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Sommerfest der Schausteller

Susanne Filder vom Schaustellerverband Karlsruhe: „Wir sind Lebens- und Überlebenskünstler“

Schaustellerin Susanne Filder ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Sommerfests auf dem Messplatz.

Freut sich auf Weihnachten: An diesem Montag öffnet Susanne Filder nochmals ihre Bude auf dem Friedrichsplatz, dann ist erst mal Pause. Foto: Jörg Donecker

Vor einer Woche wurde das Sommerfest der Schausteller eröffnet. Seither herrscht auf dem Karlsruher Messplatz jeden Tag reger Betrieb.

Noch bis zum kommenden Sonntag können die großen und kleinen Besucher durch die Budenstadt schlendern, Boxauto oder Riesenrad fahren und sich anschließend eine Waffel oder eine Bratwurst schmecken lassen.

Für die Schausteller endete mit dem Sommerfest eine mehrmonatige Durststrecke ohne Volksfeste.

Im Montagsinterview mit BNN-Redakteur Ekart Kinkel zieht Schaustellerin Susanne Filder eine Halbzeitbilanz. Außerdem gibt die Vorsitzende des Schaustellerverbands einen Ausblick auf die nächsten Feste.

Liebe Frau Filder, wie fühlt es sich an, wieder auf dem Messplatz zu stehen?
Filder

Es ist so schön, dass man es kaum in Worte fassen kann. Die Schaustellerei ist einfach ein Lebensgefühl. Nun haben wir zumindest halbwegs unser Leben zurück und sind einfach nur froh, dass wir wieder raus zu den Leuten dürfen. Und auch die Besucher des Sommerfests sind froh, dass wir wieder hier sind.

Wie sieht Ihre Halbzeitbilanz aus? Sind Sie zufrieden mit den Besucherzahlen?
Filder

Wir sind sogar sehr zufrieden. Denn anfangs wusste niemand, was uns erwarten wird. Normalerweise haben wir in Karlsruhe drei große Veranstaltungen auf dem Messplatz im Frühjahr und im Herbst. Dieses Fest findet aber in den Sommerferien statt, wo viele Leute im Urlaub sind. Deshalb hatten wir doch ein wenig Bauchweh. Aber es sind offenbar auch viele Leute dageblieben?

Und wie reagieren die Besucher auf euer Angebot?
Filder

Die Leute sind froh, dass sie sich hier auf dem Messplatz frei bewegen können. Eine Maske muss man nur beim Anstehen und in den Fahrgeschäften tragen.

In der Gastronomie suchten sich viele Leute während der Corona-Krise andere Jobs. Sind den Schaustellern ebenfalls Leute weggebrochen?
Filder

Auf jeden Fall. Einige Schausteller können am Sommerfest nicht mitmachen, weil sie kein Personal fanden. Viele Schausteller arbeiten nämlich mit Leuten aus dem Ostblock zusammen. Und für die lohnt sich wegen zwei Wochen die Anreise nicht.

Bleibt das Sommerfest das einzige Volksfest in diesem Jahr oder geht es nach den Ferien weiter?
Filder

Das Marktamt plant derzeit die traditionelle Herbstmess’. Für uns ist das ein klares Zeichen, dass es irgendwie weitergeht. Auch der Christkindlesmarkt wird bereits vorbereitet. Nun hoffen wir, dass das während der Pandemie auch möglich ist. Die Stadt hat uns aber bislang gut unterstützt, wir dürfen unsere Stände schließlich auf jeden Fall bis Ende Dezember in der Innenstadt aufstellen.

Ihre Branche war von der Corona-Pandemie mit am schwersten betroffen. Wie kommen die Schausteller mit dieser Extremsituation zurecht?
Filder

Wir sind eben Lebens- und Überlebenskünstler (lacht). Viele Kollegen haben sich während der Lockdowns auch anderweitig über Wasser gehalten, sind Transporte gefahren oder haben Reparaturen übernommen. Die Soforthilfe hat auch geholfen. Aber das Geld reicht nur, um die Betriebe irgendwie am Leben zu halten. Deshalb ist es wichtig, dass wir nun wieder auf unserem angestammten Platz arbeiten dürfen.

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