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"Weiße Flecken" verschwinden

Immer mehr Wohnangebote für Senioren in Ettlingens Stadtteilen

Stadt, Stadtbau und private Investoren regieren auf die demografische Entwicklung in Ettlingen, der zweitältesten Stadt in Baden-Württemberg. Sie verbessern die Wohnangebote für alte Menschen – nach und nach in allen Stadtteilen.

Mit einem symbolischen Spatenstich startete der Bau von Seniorenwohnungen im kleinen Stadtteil Oberweier. Investiert werden mehrere Millionen Euro. Foto: hei

Stadt, Stadtbau und private Investoren regieren auf die demografische Entwicklung in Ettlingen, der zweitältesten Stadt in Baden-Württemberg. Sie verbessern die Wohnangebote für Senioren  – nach und nach in allen Stadtteilen.

Ein „weißer Fleck“  verschwindet in den nächsten 18 Monaten in Oberweier, denn dort errichtet die Stadtbau ein mehrgeschossiges Haus mit elf seniorengerechten Wohnungen . Es steht im Neubaugebiet „Gässeläcker“, in das viele junge Familien gezogen sind.

Stadtbau investiert vier Millionen Euro

Die Stadtbau investiert Geschäftsführer Steffen Neumeister zufolge gut vier Millionen Euro in das Projekt, das Grundstück hat sie von der Stadt erworben. Die Aufgabe sei „anspruchsvoll wegen der Topografie des Geländes“, erklärte er beim offiziellen Start für das Vorhaben. Alle Wohnungen bleiben im Eigentum der Stadtbau und werden vermietet.

Wunsch kam aus dem Ortsteil

Bürgermeister Moritz Heidecker erinnerte an den Beschluss des Aufsichtsrates vom September 2018 und daran, dass mit den seniorengerechten Wohnungen und Dienstleistungen, die sich im Untergeschoss des neuen Hauses ansiedeln können (etwa Therapeuten), ein Wunsch aus Oberweier erfüllt werde. Damit hätten ältere Menschen eine Option, sich von ihren zu groß gewordenen Haus zu trennen und innerhalb des Ortes umziehen zu können.

Hier entsteht etwas
RichtungsweisendesWolfgang Matzka,Ortsvorsteher

Richtungsweisendes

In diesen Stadtteilen gibt es bereits Angebote

Bruchhausen

Hier soll bis Ende des Jahres ein Pflegeheim gebaut sein. Die Trägerschaft übernimmt die Diakonie gGmbH. Es entstehen 45 Pflegeplätze im Wohngruppenmodell, so Diakonie-Chefin Gudrun Mund. Außerdem elf mietpreisgebundene betreute Wohnungen und zehn Eigentumswohnungen. Private Investoren schultern das Projekt. Ortsvorsteher Wolfgang Noller sagt: „Die Nachfrage gerade nach den Eigentumswohnungen war enorm, sie sind alle weg".

Schöllbronn

Ein neues Pflegeheim bei der Schule ist in Bau und soll diesen Sommer das Landhaus Schöllbronn ersetzen. Das ist  in die Jahre gekommen und aufgrund seiner Doppelzimmer  geht es nicht mehr mit der gültigen Landesheimbauverordnung konform. Das neue Heim baut ein Investor aus Hassloch. Es hat 60 Plätze und 15 Kurzzeit- oder Tagespflegeplätze. Im Landhaus könnten laut Ortsvorsteher Steffen Neumeister bei einem Umbau Wohnungen für Senioren  entstehen, wie sie im Ort zusätzlich gebraucht werden.

Spessart

Gut aufgestellt ist Spessart: Seit ein paar Jahren gibt es nahe der Kirche St. Antonius ein Pflegeheim mit 30 Plätzen und acht betreuten Wohnungen. Die Diakonie gGmbH ist Trägerin. Anfängliche Personalprobleme sind Gudrun Mund zufolge gelöst. Weitere Pflegeheime wolle man in Ettlinger Stadtteilen nicht betreiben, da „wir noch neue Verpflichtungen in Ittersbach und im nördlichen Landkreis eingehen“.

Ettlingenweier

Der Stadtteil ist wie Oberweier und Schluttenbach für ein Pflegeheim oder betreutes Wohnen zu klein. Seniorengerechte Wohnungen könnten OB Johannes Arnold zufolge aber beispielsweise im alten Farrenstall entstehen, wenn der Forst seine dort untergestellten Geräte in ein paar Jahren im neuen Bauhof unterbringt. Oder auf dem ehemaligen Gelände der Firma Ettkus, das die Volksbank gekauft hat und entwickeln will.

Ettlingen-West

Der an die Kernstadt mit ihren vier Pflegeheimen angrenzende große Stadtteil hofft, dass das ehemalige Hotel Holder von der Stadtbau entweder umgebaut oder abgerissen und neu gebaut wird und dort dann betreute Wohnungen geschaffen werden. Das kann aber dauern, da derzeit noch Asylbewerber die Unterkunft belegen. Der Vorsitzende der IG Ettlingen-West, Markus Dehrer, sieht enormen Bedarf. Denn: „Wir sind ein stark überalterter Stadtteil".

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