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Tierischer Sympathieträger

Eichhörnchen rund um Ettlingen: „Man sollte sie nicht verhätscheln“

Eichhörnchen haben in den Wäldern rund um Ettlingen gute Lebensbedingungen, sagt Forstabteilungsleiter Joachim Lauinger. Doch den putzigen Tierchen droht Gefahr.

Putzige Gesellen: Die oft rötlichen Europäischen Eichhörnchen sind bei Groß und Klein beliebt, doch bald könnte Gefahr durch amerikanische Verwandte drohen. Foto: Felix Kästle/dpa

Knopfaugen, zierliche Gestalt, buschiger Schwanz: Die rötlichen Europäischen Eichhörnchen liegen auf der Beliebtheitsskala des Menschen weit vorn.

In der Region Ettlingen kommen sie gut klar. Doch was bedrohlich werden könnte, ist das amerikanische Grauhörnchen.

Zum weltweiten „Ehrentag des Hörnchens“ am 21. Januar erklärt Ettlingens Forstabteilungsleiter Joachim Lauinger, wie es den putzigen Sympathieträgern geht.

Wie steht es um die beliebten Eichhörnchen in der Region, und sollte man sie jetzt im Winter unterstützen?
Lauinger

Die Eichhörnchen haben hier bei uns gute Lebensbedingungen. Sie finden ein gutes Nahrungsangebot, da wir sowohl Misch- als auch Nadelwälder haben. Es ist ja auch geschützt und wird nicht bejagt. Ich bin kein Freund von Wildtierfütterung. Wann gibt es denn noch strenge Winter? Der Mensch sollte auch die nur Winterruhe haltenden Eichhörnchen nicht verhätscheln, damit sie ihre natürliche Nahrungssuche nicht verlernen.

Das viel größere Grauhörnchen aus den USA verdrängt in Norditalien das Europäische Eichhörnchen. Wie konkret ist die Gefahr?
Lauinger

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis das Grauhörnchen auch in Deutschland auftaucht, auch wenn dies noch nicht so bald erwartet wird. Wenn sich fremde Arten zu uns ausbreiten, bekommen wir von der Oberen Forstbehörde Bescheid – von dort gab es bislang keine Hinweise. Beim Anblick von Eichhörnchen kann man nicht nur nach der Farbe gehen. Die Europäischen Hörnchen sind ja nicht immer fuchsrot, sie können auch dunklere Schattierungen bis hin zu braunschwarz haben. Die Forstliche Versuchsanstalt in Freiburg forscht auch zu invasiven Arten und ist auf dem Laufenden. Durch die Globalisierung bekommen wir es immer öfter mit fremden Tieren und Pflanzen zu tun.

Ist das Eichhörnchen einfach nur schön anzuschauen?
Lauinger

Natürlich ist das Eichhörnchen ein absoluter Hingucker. Die Leute freuen sich, wenn sie ein Eichhörnchen erblicken – da muss man nicht unbedingt ein Kind sein, um so zu fühlen und „Guck mal da“ zu rufen. Als Beispiel hilft es uns aber auch im Forst. Wenn von den Eichhörnchen etwa Eicheln versteckt werden und aus dem nicht wieder geholten Vorrat dann ein neuer Baum wächst, dann ist das doch eine gute Sache.

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