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Wer soll ins Kanzleramt?

Kanzlerkandidatur bei CDU und Grünen: Das sind die Favoriten in der Hardt

Grüne und CDU wollen einen Kanzlerkandidaten aufstellen. Wer es wird, ist noch unklar. Auch die Kommunalpolitiker aus der Hardt sind unentschlossen, wer das Rennen machen sollte.

Armin Laschet (l) und Markus Söder: Wird einer der beiden Kanzlerkandidat der Union für die Bundestagswahl im September? CDU-Politiker aus der Hardt sehen Söder vorne. Foto: Guido Kirchner/dpa

Söder oder Laschet? Baerbock oder Habeck? Im Ringen um die Kanzlerkandidatur bei CDU/CSU und Grünen wird mit Spannung eine Entscheidung erwartet.

Zwischen Annalena Baerbock und Robert Habeck soll sie am 19. April verkündet werden. Bei den Christdemokraten ist der Termin noch offen. Die Umfragewerte sprechen derzeit für den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Was sagt die Basis in der Region: Welche Kanzlerkandidaten wünscht sie sich?

„Die besten Chancen hat Markus Söder“, sagt Ansgar Mayr, frisch gewählter CDU-Landtagsabgeordneter aus Stutensee. Der Bayer liege in den Umfragen vorne und habe eine „enorme Transformation“ hingelegt.

„Er hat die CSU grüner gemacht“, findet Mayr. In der Corona-Pandemie habe Söder „Verantwortung übernommen und eine konsequente Linie durchgezogen“. Allerdings stelle sich die Frage, „ob er auch bei den Wählern im Norden punkten kann“.

CDU-Politiker aus der Hardt sehen Söder vorne

Auch Frank Hörter sieht Söder im Rennen um die Kanzlerkandidatur vorne. „Die Stimmung an der Basis spricht für ihn“, berichtet der Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Pfinztal.

Er halte allerdings auch den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) für kompetent. „Laschet hat derzeit einen schwierigen Stand, weil er als Vorsitzender die Partei einen muss“, sagt Hörter.

Die Entwicklung bei den Grünen beobachtet er gespannt. „Robert Habeck drückt sich in vielen Talkshows sehr komplex aus“, hat er beobachtet, „Annalena Baerbock wirkt auf mich klarer.“

Söder ist erfahren und bewegt viel.
Marc Mehler, Vorsitzender der CDU-Fraktion in Eggenstein-Leopoldshafen.

„Söder ist politisch stärker“, sagt auch Marc Mehler, Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion in Eggenstein-Leopoldshafen. Den jüngsten bayerischen Vorstoß bei der Impfstoffbeschaffung sieht er positiv.

„Eigentlich war Söder nicht dafür zuständig, aber er hat dazu beigetragen, dass sich nun auch der Bund mit Sputnik beschäftigt“, so Mehler. Der Freistaat war unlängst nach vorne geprescht und hatte einen Vorvertrag für den Erhalt des russischen Impfstoffs vereinbart.

„Söder ist erfahren und bewegt viel“, findet Mehler. Er habe sich bundesweit einen Namen gemacht und verfolge eine klare Linie: „Er ist verlässlich.“

Unentschlossenheit dagegen bei den Grünen. „Ich traue es beiden zu“, sagt Andrea Schwarz mit Blick auf Robert Habeck und Annalena Baerbock. Die Grünen-Landtagsabgeordnete aus Bretten hält beide Anwärter für „hervorragende Politiker“.

Sie könne sich allerdings durchaus vorstellen, dass jetzt die Zeit für eine Frau reif ist. Für die Union findet Schwarz deutliche Worte: Die Christdemokraten hätten die „Wahl zwischen Pest und Cholera“. Sie traue beiden Kandidaten „nicht zu, die Zukunft zu meistern“.

Grüne aus der Hardt sind unentschlossen

Auch Ludwig Streib, Vorsitzender des Grünen-Ortsverbands in Stutensee, hat bei seiner Partei keinen klaren Favoriten ausgemacht. „Beide sind gut“, ist Streib überzeugt, fügt aber an: „Vielleicht wäre es gut, wenn sich die Grünen für eine Frau entscheiden.“

Nach seiner Auffassung sitzen im Bundestag zu wenige weibliche Abgeordnete. Streib ist unschlüssig, wer das Rennen letztlich machen wird. „Noch vor einigen Monaten hätte ich auf Habeck getippt, jetzt ist die Lage ausgeglichen.“

Er findet allerdings, „dass Baerbock in ihrem Auftreten manchmal klarer ist.“ Die Unions-Kandidaten überzeugten ihn beide nicht, sagt der Grünen-Vorsitzende. „Wenn man die Umfragewerte sieht, ist Laschet wohl leichter zu schlagen.“

Edelbert Rothweiler ist ein Grünen-Urgestein in der Region. Über viele Jahre leitete er den Pfinztaler Ortsverband und stand auch der Kreistagsfraktion vor. Er bringt, halbernst, einen gewagten Vorschlag ins Spiel: „Eine Doppelspitze wäre überraschend“, sagt er schmunzelnd, „warum nicht?“

Rothweiler sieht ein enges Rennen zwischen Baerbock und Habeck. „Beide sind gut, ich wollte das nicht entscheiden.“ Einen Lieblingsgegner bei der Union hat er dagegen bereits ausgemacht. „Aus taktischen Gründen Söder, den wählt nördlich der Main-Linie keiner.“

Baerbock wird es, zu 100 Prozent. Davon geht in Berlin jeder aus.
Christian Jung, FDP-Bundestagsabgeordneter

Der FDP-Bundestagsabgeordnete – und künftige Landtagsabgeordnete – Christian Jung sieht die offenen Personalfragen bei der Konkurrenz entspannt. „Aktuell gibt es wichtigere Themen“, verweist er auf die stockende Impfkampagne in der Corona-Pandemie.

Jung findet aber, „dass sich die CDU nicht von der CSU unterdrücken lassen sollte.“ CSU-Chef Markus Söder habe es „nicht einmal geschafft, Andreas Scheuer zum Rücktritt zu bewegen“.

Der CSU-Verkehrsminister steht wegen der Pannen bei der geplanten Einführung der Pkw-Maut in Deutschland seit Monaten in der Kritik. Bei den Grünen ist sich Jung sicher: „Baerbock wird es, zu 100 Prozent. Davon geht in Berlin jeder aus.“

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