Weihnachtsbeleuchtung erstrahlt, gibt es in der historischen Klosterstraße und im Kurpark besondere Highlights, die Licht ins winterliche Dunkel bringen sollen. „Besonders freuen wir uns auf das Novum Color The World“, sagt Alexandra Roschlau vom Herrenalber Tourismusbüro.

Dahinter verbirgt sich mehr als eine bloße Beleuchtung der Paradiesruine vor der Klosterkirche. „Es ist ein Kunstprojekt, an dem sich die Besucher selbst beteiligen können“, erklären Veranstaltungstechniker Nikolai Stefansky und Lichtdesigner Lars Wolf aus Ötigheim. Beide habe schon langjährige Erfahrung mit Bühnen- und Gebäudebeleuchtung. Ins rechte Licht setzen werden sie jetzt die Paradiesruine.

„Der erste Blick beim Betreten der Ruine fällt auf die Kiefer auf dem Torbogen, da werden wir natürlich besondere Akzente setzen“, sagen die beiden. Mit einem Lastwagen voller Ausrüstung sind sie angereist und installieren fast 70 LED-Strahler. „Wir wollen die Konturen der Ruine besonders betonen, dazu das Fenster über dem Torbogen“, sagt Wolf.

Wichtig sei ihnen, mit der Beleuchtung auch der Würde des historischen Gemäuers gerecht zu werden. Eine technische Herausforderung ist die Installation der 500 Meter Kabel für die Stromversorgung plus zusätzlicher 500 Meter Kabel für die Datenübertragung. Stolperfallen sollen ja nicht entstehen. „Wir haben Lösungen gefunden“, sagen die beiden.

Besucher können die Farbe des Lichts bestimmen

Ebenfalls lichttechnisch in Szene gesetzt werden die alten Grabplatten im Innern der Ruine. „Es ist allerdings mehr als ein bloßes Anstrahlen, wir haben ein Programm geschrieben, mit dem die Besucher sich an der Beleuchtung beteiligen können und so Teil des Kunstwerks werden“, erklärt Wolf.

Vor der Ruine wird eine Tafel mit einem QR-Code platziert, den die Besucher auf ihrem Smartphone einscannen und so auf eine Website gelangen, über die sie selbst die Farben der Beleuchtung auswählen können. „Wenn viele Besucher gleichzeitig ihre Farbwünsche wählen, wird aber kein aufgeregtes Farb-Geflimmer entstehen“, beruhigen die Veranstalter.

Das von ihnen entwickelte Programm basiert auf Algorithmen, über die viele Farbwünsche gesteuert werden. „Es kann sein, es entsteht mal eine Mischung aus den Farben oder aber das Programm wählt einzelne Akzente in der jeweiligen Wunschfarbe aus“, erklärt Wolf. Gut drei Tage brauchen sie, bis alles installiert und gesichert ist. „Zum Abschluss werden wir die Ruine am Abend einleuchten, um zu sehen, ob alles passt und eventuell noch nachjustieren“, so Stefansky.

Lichtkunst in Bad Herrenalb bis Anfang Januar

Vom kommenden Sonntag, dem ersten Advent, bis zum 6. Januar wird die Paradiesruine nun in diesem besonderen Licht erstrahlen. „Ich glaube nicht, dass es schon irgendwo ein Beleuchtungsprojekt gibt, in das sich die Besucher selbst einbringen können“, sagt Wolf.

Zusätzlich gibt es eine spezielle Baumbeleuchtung im Klosterbezirk und auf dem Rathausplatz. „Es sind keine Lichterketten, sondern die Bäume werden von unten angestrahlt“, informiert Alexandra Roschlau. Damit wird eine durchgehende Verbindung zum Stadtwerke-Albleuchten im Kurpark geschaffen. Dort sind bereits die Körbe, Kugeln und Pyramiden mit den LED-Ketten entlang der Alb aufgebaut und werden den Kurpark bis zum 6. Januar ab einsetzender Dämmerung in magisches Licht hüllen.

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