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Stimmung im Festzelt

Karlsruher Oktoberfest erfüllt jede Vorstellung - und alle Klischees

Draußen, auf dem Karlsruher Messplatz, sorgt Regenwetter für eine unfreundliche Nachtstimmung. Die Uhr zeigt 20.30 Uhr. Also rein ins Vergnügen! Es geht auf das Oktoberfest. Nach dem Security-Check beginnt das visuelle und unüberhörbare Spektakel. Mal schauen, was der Abend so bringt. Ums vorwegzunehmen: Das hier hat was.

Von wegen nur die Bayern können Oktoberfest. Im Festzelt auf dem Messplatz zeigten auch die Badener beim Karlsruher Oktoberfest, wo der Festhammer hängt. Foto: Müller
Von unserem Mitarbeiter Klaus Müller

Das Zelt misst 50 mal 30 Meter, berichtet Petra Noll, die mit ihrem Mann Bernd Noll das Oktoberfest in die badische Metropole gebracht hat. Nebenbei: Sie veranstalten auch die Karlsruher Bierbörse.

Es erfüllt so ziemlich jede Oktoberfestvorstellung – um nicht zu sagen Klischees – die man sich eben so vorstellt. Reihenweise stehen die Bedirndlten und Lederbehosten auf den Bänken und schwenken dabei so ziemlich alles, was sich in Feierlaune so schwenken lässt – vor allem aber Maßkrüge.

"Ein paar Blöde" schlagen manchmal über die Stränge

„Gehen Sie bitte runter vom Tisch. Das ist zu gefährlich“, fordern Security-Mitarbeiter immer wieder mal Besucher auf, die besonders hoch hinauswollen. Keine Frage, ohne Regeln funktioniert so ein Oktoberfest nicht. Alexander Geiger und sein Team von der F+G Security sorgen für deren Einhaltung. Dass ein „paar Blöde“ ab und zu denken, sie müssten über die Stränge schlagen, sei normal. Für ein Fest dieser Größenordnung gehe es verhältnismäßig ruhig zu.

Das Festzelt bietet Platz für gut 2200 Besucher. Großen Wert legen Petra und Bernd Noll von der Wormser Veranstaltungsagentur-Eventservice auf „Oktoberfest-Authentizität“. Dazu gehören Deko, Dirndl und Lederhosen für die Bedienungen (wird gestellt), Speis und Trank (Haxen, Obatzda, Oktoberfestbier) und die Musik. „Bei uns spielen nur Bands aus Bayern.“

Je später der Abend, desto schlechter wird gezielt

Inzwischen ist es 21.30 Uhr. Die ersten Eindrücke setzen sich, die ersten Gespräche sind getan. Zum Beispiel mit Toilettenmann Thomas. Ein harter Job? Er winkt ab. Zu vorgerückter Stunde könne es schon heftiger werden. Je später der Abend, desto schlechter werde gezielt. Nein, vertiefen wollen wir das Thema jetzt nicht.

Dann gibt es noch ASB-Sanitäter Matthias Karcher und sein Team. „Meistens fallen Kleinigkeiten an, die behandelt werden müssen“, sagt der Ehrenamtliche aus Leidenschaft.

"Akkordzapfen" ist angesagt

Mit größeren Angelegenheiten beschäftigt sich „Oberzapfmeister“ Klaus Höger. Er ist dafür verantwortlich, dass es am Ausschank flutscht. Der Wirt der Karlsruher „Dorfschänke“ kennt sich aus, weiß, was auf die Zapfer zukommen kann: Akkordzapfen. Teamarbeit sei wichtig. Das gilt laut den Nolls für alle Bereiche. Und es funktioniert.

Kurz vor 22.30 Uhr. Die Frage, was hier so toll sei, kann man sich irgendwann sparen, zumal die oft laut und schrill vorgetragenen Antworten zumeist ähnlich ausfallen – wie „ne Mordsgaudi; einfach mal abfeiern; Spaß haben“. Aber es gibt auch etwas „ruhigere“ Tische – zum Beispiel hier, wo es sich Gisela Seitz aus Stuttgart mit ihrem Freund aus der Pfalz und einigen befreundeten Kanadiern beim Oktoberfest im Badischen gemütlich gemacht hat.

Eine Sache noch: Was ist nun der Unterschied zwischen dem Oktoberfest in Karlsruhe und dem in München? „Bei euch kann man richtig Musik machen. In München wirst du vom Ordnungsdienst immer wieder eingebremst – nur nicht zu laut, nur nicht zu viel Stimmung“, verraten Rainer und Gerhard von der Gruppe Topsis. Dann mal weiter. Das Dirndl- und Lederhosenvolk wartet auf die nächste Nummer… .

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