Skip to main content

B293-Umfahrung

Über 250 Einwendungen gegen Walzbachtal-Jöhlinger Ortsumgehung

Der Gemeinderat von Walzbachtal befasst sich am Montag mit den Neubauplänen für die Jöhlinger B293-Ortsumgehung. Neben einer Bürgerinitiative riefen auch die Grünen dazu auf, gegen das Projekt Einwendungen zu erheben. Rund 250 solcher schriftlicher Einwendungen liegen jetzt auf dem Tisch.

Die Ortsumfahrung Jöhlingen soll kommen - aber die Pläne sind umstritten. Foto: Arnd Waidelich

Die Planunterlagen für die Ortsumgehung der B293 Jöhlingen lagen zwischen 19. Juli und 18. August zur Einsichtnahme im Walzbachtaler Rathaus aus. Bis 26. September konnten beim Regierungspräsidium Einwendungen gegen das Planfeststellungsverfahren vorgebracht werden.

Gegner der Planung wurden nicht nur von der „Bürgerinitiative Pro Jöhlingen“ dazu aufgerufen, schriftlich Einwendungen zu erheben. Auch die Walzbachtaler Grünen sahen das Verfahren in einer Mitgliederversammlung kritisch und empfahlen, Bedenken dazu zu formulieren und beim Regierungspräsidium schriftlich einzureichen.

Nach Ablauf der Einwendungsfrist und der ersten Sichtung der Einwendungen liegen beim Regierungspräsidium rund 250 Einwendungen vor, informiert die stellvertretende Pressesprecherin des Regierungspräsidiums, Clara Reuß. Eine exakte Zahl konnte sie noch nicht benennen. Noch sei nämlich nicht geprüft, ob beispielsweise ein Einwender mehrere Einwendungen erhoben hat.

Die wichtigste Stellungnahme steht noch aus. Der Walzbachtaler Gemeinderat berät am kommenden Montag, 11. Oktober, ab 19 Uhr im Sitzungssaal im Wössinger Rathaus über das „Planfeststellungsverfahren Neubau Bundesstraße B293, Ortsumfahrung Jöhlingen einschließlich teilplanfreiem Knotenpunkt“, wie es die Verwaltung in der Sitzungsvorlage für die Gemeinderäte formuliert. Beraten werden soll auch über naturschutzrechtlichen Ausgleich.

Diskussionen um die B-293 Umfahrung bei Jöhlingen

In den bereitgestellten Unterlagen seien Aspekte nicht beachtet worden, merkt die Verwaltung in ihrer Stellungnahme kritisch an. Die geplante Umgehung habe Auswirkungen auf den Naturhaushalt der Gemeinde Walzbachtal, auch wenn die neue Variante im Vergleich zu den alten Varianten Vorteile aufzeige. Zu einigen Eingriffen und Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen im landschaftspflegerischen Begleitplan wolle die Gemeinde Stellung beziehen.

Obwohl die Umgehung zu einem Rückgang des Verkehrsaufkommens und Lärmminderung im Bereich des derzeitigen Verlaufs der B293 führen werde, sei fraglich, wie haltbar die vorgelegten Zahlen seien. Es sei „eine erneute Betrachtung der Verkehrszahlen nötig“. Daher bitte man um die Aktualisierung der Verkehrszahlen beziehungsweise Prognosen. Die neue Trassenführung der B293 bringe auch neuen Lärm. Die vordere Reihe der Attentalsiedlung habe mit Pegelerhöhungen zu rechnen.

Kommt Lärmschutz? Und wer bezahlt dafür?

Auch wenn die prognostizierten Werte unter den Grenzwerten für den Anspruch auf Lärmschutz liegen, bitte die Gemeinde das Regierungspräsidium, die Möglichkeit für Lärmschutz für den vorderen Bereich der Attentalsiedlung zu überdenken. Es müsse aktiver Lärmschutz her im Bereich des Attentals. Die Kosten sollten vom Bund getragen werden.

Bedenken bringt die Gemeindeverwaltung auch gegen die Beeinträchtigungen im Landschaftsschutzgebiet „Attental“ vor. Die Gemeinde sei stolz auf die vielen Schutzgebiete und arbeite kontinuierlich daran, diese zu pflegen, um Flora und Fauna nachhaltig zu fördern. Dort gebe es erhebliche Eingriffe. Geschützten Fledermausarten, Vögeln und Eidechsen würden die Brut-, Nahrungs- und Paarungsstätten genommen werden.

Die Gemeinde schließt sich in diesem Bereich ausdrücklich der gemeinsamen Stellungnahme der Naturschutzverbände Nabu, LNV und BUND und deren Kritik an. Insbesondere die Ausgleichsmaßnahmen für Fledermäuse seien bei den Ausgleichsmaßnahmen unzureichend bedacht worden.

nach oben Zurück zum Seitenanfang