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Vier Wochen gesperrt

Wegen Bauarbeiten fährt in Leopoldshafen keine Fähre

Wer als Pendler auf die Fähre zwischen Leopoldshafen und Leimersheim angewiesen ist, muss auf eine Alternative zurückgreifen. Wegen Arbeiten am Hochwasserdamm wird der Betrieb fast vier Wochen eingestellt.

Betrieb wird eingestellt: Die Fähre „Peter Pan“ verkehrt am Montag und voraussichtlich bis zum 30. Oktober wegen der Bauarbeiten am Leopoldshafener Hochwasserdamm nicht. Foto: Rüdiger Homberg

Von Rüdiger Homberg

Die drei Pfälzer Radfahrer, die gerade mit der Fähre „Peter Pan“ in Leopoldshafen angekommen sind, wollen die Gelegenheit noch einmal nutzen, ein hausgebrautes Bier auf der badischen Rheinseite zu genießen. Denn ab Montag können sie das für vier Wochen nicht mehr.

Dann ist der Fährbetrieb eingestellt, weil am Hochwasserdamm gebaut wird und die Zufahrtsstraße bis voraussichtlich zum 30. Oktober gesperrt ist. Die drei begnügen sich in der Zeit mit den Produkten einer Hausbrauerei auf ihrer linken, pfälzischen Rheinseite. Sie meinen, vier Wochen, das sei schon eine ziemlich lange Zeit und vor allem für Pendler doch ein großes Problem.

Der Kapitän, der am Dienstag die „Peter Pan“ fährt, steht nur zur Aushilfe auf der Brücke der Fähre zwischen Leimersheim und Leopoldshafen und möchte sich nicht dazu äußern, dass der Betrieb während fast des gesamten Monats Oktober eingestellt sein wird. Zumal, wie Spaziergänger Elmar Diefenbacher aus Leopoldshafen unkt, solche Bauwerke ja manchmal auch länger dauern als zunächst einmal vorgesehen.

Er hofft freilich, dass die Bauleute die angegebenen Zeiten einhalten. Aber ansonsten haben er und seine Frau ja auch jede Menge anderer Gelegenheiten, rund um ihren Wohnort spazieren zu gehen. Er kann schließlich mit der Sperrzeit leben. Immerhin sei die Zufahrt in früheren Jahren während der gesamten kalten Jahreszeit gesperrt gewesen. Da habe sich auch so gut wie niemand beschwert

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Kann mit der Baustelle leben: Spaziergänger Elmar Diefenbacher ist sich nicht wirklich sicher, dass die Arbeiten am Leopoldshafener Hochwasserdamm tatsächlich bis zum 30. Oktober erledigt sein werden. Foto: Rüdiger Homberg

Die Bauleute, die die Arbeiten vornehmen und mit ihren schweren Maschinen bereits rechts und links des Damms aufgefahren sind, versichern, dass sie die Bauzeit einhalten werden. Es sei denn, es regnet wie aus Kübeln, wenn sie die Überfahrt asphaltieren wollen. Allenfalls dann könnte es zu Verzögerungen kommen, wie Polier Marco Bellemann von der ausführenden Firma aus Leimen versichert.

Ob es Sinn macht, die Dammscharte für immer zu schließen und stattdessen eine dauerhafte Überfahrt zu bauen, ist sich Daniel Krause nicht so recht sicher. Der 35-Jährige betreibt mit seinem Geschäftspartner Stephan Rilke das Restaurant Rheinblick direkt am Fähranleger. Näher will er sich dazu aber nicht äußern, er sei ja kein Baufachmann. Er ist aber zufrieden damit, dass die Ausgleichszahlung, die er bekommt, die Kosten deckt.

Kirschbäume herausgerissen und Froschtümpel zugeschüttet

Wohingegen Anwohnerin Gila Borcherding kein gutes Haar an den Arbeiten lässt. Sie verweist etwa auf die vielen jetzt schon herausgerissenen Kirschbäume, die im Frühjahr so schön geblüht und später wunderbare Früchte getragen hätten. Oder auf den Froschtümpel, der nahe des Damms einfach zugeschüttet worden sei. Eines weiteres ihrer Gegenargumente: „Der Damm kann dann auch bei Hochwasser überfahren werden“, etwa mit Horden von Motorradfahrern. Die auch jetzt schon abends die Ruhe störten. Aber während der Bauarbeiten werde es wohl den ganzen Tag so ruhig sein wie sie es früher gekannt habe, als die Zufahrt im Winter eben nicht möglich war und die Fähre ihren Betrieb eingestellt habe. Sie ist die einzige Bewohnerin am Fähranleger. Die ehemalige Entwicklungshelferin wohnt seit 26 Jahren in dem Häuschen am Rheinufer, das ihr „Traumhaus“ sei.

In früheren Zeiten stellten die vielen Wohnmobile am Spazierweg ein Problem dar. Am Dienstagnachmittag standen noch drei dort, die wohl bis zum Wochenende die Aufforderung erhalten werden, wegzufahren. Sonst stehen sie vier Wochen dort und können den Ort höchstens auf illegalen Wegen verlassen.

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