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Weihnachtsbaumverkauf

Diese Christbäume sind bei den Brettenern am beliebtesten

Der Christbaumverkauf ist gestartet. Dabei fällt auf: Die meisten Brettener Käufer legen Wert auf Bäume aus der Region. Aber wie ökologisch sind die eigentlich wirklich?

Drei Männer und ein Baum: Regional kaufen will Marc Hiller (links) auch beim Christbaum. Sohn Florian freut sich, dass der schöne Baum mit heim darf. Rainer Kuhn, Verkäufer von Odenwaldtannen, kennt seine Stammkunden. Er hat schnell den richtigen Baum parat. Foto: Irmeli Thienes

Glänzende Nadeln, die Zweige leicht gehoben – so ein Christbaum ist schon ohne Schmuck schön. Viele wollen inzwischen einen Baum aus der Region. Und sie freuen sich darauf, ihr Prachtstück mit Kugeln, Glanz und Glitter zu behängen. Mancher Weihnachtsbaumverkäufer in Bretten stellt eine gestiegene Nachfrage fest, wohl weil nicht alle Familien einander in diesem Jahr besuchen, zum Schutz der Lieben.

Und das auch, obwohl beispielsweise Hotels und andere Gebäude geschlossen sind, die sonst zum Fest geschmückt werden. Betriebe, die sonst das Selberschlagen des Christbaums zum Familien-Event machen, müssen im Corona-Jahr aber absagen.

Am beliebtesten bleiben Nordmanntannen, heißt es unter anderem beim Hagebaumarkt. Große Verkaufsstellen gibt es daneben am Kraichgau-Center und vor der Kaufland-Filiale auf der Diedelsheimer Höhe. Meist kommen die Bäume aus Deutschland – gut für die Frische, erläutert Susanna Nickel vom Baumarkt ebenso wie andere. An Odenwaldtannen verkauft Rainer Kuhn seit Jahren „an die 1.000 Stück jährlich“, sagt er.

Für jede einer: Bei Preisen zwischen knapp zehn und 40 Euro findet jede beim Hagebaumarkt Bretten ihre Tanne oder Fichte. Susanna Nickel (rechts), stellvertretende Marktleiterin in Einarbeitung weiß auf viele Fragen Antwort. Foto: Irmeli Thienes

Seit Samstag steht er am Kraichgau-Center. Bei anderen begann die Verkaufszeit Ende November und bei allen endet sie kurz vor Weihnachten.

Ich mag Fichten lieber, die fasst keiner an
Tressa Schreiber, Gesangs- und Tanzlehrerin



Der regionale Weihnachtsbaum ist ein Stück Heimat

Vater Marc Hiller und Sohn Florian sind sich schnell einig. „Wir kaufen immer hier seit wir in Bretten wohnen“, sagt Marc Hiller. Die Familie lege Wert aufs Regionale und es sei fast ein Stückchen Heimat, da er selbst aus dem Odenwald komme.

Ute Feineisen sucht eine üppige Tanne aus. Aber die ärgert Rainer Kuhn beim Ein-Netzen. Er muss lange zerren, bis es klappt. Die Preisspanne beträgt bei seinen Tannen zwischen 19 und 23 Euro je Meter. Ute Feineisen sagt: „Zunächst darf er grün im Wohnzimmer stehen.“ Sie stelle ihn gleich auf. „So haben wir länger etwas davon und es duftet wunderbar nach Holz.“ Das halte der Baum erfahrungsgemäß aus.

Da muss er durch: Zum leichteren Transport wird der Christbaum in ein Netz gepackt. Bis es diese in ökologischer Variante gibt, sollte man sie sicher in den gelben Sack oder die Tonne für Plastik geben. Foto: Irmeli Thienes

„Ich mag Blaufichten“, sagt Tressa Schreiber. Die Gesangs- und Tanzlehrerin aus Bretten bleibt ihren familiären Wurzeln treu. „Meine Mutter kaufte die immer und“, sie grinst verschmitzt, „die fasst auch niemand an.“ Schreiber gewinnt dem Piksen der heimischen Fichte also als Vorteil ab, was für andere der Grund ist, Fichten links liegen zu lassen. Bei ihr kommt der Baum auf den Balkon. Darum nimmt sie einen im Topf.

Tannen im Topf erholen sich selten im Garten

Bäume im Topf werden allerdings im Hagebaumarkt laut Nickel eher in geringer Stückzahl gekauft. Vor dem zweiten Advent kam die zweite große Lieferung bei Wertheimer an, rund 200 Bäume, ebenfalls aus deutscher Zucht. Die Preise reichen hier von knapp zehn bis 44 Euro, je nach Größe und danach, ob er erste oder zweite Wahl ist. „Einige sind nur etwas krumm“, sagt Nickel und fügt an, man könne Bäume im Topf „schon wieder im Garten einpflanzen, theoretisch“. Dann aber sei es besser, sie draußen zu lassen und zu gießen. So vermeide man große Temperaturschwankungen.

Gehen weg wie warme Semmeln: Rainer Kuhn ist ständig beschäftigt. Sobald er Bäume verkauft hat, muss er weitere auspacken, aufstellen und nach dem Verkauf wieder einpacken für den Heimtransport. Gern hilft der Verkäufer von Odenwaldtannen beim Einladen ins Auto. Foto: Irmeli Thienes

Das bestätigt Fabian Bechtold. Der Chef von Odenwaldtannen erläutert: „Ballenpflanzen sind nicht mein Metier, aber die Tanne könnte es wie Frühling empfinden, wenn sie in die Stube kommt.“ Das Einpflanzen im Garten sei auch darum selten erfolgversprechend, da die Pfahlwurzel vor dem Eintopfen gekappt wird. Davon erholen sich die Bäumchen selten restlos.

Welcher Baum es sein soll? Ob voll oder weniger Äste, ob breiter Wuchs oder schmal – keine Tanne sei wie die andere. „Das ist letztlich Geschmackssache“, so Bechtold, allerdings werden seine heimischen stetig besser nachgefragt. Kuhn, sein Verkäufer in Bretten, kennt die Stammkunden. „Wenn ich sie kommen sehe, habe ich schon den passenden Baum parat. Es stimmt fast immer, jedenfalls immer öfter“, er lächelt breit.

Ein Zwei-Meter-Baum hat rund zehn Jahre gelebt

Wo Familien sonst im Advent zur Interessengemeinschaft Freunde alter Landmaschinen nach Remchingen oder Stupferich pilgern, um einen biologisch gezogenen Baum selbst zu schlagen, da muss Klaus Abendschön heuer passen. Der Vorsitzende sagt, der Verein verliere damit 90 Prozent der Einnahmen.

Aber man könne und dürfe Familien jetzt nicht mit Wurst und Glühwein bewirten. „Ein Abverkauf durch uns ist aber nicht unser Konzept“, so Abendschön. Die Bäume wachsen also weiter und dürften 2021 in größerer Zahl die meistverkaufte Größe von eineinhalb bis zweieinhalb Metern erreicht haben. Ein Baum von zwei Metern ist etwa zehn Jahre alt.

Service

Verkäufer regionaler Weihnachtsbäume findet man per Postleitzahlensuche auch beim baden-württembergischen Christbaumverband: https://www.christbaumverband-bw.de

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