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ADFC-Fahrradklimatest

Stutensee bekommt gute Radfahrer-Bewertung, Pfinztal und Walzbachtal im Mittelfeld

Premieren in der Region: Mit der Vorstellung des Fahrradklima-Tests des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) am Dienstag in Berlin wurden zum ersten Mal auch Stutensee, Pfinztal und Walzbachtal in die Bewertung aufgenommen. Stutensee kam dabei gut weg.

Radfahren in der Region: Die Radler haben zum ersten Mal auch Stutensee, Pfinztal und Walzbachtal in den Fahrradklima-Test gehievt. Die Ergebnisse fallen recht unterschiedlich aus. Foto: Rake Hora

Für Städte zwischen 20.000 und 50.000 Einwohner erreichte Stutensee Platz 15, in Baden-Württemberg schneidet keine Kommune in dieser Größenordnung besser ab.

Planungen dürfen nicht an der Stadtgrenze enden
Klaus-Dieter Nauenburg, ADFC Kreis Karlsruhe

In der Gruppe der Gemeinden unter 20.000 Einwohner landet Pfinztal auf Platz 184 von 418, Walzbachtal steht in derselben Gruppe auf Platz 212. Das Test-Ergebnis auf einer Skala von eins bis sechs ist das Resultat von Befragungen, die der ADFC im vergangenen Herbst vorgenommen hat. Hier ein Blick auf die drei Gemeinden und ihre Stärken und Schwächen in der Auswertung.

Stutensee

Für Städte zwischen 20.000 und 50.000 Einwohner ist Stutensee der Primus im Ländle. Bundesweit landet Stutensee mit der Gesamtbewertung 3,26 auf Platz 15, in Baden-Württemberg ist keine vergleichbare Stadt besser. Die Bestbewertung von 2,1 gab es für die Erreichbarkeit des Stadtzentrums und das zügige Radfahren.

Die schlechteste Note gibt es mit 4,4 bei der Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen und beim Angebot von öffentlichen Rädern. Oberbürgermeisterin Petra Becker (parteilos) sieht in der guten Platzierung eine Bestätigung konsequenter Arbeit: „Wir freuen uns außerordentlich über dieses herausragende Ergebnis. Die Förderung umweltbewusster, nachhaltiger und klimafreundlicher Mobilitätsmodelle und damit insbesondere des Radverkehrs ist mir ganz persönlich eine Herzensangelegenheit.“ Die Bedürfnisse der Radler seien in Stutensee evaluiert und entsprechend umgesetzt worden. Gleichwohl wisse man, dass noch viel zu tun sei.

Walzbachtal

Die Gemeinde platzierte sich bei ihrer Premiere mit einer Bewertung von 3,87 auf Rang 212 von 418. Die beste Benotung erhielt Walzbachtal von den insgesamt 60 Teilnehmern an der Umfrage bei der Erreichbarkeit des Ortszentrums mit 2,3. Auch bei den Konflikten mit Fußgängern schnitt man in Walzbachtal mit 3,0 vergleichsweise gut ab. Als besonders kritisch sahen die Umfrageteilnehmer den Winterdienst auf Radwegen, bei dem Walzbachtal die Bewertung 4,8 erhielt. Die schlechteste Bewertung von 5,5 gab es für die Verfügbarkeit öffentlicher Fahrräder.

Im Gespräch mit dieser Zeitung geht Bürgermeister Timur Özcan (SPD) offen mit dem Abschneiden seiner Gemeinde um. „Für uns bringt diese Umfrage unter anderem die Erkenntnis, wie viel Potenzial wir noch bei der Umsetzung von Maßnahmen für den Radverkehr haben.“ Der Radverkehr habe in Walzbachtal einen hohen Stellenwert. Das sei auch bereits auf dem Walzbachtaler Mobilitätsforum diskutiert worden. „Daraus haben wir viele Impulse mitnehmen können, die wir weiterentwickeln“, so der Bürgermeister. Auch aktuell arbeite man an Verbesserungen. Als Beispiel nannte Özcan die erst jüngst aufgestellten Radständer in der Jöhlinger Straße.

Pfinztal

Die Verbandsgemeinde erreichte bei der erstmaligen Auflistung im Fahrrad-Klimatest mit der Bewertung 3,81 den 184. Platz von 418. Die beste Bewertung steht bei 2,6 in der Kategorie „Geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung“. Mit 2,7 wurde die Erreichbarkeit des Stadtzentrums bewertet. Das Durchschnittsergebnis nach unten zog unter anderem die Bewertung für die Verfügbarkeit öffentlicher Räder mit 5,2. Bei den fehlenden Kontrollen von Falschparkern vergaben die Umfrageteilnehmer die Bewertung von 4,9. Bis Redaktionsschluss lag noch kein Kommentar der Gemeindeverwaltung zum Ergebnis vor.

Im Gespräch mit dieser Zeitung betont Klaus-Dieter Nauenburg vom ADFC Kreis Karlsruhe, dass nicht nur die reinen Zahlen eine Rolle spielen, gerade in der Nachbarschaft zu Karlsruhe: „Planungen dürfen nicht an der Stadtgrenze enden. Was in Karlsruhe beschlossen wird, hat auch Auswirkungen auf die Nachbargemeinden.“ So sieht er den ADFC-Fahrradklima-Test auch als Möglichkeit, um als Verein mit den Gemeinden ins Gespräch zu kommen, so dass attraktive Lösungen für den Radverkehr geschaffen werden können. „Schon jetzt pendeln viele Arbeitnehmer beispielsweise aus Pfinztal täglich nach Karlsruhe. Und immer mehr Menschen steigen um auf das Fahrrad.“

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