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Ab 12. Dezember

Homezone und Luftlinie: Mit den neuen Tarifen können KVV-Kunden Geld sparen

Der Karlsruher Verkehrsverbund bietet ab 12. Dezember die neuen Tarife „Homezone“ und „Luftlinie“ an. Für wen sich die neuen Angebote besonders eignen.

Innerhalb der „Homezone“: Kundinnen und Kunden können mit dem neuen Tarif einen Kreis ziehen und sich innerhalb von 28 Tagen beliebig oft darin bewegen. Foto: Tanja Starck

27 Jahre lang waren Menschen im Gebiet des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) das Waben-Modell gewohnt. Es gibt auch Menschen, die sich bei ihrer Fahrt mit Bus und Bahn 27 Jahre lang über dieses Modell geärgert haben.

Damit haben wir Kundenwünsche realisiert.
Alexander Pischon, KVV-Geschäftsführer

Wer nur von einer Haltestelle zur nächsten fährt, dabei aber eine Wabengrenze übertritt, zahlt mehr als andere, die viel weiter fahren, sich aber innerhalb einer Wabe bewegen. Im Oktober 2020 testete der KVV die App erstmals mit Kunden.

Mit dem Fahrplanwechsel zum 12. Dezember verlässt der KVV erstmals sein Waben-Modell. Es gibt zwei neue Tarife, die den Fahrpreis flexibler berechnen: „Homezone“ und „Luftlinie“.

„Wir sind in Deutschland die ersten, die dafür eine dauerhafte Genehmigung bekommen haben“, sagt KVV-Geschäftsführer Alexander Pischon. „Damit haben wir Kundenwünsche realisiert – und wir möchte damit neue Kunden gewinnen.“ Der KVV verspricht mehr Flexibilität und die Möglichkeit, Geld zu sparen.

Randpunkte legen die „Homezone“ fest

Pischon spricht bei der „Homezone“ gar von einer „Revolution made in Karlsruhe.“ Die Idee hinter dem neuen digitalen Tarif: Nutzerinnen und Nutzer bestimmen auf einer Karte ein Gebiet, in dem sie sich bewegen. Dazu benennen sie in der Smartphone-App „regiomove“ ihre Randpunkte – etwa den Wohnort, Arbeitsplatz und den Standort des Fitnessstudios – und es wird automatisch ein Kreis gezogen. Innerhalb dieses Kreises können sie sich 28 Tage lang beliebig oft mit Bus und Bahn bewegen, dann endet das Abo automatisch.

Der Preis berechnet sich aus drei Teilen. Auf den Grundpreis von zehn Euro kommen 4,80 pro Kilometer im Durchmesser des Kreises – falls es um mehr als zehn Kilometer geht, beträgt das Kilometergeld hier nur 2,40 Euro. Je nach Angebotsdichte kommt eine dritte Komponente hinzu. Wer etwa in Innenstadtbereichen fährt, zahlt mehr als Fahrende in Gebieten mit wenigen Haltestellen.

Ein Beispiel, für wen sich das lohnen könnte: Bislang kostet ein Monatsabo mit Fahrten zwischen Ettlingen-Stadt und Rüppurr 77 Euro – es sind nur drei Kilometer, aber auch drei Waben. Mit einer „Homezone“ in diesem Bereich zahlt man dann nur noch 42 Euro.

Luftlinie: Start und Ende mit einem Wisch

Die „Homezone“ kostet Nutzer mindestens etwa 20 Euro, maximal 125 Euro. Teurer wird es bei diesem Tarif, wenn Fahrende ihr Ticket nicht vorweisen können – beispielsweise, wenn der Akku des Smartphones leer ist. In diesen Fällen wären die Kundinnen und Kunden auf die Kulanz des KVV und die Möglichkeit angewiesen, das „Homezone“-Abo später nachzuweisen.

Wer dann mit einer Fahrt doch seine „Homezone“ verlassen sollte, kann eine „Luftlinie“ hinzubuchen. Dieser neue Tarif steht auch für Kunden, die die „Homezone“ nicht nutzen, zur Verfügung.

Auch die „Luftlinie“ bricht das Waben-Modell auf. Bei Fahrtantritt wischt der Nutzer in der App auf „Start“, ebenso kann er die Fahrt mit einem Wisch beenden. Die App errechnet automatisch die Luftlinie der gefahrenen Strecke. Zu 1,40 Euro Grundpreis kommen 22 Cent pro gefahrenen Kilometer. Weiterhin gilt laut KVV der Bahnkarten-Rabatt von 25 Prozent.

Weitere Idee: Auch Homeoffice soll berücksichtigt werden

Auch hier das Beispiel Ettlingen-Stadt nach Rüppurr: Drei Waben, bislang sind es 3,80 Euro. Mit dem Luftlinien-Tarif sind es 2,06 Euro. Wer das „Auschecken“ am Ende seiner Fahrt vergisst, zahlt maximal den Preis für sieben Waben.

„Wir arbeiten schon an den nächsten Ideen“, sagt Pischon. So könne ein rabattierter Preis für Kinder der nächste Schritt sein. Ebenso wolle man das Homeoffice berücksichtigen und einen Tarif anbieten, der Fahrten an zwei bis drei Tagen pro Woche berücksichtigt.

Die beiden neuen Tarife sind in der App „regiomove“ ab 12. Dezember freigeschaltet. Einen Tag nach dem die ersten Kunden im neuen Tunnel der Kombilösung unter der Kaiserstraße in Karlsruhe fahren durften. Schon jetzt können sich Fahrende laut KVV in den Kundenzentren informieren, ob sich die neuen Tarife für sie lohnen. Auch seien Schulungen im Umgang mit der App für Interessierte geplant, teilt der Verband mit.

Das wabenbasierte Kartenangebot bleibt erhalten.
Alexander Pischon, KVV-Geschäftsführer

Kritik gab es von Bus- und Bahnfahrenden zuletzt daran, dass die beiden neuen Tarife nur digital verfügbar sind. Auch BNN-Leserinnen und –Leser äußerten die Sorge, der KVV setze nur noch auf digitale Angebote. Pischon hat die Kritik wahrgenommen, wie er betont. Er versichert: „Das wabenbasierte Kartenangebot bleibt erhalten.“

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