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Gießarm statt Gießschlauch

Pflanzen haben Durst: Bauhöfe im Karlsruher Norden haben viel zu tun

„Man könnte Tag und Nacht fahren“, sagt Paul Wittemann, während er den Tank des Gießfahrzeugs auffüllt. Wittemann ist für die Bewässerung der Pflanzen in den Stadtteilen Blankenloch und Büchig zuständig - und mit der Gießkanne gießt er nicht.

In Eggenstein sorgt Peter Kaiser dafür, dass alle Blumen im Sommer Wasser bekommen. Foto: Foto: Nico Fischer

Im Sommer gibt es da für die Mitarbeiter des Bauhofes einiges zu tun. Nach circa acht Minuten ist der Tank mit dem Fassungsvermögen von rund 2000 Liter gefüllt und für die nächste „Spritztour“ einsatzbereit.

Oleanderbüsche werden jeden Tag gegossen

„Zum Gießen von Blumenkübeln wird nicht so viel Wasser verbraucht wie zum Beispiel bei größeren Flächen“. Je nachdem kann es sein, dass Wittemann den Tank an einem Tag fünf Mal oder mehr auffüllt. Jeden Tag gegossen werden die Oleanderbüsche auf dem Marktplatz in Höhe der evangelischen Kirche. Sonst werden alle zwei Tage die Blumenkübel und Beete gegossen sowie dazwischen die Bäume, hauptsächlich die frisch gepflanzten.

In Blankenloch: Paul Wittemann am Steuer. Foto: Nico Fischer

Für Bäume gibt es seit einigen Jahren ein besonderes Bewässerungssystem: um den Fuß wird ein Plastiksack angebracht, der rund 100 Liter Wasser fasst. Dieses System hat den Vorteil, dass das Wasser langsam in den Erdboden einsickern kann und nicht wie bei einem abrupten Gießen wegläuft.

Beim Gießen der Kübel und Bete kommt ein Gießarm zum Einsatz, der aus dem Führerhaus bedient werden kann. Die Düse, die vorne an dem Arm angebracht ist, hat in der Hitzezeit auch schon mal Postboten und Paketfahrer als Erfrischung gedient, wie Wittemann schmunzelnd schildert.

Das aktuelle Bewässerungsfahrzeug hat keine Klimaanlage, allerdings soll sich das mit der Anschaffung des neuen Fahrzeugs ändern. Grundsätzlich würde sich Wittemann freuen, wenn Privatpersonen im Sommer die Bäume und Blumenkästen in der Nähe ihrer Häuser gießen würden. Gleichzeitig fände er es auch gut, wenn die Autofahrer mehr Verständnis aufbringen würden und mit weniger Ungeduld auf das Gießfahrzeug vor ihnen reagieren würden.

Gießarm statt Gießschlauch

Gegossen wird auch am Samstag und an manchen Tagen fängt Wittemann früher an, um die anstehende Pensum zu erledigen. In Eggenstein-Leopoldshafen hat man in der ärgsten Hitze des Augustes große Geschütze aufgefahren: die Mitarbeiter des Bauhofes haben mithilfe eines Feuerwehrauto mit einem Tankvermögen von 2500 Litern gewässert.

Normalerweise kommt aber in Eggenstein ähnlich wie in Blankenloch ein Gießarm zum Einsatz, der das Wasser aus einem 1300 Liter fassenden Tank zieht. Für Michael Gutwein, Leiter des Bauhofs in Eggenstein, ist das sichere Arbeiten mit dem Gießarm ein zentraler Aspekt: „Vorher standen die Mitarbeitet mit dem Gießschlauch auf der Straße, das war gefährlich“.

Bedient wird der Gießarm von Peter Kaiser, der auch die Tücken kennt: „Erst muss der PC für die Steuerung ausgeschaltet werden, dann der Motor; sonst hängt sich der PC auf“. Mit dem Arm, der mithilfe eines Joysticks bedient wird, lässt sich ein Radius von sechs Metern wässern. Das praktische, so Kaiser ist, dass er den Tank des Fahrzeuges mithilfe eines Zwischenstücks an den Hydranten befüllen kann.

Für Kinder sei der Arm immer ein großer Spaß und auch so manche Privatperson hätte schon Interesse, das er vorbeikomme, so Kaiser augenzwinkernd. In Leopoldsafen ist Robert Redinger im Einsatz. Für den Ortsteil ist für nächstes Jahr ein solcher Gießarm beantragt. Im Moment ist ein 1.000-Liter-Fass mit angeschlossenem Wasserschlauch im Einsatz.

Auf dem Gießprogramm steht ebenfalls die Sommerbepflanzung in den Kübeln und Beeten. Manche Beete sind inzwischen mit mehrjährigen Stauden bepflanzt, die nicht so wasserbedürftig sind. „Wir müssen uns immer fragen, was wir noch leisten können“ sagt Redinger. Bei den Bäumen seien zum Beispiel die Amberbäume eher weniger trockenheitsempfindlich. Bei der Bewässerung der weiträumigen Friedhofsanlage unterstützen im Boden installierte Wassersprinkler, wie Redinger zeigt.

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