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Verwaltungen bleiben vorsichtig

Trotz sinkender Inzidenzen: Rathäuser im Karlsruher Norden setzen weiterhin auf Terminvergaben

Die Inzidenzzahlen sinken und es gibt immer mehr Öffnungen in allen Bereichen des täglichen Lebens. Doch die Rathäuser im Karlsruher Norden behalten die Terminvergabe weiter bei. Das ist für die Angestellten nicht unbedingt eine Erleichterung.

Gern genutzt: Der Aufsteller vor dem Haupteingang des Weingartener Rathauses enthält das für den Ort relevante Informationsmaterial. Foto: Marianne Lother

Trotz sinkender Inzidenz-Zahlen sind die Gemeinden mit einer Öffnung der Verwaltungsgebäude für Publikumsverkehr vorsichtig. „Die Öffnung des Rathauses ist noch nicht absehbar“, sagt Sandra Lang von der Gemeindeverwaltung Pfinztal. Sämtliche Bürgerdienste könnten zwar erbracht werden, aber die Anfragenden brauchen dazu einen Termin.

Je nach Auslastung des Bürgerbüros könne es dann bei der Terminvergabe zu Wartezeiten kommen. Ein Test zur Wahrnehmung des Termins sei nicht erforderlich. Die Leiterin des Weingartener Bürgerbüros, Gabriele Müller, berichtet, die Nachfrage nach behördlichen Dienstleistungen habe während der Pandemie nicht nachgelassen.

Terminvergabe bringt lange Warteschlangen

Ihrer Meinung nach bewirken die eingeschränkten Öffnungszeiten, die nur auf Terminvergabe wahrnehmbar sind, nicht unbedingt eine Erleichterung. Durch das Abstandsgebot seien nur zwei Besucher gleichzeitig zugelassen, was die Warteschlange in die Länge ziehe.

Die geforderte Terminvereinbarung erhöhe nicht nur das die Zahl der Telefonate deutlich, sondern auch die pro Besucher aufgewendete Zeit: Erst anrufen und dann persönlich vorsprechen. Dadurch, dass wegen des Abstandsgebots nicht alle Arbeitsplätze besetzt sind, seien die anwesenden Mitarbeiter nicht immer in der Lage, Schalter und Telefon gleichzeitig zu bedienen, was zu dem Missverständnis führe, das Telefon sei nicht besetzt.

Die überraschend rasch gesunkenen Inzidenz-Zahlen würden manche Bürger veranlassen, „noch schnell“ einen Ausweis für eine Auslandsreise zu beantragen, aber das gehe eben nicht schnell. „Mal eben kurz vorbeikommen“ sei einfach nicht möglich und die Besucher reagierten mit Unverständnis, wenn sie, obwohl kein anderer Besucher da ist, sie ohne Termin abgewiesen werden.

Aber die Gemeinde wolle den Bürgern entgegenkommen und habe die wichtigsten Broschüren in einem Aufsteller vor dem Haupteingang für jedermann auch von außen zugänglich gemacht. Das werde gut angenommen, an manchen Tagen müsse sie diese Informationsmaterialien zwei- bis dreimal nachfüllen.

Ist persönlicher Termin wirklich notwendig?

Die Gemeinde Graben-Neudorf bittet ihre Bürger zu prüfen, ob eine persönliche Vorsprache zwingend notwendig sei, oder ob sich die Angelegenheit auch telefonisch oder per E-Mail erledigen lasse. Seit 12. April können beantragte Leistungen wie umgetauschte Führerscheine, Ausweise und Pässe über die Außentreppe des Rathauses im ersten Obergeschoss abgeholt werden.

Dazu bedürfe es keiner Terminabsprache. Die Öffnungszeiten des Ausgabeschalters könnten der Homepage der Gemeinde entnommen werden. Rententermine und Termine zur Einbürgerung müssten telefonisch vereinbart werden, alle anderen Termine sollten über ein Kontaktformular gebucht werden.

„Seit Dienstag, 25. Mai, ist das Rathaus wieder zu den regulären Zeiten geöffnet“, sagt die Pressesprecherin der Gemeinde Linkenheim-Hochstetten, Katja Stieb. Aber auch dort werden die Besucher gebeten, vorab einen Termin zu vereinbaren, um Wartezeiten auf den Fluren zu vermeiden. Ansonsten sind telefonische Anfragen oder E-Mails das Medium der Wahl.

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