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Regel: Oktober bis Ostern

Winterreifen: Was müssen Autofahrer wissen?

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Wechsel auf Winterreifen? Die Antwort auf diese Frage hängt von der Witterung ab. Denn in Deutschland gilt eine sogenannte situative Winterreifenpflicht. Das heißt: unabhängig vom Datum müssen Autos bei Glatteis oder Schneematsch auf Winterpneus rollen.

Ein Auto mit Allwetterreifen auf einem vereisten Parkplatz in Stuttgart (Baden-Württemberg). Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Wechsel auf Winterreifen? Die Antwort auf diese Frage hängt von der Witterung ab. Denn in Deutschland gilt eine sogenannte situative Winterreifenpflicht. Das heißt: unabhängig vom Datum müssen Autos bei Glatteis oder Schneematsch auf Winterpneus rollen, erinnert der Auto Club Europa (ACE).

ACE-Experte Marcel Mühlich zitiert die Faustformel „von O bis O, Oktober bis Ostern“. Schon im Herbst sei mit Temperaturstürzen und schwierigen Streckenverhältnissen zu rechnen. Wer bei Winterbedingungen auf Winterreifen verzichtet, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro und mit einem Punkt in Flensburg rechnen. Und wer durch eine falsche Bereifung nicht nur sich selbst in Gefahr bringt, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer behindert, kann mit noch höheren Geldsummen belastet werden.

"Alpine"-Symbol Pflicht bei neuen Reifen

Zu erkennen sind neue Winterreifen am "Alpine"-Symbol, einem dreigezackten Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Seit Januar 2018 ist diese zusätzliche Kennzeichnung Pflicht. Wer ältere Winterreifen ausschließlich mit M+S-Markierung besitzt, kann sich auf einen Bestandschutz bis 30. September 2024 berufen. Dann haben die Gummis ohnehin mindestens sieben Jahre auf dem Buckel und sind entsprechend mürbe. Nach dieser Zeit ist die Gummimischung so hart, dass der "Grip" bei tiefen Temperaturen nachlässt.

Tipp:

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Bußgelder drohen bei Verstößen

Wer gegen die Winterreifenpflicht verstößt, dem drohen Strafen. Wer bei Schnee und Eis mit Sommerreifen unterwegs ist, der muss mit mindestens 60 Euro rechnen, wenn ihn die Polizei erwischt. Im Fall eines Unfalls erhöht sich die Summe noch. Welche Bußgelder  noch drohen, steht im Beitrag "Winterknöllchen: So teuer können Verkehrsverstöße im Winter werden" .

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Das Profil ist wichtig

Der Gesetzgeber schreibt eine Profiltiefe von 1,6 Millimeter bei Winterreifen vor. Dieser Empfehlung folgt auch der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e. V. (ADAC), geht aber noch weiter und empfiehlt aus Sicherheitsgründen mindestens vier Millimeter.

Tipp:

Profiltiefe Foto: None

Schmale Reifen arbeiten bei Schnee besser

Bei Auswahl neuer Winterreifen empfiehlt der Automobilclub von Deutschland (AvD): Je schmaler, desto besser für die Fahrt in Schnee und Eis. So wie bei Regen ein breiter Reifen eher aufschwimmt, so rutscht er auch auf glatter Fläche schneller weg. „Je schmaler der Reifen ist, desto höher ist das Gewicht, das auf einem Stück Reifenfläche lastet“, erklärt Malte Dringenberg vom AvD. „So kann ein schmalerer Reifen mehr Schnee beiseite drücken.“

Tipp:

Bremswege Foto: None

Richtigen Querschnittt beachten

Generell rät der AvD für den Winterbetrieb zu Reifen mit dem größten für das Fahrzeug zugelassenen Querschnitt. Beim Reifen kann man diesen auf der Reifenplanke ablesen. Die erste, meist dreistellige Zahl ist die Reifenbreite in Millimetern. Die Zahl hinter dem Schrägstrich gibt den Querschnitt an. Je niedriger die erste Zahl, desto schmaler ist somit der Reifen. Je höher die zweite Zahl, desto größer der Querschnitt. Was für sein Auto zugelassen ist, kann der Halter am besten im Handbuch nachlesen oder beim Hersteller erfragen.

(dpa / ts / tmn)
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