Skip to main content

Angebot vom 16. bis 22. Dezember

Werkeln, Malen und Filme: Notbetreuung in Rheinstetten wird ähnlich stark genutzt wie im Frühjahr

Die Weihnachtsferien haben wegen Corona früher begonnen. Doch einige Kinder gehen auch jetzt noch zur Schule.

Konzentriert bei der Arbeit: Mit Nägeln und Holz haben 13 Jungs und Mädchen vergangene Woche in der Notbetreuung in der Rheinstettener Albert-Schweitzer-Schule gewerkelt. Foto: Maren Beutler

Seit Mittwoch sind die Klassenzimmer der Albert-Schweitzer-Grundschule in Rheinstetten leer. Nur in einem herrscht noch Leben. 13 Jungs und Mädchen im Alter zwischen sieben und zehn Jahren schlagen Nägel in Bretter, sägen und feilen an ihren kleinen Kunstwerken aus Holz.

In dem Raum befindet sich die Notbetreuung, die wegen der vorzeitigen Schulschließungen vom 16. bis 22. Dezember eingerichtet wurde.

Schüler von der ersten bis einschließlich siebten Klasse, bei denen beide Erziehungsberechtigen beziehungsweise der oder die Alleinerziehende nachweislich am Arbeitsplatz unabkömmlich sind, haben Anspruch auf die Betreuung. Das gilt auch für Angestellte im Homeoffice.

Nicht jedes Kind kommt jeden Tag

In der Albert-Schweitzer-Grundschule und der Pestalozzischule wurde die Notbetreuung für 20 Kinder angefragt, berichten die stellvertretende Schulleiterin Katharina Freiesleben und Rektorin Doris Wesserling. Das sei vergleichbar mit der Zahl derer, die das Angebot im Frühjahr genutzt haben. Es sei tagesabhängig, wie viele Kinder erscheinen.

Eltern, die die Notbetreuung nutzen, seien vor allem in Pflegeberufen, bei der Polizei, im Schuldienst oder auch bei Banken tätig, die Altersgruppen bei den Kindern durchmischt. Die Betreuung beginnt um 8.40 Uhr und endet um 12.25 Uhr. Das entspricht den verlässlichen Grundschulzeiten. Bei Bedarf könne die Betreuungszeit auch ausgeweitet werden.

Keine normale Schulstunde

Das Programm ist abwechslungsreich: Am ersten Tag malen die Kinder zum Beispiel und schauen einen Film, am nächsten wird mit Holz gearbeitet. Die Notbetreuung sei komplett frei und nicht vergleichbar mit einer normalen Unterrichtsstunde, sagt die stellvertretende Schulleiterin, Katharina Freiesleben: „Schließlich sind die Mitschüler zuhause in den Ferien.“

Betreut werden die Schüler abwechselnd von einzelnen Lehrern des ganzen Kollegiums. Für Kinder und Lehrer gelten weiterhin die Bestimmungen der Corona-Verordnung an Schulen. Es wird zum Beispiel darauf geachtet, dass die Kinder im Klassenzimmer in festen Gruppen basteln und spielen, idealerweise mit Klassenkameraden.

Alles Schöne für die Schule bricht weg.
Doris Wesserling, Rektorin

Durch die vorzeitigen Schulschließungen konnte für die Grundschüler dieses Jahr kein Abschluss vor den Weihnachtsferien stattfinden, bedauert Schulleiterin Doris Wesserling: „Alles Schöne für die Schule bricht weg.“ Normalerweise wurden in den letzten Schulstunden vor Weihnachten Geschenke gebastelt und Weihnachtslieder gehört. Besonders um den alljährlichen Weihnachtsgottesdienst sei es schade.

Sollte im Frühjahr erneut eine Notbetreuung eingerichtet werden müssen, glauben die beiden Schulleiterinnen, dass die Nachfrage steigen wird. Nicht alle Eltern hätten die Möglichkeit, ihre Kinder zu Hause gleich zu fördern und manchmal Schwierigkeiten, die Betreuung und den Job unter einen Hut zu bekommen. Und auch für die Lehrer bedeute die Corona-Zeit eine zusätzliche Belastung.

Der Arbeitsaufwand sei stark gestiegen, etwa durch zusätzliche Angebote im Fernunterricht. Die Aufgaben für sie seien fordern und teilweise überfordernd. „Wir fühlen uns als Grundschule mit unseren Problemen nicht ernst genommen“, sagt Freiesleben.

nach oben Zurück zum Seitenanfang