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Maskenpflicht und Pausenaufsicht

Vor dem Schulstart in der Region um Ettlingen: Klappt das Hygienekonzept?

Ab dem 14. September wird wieder gebüffelt: Wie bereiten sich die Schulen in Ettlingen und Rheinstetten auf den Start vor? Klappt alles mit den Hygienekonzepten?

Tausende von Gesichtsmasken stapeln sich im Sekretariat des Albertus-Magnus-Gymnasium, hier begutachtet von Schulsekretärin Ina Renz. Foto: Klaus Müller

Die Kisten stapeln sich im Sekretariat des Albertus-Magnus-Gymnasiums Ettlingen. Wo kurz vor Schulbeginn allenfalls Schulbuchsendungen stehen sollten, ist nun alles voll gestellt mit acht Kisten, in denen sich jeweils 2.000 Gesichtsmasken befinden. Eine Gabe des Kulturministeriums, in erster Linie gedacht für Lehrer. Corona lässt grüßen. Wenn am Montag die Schule wieder beginnt, wird vieles anders sein. Von einem „Schulbetrieb unter Pandemie-Bedingungen“ spricht das Ministerium, verbunden mit einer Vielzahl verpflichtender Auflagen.

Keine Frage, in dieser Hinsicht waren die Schulen bereits vor den Sommerferien einiges gewohnt. Zu den nach wie vor gültigen Hygienevorgaben – zum Beispiel Abstände einhalten – kommen neue dazu. Künftig gebe es auch eine Maskenpflicht auf dem gesamten Schulgelände, berichten auf BNN-Nachfrage Helmut Obermann, Leiter des Albertus-Magnus-Gymnasiums, und sein Kollege vom Karlsbader Gymnasium, Christian Wehrle. Zur Erinnerung: Bislang bezog sich die Maskenpflicht aufs Schulgebäude. Aber es gibt auch Ausnahmen. „Unsere Grundschüler von Klasse eins bis vier sind von der Maskenpflicht entbunden“, berichtet Rolf Nold, Leiter der Anne-Frank-Grundschule in Waldbronn. Das gilt für alle Grundschulen.

Urlaub im Risikogebiet ist Ausschlussgrund

Lehrkräfte, Beschäftigte oder Eltern, heißt es in der Verordnung weiter, haben untereinander einen Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten. Ausgenommen von dieser Regelung seien die Schülerinnen und Schüler. Alles andere ließe sich gar nicht umsetzen, meint Wehrle. Ab Montag werden die einzelnen Klassen wieder in voller Stärke unterrichtet. Zur Erinnerung: Vor den Sommerferien wurden die Klassen „halbiert“. Darüber hinaus besteht für Schüler weiterführender Schulen im Unterricht keine Maskenpflicht – an dieser Regelung hat sich nichts geändert.

Die Stadt sei bemüht, in Schulen und Kindergärten wieder Normalbetrieb herzustellen, sagte der Ettlinger Oberbürgermeister Johannes Arnold. Allerdings erwartet die Schüler zu Schulbeginn ein sicherlich ungewohntes Prozedere. Jeder muss an seinem ersten Schultag eine von den Eltern unterzeichnete Erklärung mitbringen. Liegen „Ausschlussgründe“ vor, beispielsweise bestimmte Krankheitssymptome oder die unmittelbare Rückkehr aus einem „Risikourlaubsland“, muss die Schule umgehend informiert werden. Kurzum: Mit ihrer Unterschrift erklären die Eltern, dass „nach ihrer Kenntnis keiner der Ausschlussgründe vorliegt“. Die Formulare, so Kerstin Philipp, Leiterin der Realschule Rheinstetten, und Nold, seien an die Eltern geschickt worden. Zudem lassen sie sich auf der jeweiligen Schulhomepage herunterladen.

Wir werden niemanden heimschicken
Kerstin Philipp Leiterin Realschule Rheinstetten

Was passiert aber, wenn ein Kind die Erklärung nicht mit dabeihat? „Wir werden niemanden heimschicken“, betont Philipp. Die Alternative: Das betreffende Kind müsse halt an diesem Tag im Unterricht eine Maske tragen. Auf die Einsicht und Verantwortung der Eltern setzt Wehrle. Für den Fall der Fälle wolle die Schule „Einzelfalllösungen“ finden. Nebenbei: Für Lehrer gibt´s ein ähnlich lautendes Formular.

Aufwand für Pausenaufsicht ist dreimal so hoch

Ein, wenigstens in der Theorie, klares Regelwerk findet sich auch für die Pausen. Die seien so zu organisieren, dass „eine Durchmischung der Klassen- oder Lerngruppen durch organisatorische Maßnahmen vermieden wird“. Vor allem für die Kinder seien solche Regelungen schlimm – aber es gehe nicht anders, meint Philipp. Mit einem deutlichen Mehraufwand bei den Pausenaufsichten – der dürfte drei Mal so hoch sein wie normal – rechnet Wehrle. Etwas entspannter sollte dieser Hygienepart in der Grundschule ablaufen. Alles geschehe klassenweise, sei es in den Pausen oder vorm Unterricht mit festen Wartebereichen für die einzelnen Klassen, erläutert Nold.

Mensa im Schulzentrum Ettlingen öffnet vorerst nicht

Einbahnstraßenregelungen im Schulgebäude, Einschränkungen in den Toilettenräumen, regelmäßiges Lüften (sodenn möglich), die tägliche Reinigung der Klassenzimmer oder Handwaschmittel gehören ebenso zu den Hygienerichtlinien. Mit Einschränkungen ist überdies im Mensabetrieb zu rechnen. Momentan sind die Einschränkungen so massiv, dass laut Obermann die nagelneue Mensa im Schulzentrum erst gar nicht öffnet. Und es bleibt zu hoffen, so nicht nur Schulleiter Wehrle, dass sich die Schüler recht schnell an all die Vorgaben gewöhnen; nicht einfach nach sechs Wochen Sommerferien unter teilweise „Normalbedingungen“.

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