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Kleiner geworden, aber sehr lebendig

Die Nadelwelt Karlsruhe zeigt neue Trends und Techniken

Mit rund 100 Ausstellern kehrt die Messe Nadelwelt nach der Corona-Pause zurück. Stoffe, Garne, Wolle, Kurzwaren, Nähmaschinen und mehr stehen in Karlsruhe im Mittelpunkt.

Stoffe und Muster soweit das Auge reicht: Die Messe Nadelwelt meldet sich nach der Corona-Pause wieder zurück. Foto: Rake Hora

Die Nadelwelt Karlsruhe, Deutschlands größte Handarbeitsmesse für Endverbraucher, lockt an diesem Wochenende alle, die gern sticken, stricken, häkeln oder quilten in die Messe Karlsruhe. Rund 100 Aussteller offerieren Stoffe, Garne, Wolle, Kurzwaren, Nähmaschinen und mehr, was für erfolgreiches Hobbywerken notwendig ist.

Die besonderen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie haben auch auf der Nadelwelt Spuren hinterlassen: Sie ist kleiner geworden, die Gänge sind deutlich breiter und die Stände weiter auseinandergerückt.

Der Begeisterung der Besucher tut das aber keinen Abbruch. Sie drängeln um die Stände, lassen sich Trends und neue Techniken erklären und die Aussteller freuen sich über gute Umsätze.

„Wir haben schwere Zeiten hinter uns“, gestehen einige von ihnen, die aber ihre Namen nicht nennen möchten. Wichtig ist ihnen, neue Kontakte zu knüpfen und zu erfahren, wie die anderen durch die Pandemie kamen. Für das überwiegend weibliche Publikum liegt der Fokus auf den farbenfrohen Stoffen und den eindrucksvollen Quilts. Eine zehnköpfige Damengruppe aus dem Elsass kommt seit Jahren zur Nadelwelt.

Interessante Tipps und Anregungen

„Wir sind eine Quiltgruppe“, erzählen sie. Sie sind hier, „weil man nirgendwo sonst eine solch große Auswahl zu so günstigen Preisen findet“. Auf die Tipps und Anregungen, „die uns hier geboten werden, können und wollen wir nicht verzichten“, sagen Anny Meyer, Michelle Braun und Marie Balmer.

Auch ein Ehepaar aus Seligenstadt bei Frankfurt will das Shopping-Erlebnis in der Messe Karlsruhe genießen. Die Frau sucht Ideen für die Handtaschengestaltung, ihr Mann sucht Glasperlen. Dicht umlagert sind auch die Stände mit Nähmaschinen.

In kleinen Grüppchen lernen Interessierte, mit den modernen Maschinen mit Touchscreen-Bildschirmen umzugehen. Im Senci Nähzentrum berichtet Fachverkäuferin Melanie Behrendt von der neuesten Innovation, der Pfaff creative icon 2, einer Nähmaschine mit künstlicher Intelligenz und Spracherkennung, die rund 14.000 Euro kostet.

Weil überall dort, wo genäht wird, auch Fäden fallen, fehlt auch die Firma Vorwerk nicht. Denise Schwirzenbeck führt einen Akku-Saugwischer vor und erläutert die Vorzüge.

Ein paar Schritte weiter geht es um Glitzerschmuck. Simone Gschaider aus Ulm zeigt wie Häkelketten entstehen, mit Garn, Luftmaschen und vielen Glitzerperlen, die aufgefädelt werden.

Ausstellung „Hand in Hand“

Nicht versäumen sollte man die Ausstellungen. Beispielsweise „Hand in Hand“, das Frauenförderprogramm der Deutsch-Afghanischen Initiative, die die Zusammenarbeit zwischen zwei unterschiedlichen Kulturen darstellt.

Die Initiatorin und Leiterin des Stickprogramms, Pascale Goldenberg, erklärt es: 200 Frauen sticken Unikate mit der Hand. Die Initiative kauft die Stickereien auf und bietet sie mit der Einladung an, diese in eigene Kompositionen einzubeziehen.

Weitere nationale und internationale Gruppen zeigen das breite Spektrum ihrer aktuellen Textilkunst. Die Besucher können an Führungen teilnehmen und mit den Künstlern direkt sprechen.

Viele Exponate können direkt gekauft werden. Außerdem werden Kurse in vielen Bereichen angeboten. „Ich bin erleichtert, dass es die Nadelwelt endlich wieder gibt“, sagt Tobias Puscher von Gütermann Nähfaden. Für ihn ist es wichtig, die Kunden zu besuchen, um zu sehen, wie es ihnen jetzt geht.

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