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Einsätze mit vielen Helfern sind keine Option

Corona schmälert die Arbeitskraft: So machen Vereine aus der Region ihre Anlagen winterfest

Wo üblicherweise ganze Gruppen von Vereinsmitgliedern und ehrenamtlichen Helfern Hand anlegen, um Vereinsanlagen vom Laub zu befreien und winterfest zu machen, können in der Zeit der Pandemie immer nur Einzelne zu unterschiedlichen Zeiten mit ganz viel Abstand werkeln.

Unmengen an Blättern: Im Vogelpark in Leopoldshafen hat Corona die große Laubaktion verhindert. Jetzt räumen einzelne Helfer statt sonst 20 oder mehr das gefallene Laub von Wegen und Rasen. Karin Fritz ist ehrenamtlich dabei, Dariusz Klimczak ist vom Verein als Mitarbeiter angestellt. Foto: Dietrich Hendel

Die Wege liegen voller Laub. Auf den Bootsstegen der Segelvereine oder Surfer, in den Vogel- und Tierparks, bei Kleintierzüchtern und auf den Anlagen der Sportvereine. Wie lösen die Verantwortlichen das Problem, angesichts Corona-Regeln und teilweisem Lockdown, ihre Areale in Schuss zu halten und rechtzeitig winterfest zu machen?

Wir müssen einiges liegen lassen und ins Frühjahr verschieben.
Erhard Schröder, Vorsitzender Anglerverein Liedolsheim

„Wir haben alle Arbeitseinsätze abgesagt“, berichtet Erhard Schröder, Vorsitzender beim Anglerverein in Liedolsheim. „Im November hatten wir zwei Einsätze geplant, um Büsche zurückzuschneiden und unsere Uferabschnitte am Baggersee frei zu räumen.“

20 bis 30 Helfer seien da, wenn die vier bis fünf Einsätze des Jahres zu erledigen seien, denn bei den Arbeiten brauche es die Kraft vieler Helfer. Im Lockdown gehe das nicht. „Wir müssen einiges liegen lassen und ins Frühjahr verschieben“, meint Schröder.

Bei den Fischerkollegen in Hochstetten ist über die Internetseite geregelt, wie die Helfer zum Einsatz kommen. Die Arbeiten werden genau geplant, die Anzahl der beteiligten Personen ist begrenzt, und eingeteilt werden sie nach Anmeldung.

Arbeiten in Kalender aufgelistet

„Üblicherweise haben wir nach Ende der Saison mit unseren Mitgliedern, abgestimmt mit dem Termin der Gemeinde-Putzete, einen Arbeitseinsatz mit etwa 40 Mitgliedern angesetzt“, erzählt Ralf Buschmann, Vorsitzender der Stehseglergemeinschaft Leopoldshafen (SSGL).

Dieses Jahr sei man wegen Corona einen anderen Weg gegangen: „Wir haben alle Arbeiten, die das Jahr über anfallen, in einem Kalender verzeichnet, und die Mitglieder haben die Punkte abgearbeitet“, erläutert Buschmann. Abgestimmt hätten sie sich in einer WhatsApp-Gruppe. „Das hat toll funktioniert. Die Mitglieder haben sich gegenseitig motiviert, und die Arbeitszeiten waren sehr flexibel.“

Laubaktion wurde abgeblasen

„Bei uns im Vogelpark ist die Anzahl der Helfer wegen Corona geringer geworden“, berichtet Arnold Koch, Vorsitzender der Vogelfreunde in Leopoldshafen, deren Park derzeit geschlossen ist. „Die älteren Helfer, zum Teil über 80 Jahre alt, bleiben teilweise aus.“

Die Seniorengruppe habe sich etwa halbiert. Mit einem Dutzend Leuten, die mit anfassen, kann Koch aber rechnen. „Für den letzten Samstag im November hatten wir unsere Laubaktion geplant. Die mussten wir absagen.“ Da kämen immer viele Helfer. Und die Jugendlichen der Gemeindefeuerwehr hätten sonst die Teiche entschlammt, die Fische rausgefangen und wieder ins frische Nass eingesetzt, nachdem die Teiche gereinigt gewesen seien, erzählt Koch. „Vielleicht können wir die Teiche im Dezember reinigen, wenn der Lockdown vorüber ist.“

Nur einer von zwei Plätzen in der Tennishalle darf bespielt werden

„Die Tennisplätze winterfest zu machen, ist kein Problem. Das funktioniert sogar unter Corona-Bedingungen gut“, berichtet Hartmut Trumpf, Vorsitzender beim TSV Jöhlingen. „Die Helfer unserer Tennisabteilung, die ziemlich selbstständig agiert, sind beim Ab- und Aufräumen der Tennisplätze paarweise an der frischen Luft im Einsatz.

Die Netze sind schon weg: Bei der TSV-Tennisabteilung in Jöhlingen wurden die Plätze paarweise und corona-konform winterfest gemacht. Das Grünzeug wird noch wggefahren. Foto: Rake Hora

Die Netze und Windtücher werden unter strenger Einhaltung der Corona-Regeln abgeräumt.“ Die Abstände gelängen leicht, weil jeder an einer anderen Ecke anfasse. „Den Grünschnitt an Hecken und Rasen um die Plätze erledigen einzelne Helfer.“ Schwieriger sei es in der Tennishalle. Denn dort dürften nach aktuellem Corona-Sachstand nur auf einem Platz zwei Spieler im Einzel antreten.

„Unser zweiter Platz muss frei bleiben“, kritisiert Trumpf, obwohl reichlich Abstand vorhanden sei. Doppel zu spielen, was im Winter sehr gefragt sei, erlaube die Corona-Regel derzeit nur für vier Personen aus höchstens zwei Haushalten.

„Corona beeinflusst uns nicht“, sagt Johannes Büsing, Vorsitzender der DLRG Nordhardt: „Wir haben drei Fahrzeuge und zwei Boote, die das Jahr über in der Garage stehen.“ Und die für einen Einsatz bereitgehalten werden müssen.

„Wir müssen in der kalten Jahreszeit darauf achten, dass der Sprit in den Tanks der Motorboote nicht zerfällt. Dafür muss im Winter ein Benzinstabilisator beigemischt werden“, erklärt Büsing. Die Fahrzeuge, darunter der Notfallhilfe-Kombi, seien entweder mit Allwetterreifen ausgerüstet, oder es würden Winterreifen montiert.

Bei uns sind meistens nur drei oder vier Helfer beschäftigt.
Andreas Hruschka, Vorsitzender KTZV C182 Söllingen

„Wir sind nur noch fünf Aktive“, berichtet Andreas Hruschka, Vorsitzender des Kleintierzuchtvereins C182 Söllingen. „Unser Vereinsgelände ist weitläufig, und meistens sind ohnehin nur drei oder vier Helfer beschäftigt.“ Da werde eben die Arbeit großflächig mit viel Abstand zugeteilt. Kontakte würden vermieden, weil die Anlage derzeit geschlossen sei.

„Einer macht den Rückschnitt bei Hecken und Büschen, ein anderer lädt das Grünzeug auf den Anhänger, und der Dritte transportiert es ab.“ Und außerdem würden Mund-Nase-Bedeckungen getragen: „Kein wirkliches Problem für uns.“

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