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Diebstahl dreier Schwäne bleibt ungesühnt

Liedolsheimer Landfrauen unterstützen Vogelpark bei der Anschaffung eines Wasservogelpaars

Unbekannte Diebe haben die drei schwarzen Schwäne im Liedolsheimer Vogelpark samt eines Königsfasanenpars gestohlen. Die Polizei fand die Täter nicht. Der Verlust wird von Parkbesuchern sehr bedauert. Mit einer Spende der örtlichen Landfrauen wurde ein junges Paar als Ersatz beschafft, das prächtig gedeiht.

Basarerlös verschenkt: Die Liedolsheimer Landfrauen unterstützen den Vogelpark, ein Paar schwarzer Schwäne anzuschaffen (von links Monika Zimmermann, Landfrauen, Bürgermeisterin Ute Göbelbecker, Ingrid Beele , Landfrauenchefin, Rudi Roth, Vorsitzender Natur- und Vogelfreunde). Foto: Dietrich Hendel

Im Vogelpark in Liedolsheim sind drei seltene Exemplare der Spezies Schwimmvögel, die man beinahe ausschließlich weiß kennt, urplötzlich verschwunden: drei schwarze Schwäne.

„Es war in der Nacht zum 1. Mai“, erinnert sich Rudi Roth, Vorsitzender der Natur- und Vogelfreunde Liedolsheim, denen das Freizeitareal mit etwa 250 Tieren gehört. Am Maifeiertag sei er informiert worden, dass die Wasservögel verschwunden seien.

„Wir haben angenommen, sie hätten sich ins Gebüsch zurückgezogen, und als wir sie nicht gefunden haben, glaubten wir an einen üblen Scherz“, so Roth. Die Natur- und Vogelfreunde Liedolsheim erstatteten Anzeige.

Königsfasanenpärchen wurde ebenfalls gestohlen

In der BNN-Hardtausgabe wurde vermeldet, dass der Vogelpark den Diebstahl der drei schwarzen Schwäne beklagt und zugleich ein Pärchen Königsfasanen vermisst. Die polizeiliche Ermittlung blieb ergebnislos. Niemand weiß, ob die Tiere in der Pfanne gelandet sind: „Schwäne sind nicht zum Verzehr geeignet“, meint Roth, doch Bürgermeisterin Ute Göbelbecker erzählt von einem alten Kochbuch, in dem ein Rezept zu gebratenem Schwan steht.

Nicht nur für den Verein, auch für die regelmäßigen Besucher war dieser Diebstahl dreist: „Unerhört“, nennt Monika Zimmermann, die Schriftführerin des örtlichen Landfrauenvereins, den Vorfall. „Als ich noch kleine Enkel hatte, war ich mit ihnen oft im Vogelpark“, erzählt sie.

Ersatz für den Vogelpark: Das junge Schwanenpaar fühlt sich in Liedolsheim wohl und gedeiht prächtig. Foto: Dietrich Hendel

Franco Gucinella besucht mit seinem sechsjährigen Sohn die großen grünen Vögel nahe beim Eingang. Eine Blau- und eine Gelbstirn-Amazone, erklärt Roth. „Wir kommen oft hierher“, sagt der junge Vater: „Mattia mag die bunten Vögel sehr.“ Auch die junge Mutter, die mit ihrer zweijährigen Tochter durch den Park schlendert, kommt regelmäßig: „Dieser Diebstahl war eine Frechheit“, meint sie. Dafür fehle ihr jedes Verständnis. „Für uns ist dieser schöne Park ein kleiner Zoo. Meine Tochter freut sich immer, wenn wir die Vögel besuchen.“

Auch die Bürgermeisterin schüttelt nur den Kopf wegen des Diebstahls. Der Vogelpark sei ein feines, Corona konformes Naherholungsgebiet. „Wir waren oft hier, als die Kinder klein waren“, sagt sie.

Wir haben uns entschlossen, den Vogelpark zu unterstützen.
Ingrid Beele, Landfrauenverein

Der Verlust schadete dem Vogelpark auch wirtschaftlich: „Wir haben ein Pärchen junger schwarzer Schwäne für 250 Euro angeschafft“, berichtet Roth. Ein anderer Vogelpark hatte ein junges Paar übrig. „Die Fasanen sind sehr teurer, da kostet ein Paar 400 Euro“, sagt der Vereinschef. Zurzeit seien Königsfasanen aber nicht zu haben.

Einzelhandel spendet Futter

„Wir haben uns entschlossen, den Vogelpark zu unterstützen“, sagt Ingrid Beele, Vorsitzende des Landfrauenvereins. Das Geld, das beim Weihnachtsbasar erwirtschaftet wird, verwende der Verein üblicherweise karitativ, berichtet Beele, als sie Roth die Spende übergibt. Die nächste Gabe der Landfrauen sei in Arbeit, kündigt sie an: Sitzbänke aus Holz für den Baggersee.

„Wir sind auf Spenden angewiesen, gerade in der Corona-Zeit“, informiert Roth. Der Verein bekomme Obst und Gemüse vom örtlichen Einkaufsmarkt als Futter, ein Bäcker gebe altes Brot ab. Unterdessen richtet Thomas Seith, Kassierer im Verein, Salatblätter, Apfelschnitze Nüsse, Granatapfelkerne und Trauben zusammen, die an die Vögel verfüttert werden.

Die Fasanen sind sehr teuer, da kostet ein Paar 400 Euro.
Rudi Roth, Vorsitzender der Natur- und Vogelfreunde

Manchmal gibt es Banane und Melone. Mit Kurt Kutterer, dem stellvertretenden Vorsitzenden, wechselt er sich als Futtermeister ab. Berno Stark, der in der Nachbarschaft wohnt, kommt per Fahrrad an und übergibt eine Tüte mit Obst und Gemüse: „Wir werfen nichts weg, was man noch verfüttern kann“, sagt der Mann, der sich als langjähriger BNN-Leser vorstellt.

Auf dem kleinen Wasserlauf im Vogelparkt fühlt sich das neue Schwanenpaar sichtlich wohl. Und ziemlich gewachsen sind die beiden Exemplare ebenfalls, seit sie in Liedolsheim ihren neuen Wohnsitz bezogen haben. Vielleicht wird ja nächstes Jahr aus den beiden eine Familie…

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