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Gewalttat blieb beinahe unbemerkt

Sohn soll seinen 82-jährigen Vater in der Karlsruher Innenstadt getötet haben

Gewalttat in der Karlsruher Innenstadt: Ein 53 Jahre alter Italiener hat mutmaßlich seinen 82 Jahre alten Vater getötet. Die Tat wäre beinahe unentdeckt geblieben. Erst das Geständnis des Sohnes nach einem Suizidversuch brachte die Polizei auf die Spur der Tat.

Einsatz: In der Karlsruher Innenstadt hat ein 53 Jahre alter Italiener mutmaßlich seinen Vater getötet. Foto: Carsten Rehder/dpa

Ein 82 Jahre alter Italiener ist in der Karlsruher Innenstadt gewaltsam zu Tode gekommen. Als mutmaßlichen Täter nahm die Polizei den 53 Jahre alten Sohn des Witwers fest. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft.

Die Gewalttat ereignete sich nach den Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft bereits am Mittwoch, 27. Januar. Ein weiterer Sohn des Witwers hatte mehrmals vergeblich versucht, seinen Vater telefonisch zu erreichen. Weil er sich Sorgen um den Senior machte, informierte er die Polizei. Als die Beamten die Wohnung in der Folge gewaltsam öffneten, fanden sie den Leichnam des älteren Herrn.

Eine erste noch in der Wohnung stattgefundene Leichenschau erbrachte zunächst keine Hinweise auf ein Fremdverschulden am Tod des Mannes. Der Mediziner, der den Totenschein ausfüllte, ging von einer natürlichen Ursache für das Ableben des Mannes aus.

Das Blatt wendete sich jedoch zwei Tage später: Nach einem Suizidversuch fand man einen weiteren Sohn des 82-Jährigen leblos in der Wohnung. Dieser Sohn und sein verstorbener Vater hatten sich die Wohnung geteilt.

Überraschendes Geständnis

Rettungskräfte brachten den 53-jährigen Italiener ins Krankenhaus. Nachdem er dort behandelt worden war, gab der Mann überraschend an, zwei Tage zuvor seinen Vater getötet zu haben.

Bei weiteren Ermittlungen und Befragungen durch die Kriminalpolizei wiederholte er das Geständnis. Dem vorläufigen Obduktionsergebnis zufolge wurde der Tod des 82-Jährigen durch Gewalteinwirkung gegen den Hals verursacht. Ergebnisse einer genaueren Untersuchung des Leichnams stehen noch aus.

Nach Lage der Dinge könnte der mutmaßliche Täter den Senior erwürgt haben. Das Motiv für die mutmaßliche Gewalttat und die Frage, ob es möglicherweise zu einem Streit zwischen Vater und Sohn gekommen war, ist nun Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Der vom Haftrichter erlassene Haftbefehl gegen den 53-Jährigen lautet auf dringenden Tatverdacht des Totschlags, so die Staatsanwaltschaft Karlsruhe. Eine Hauptverhandlung vor dem Landgericht muss später klären, was sich am Tattag tatsächlich zugetragen hat – und ob es sich um Totschlag oder gar um Mord handelt.

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