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Auf Spenden angewiesen

Handwerker aus Bretten helfen Familien in den überfluteten Gebieten in Nordrhein-Westfalen

Das Leid der Flutopfer geht den Brüdern Burweger unter die Haut. Dabei ist es nicht geblieben, sie wollten etwas tun. Heiko und Martin sind deswegen oft in Nordrhein-Westfalen und helfen den Flutopfern.

Bei einer Fahrt brachten die beiden Firmeninhaber Heiko Burweger (links) und sein Bruder Martin Material zum Wiederaufbau von Häusern in einen von der Flut betroffenen Ort. Foto: Nicole Augenstein

„Wenn die Menschen nur auf staatliche Unterstützung hoffen würden, würden sie noch heute bis zur Nase im Schlamm stecken“, findet Martin Burweger deutliche Worte.

Der Brettener Handwerker ist Inhaber eines Sanitär- und Heizungsfachbetriebes in Gondelsheim. Auch sein Bruder Heiko Burweger hat einen eigenen Installationsbetrieb.

Das Leid der Flutopfer geht den Brüder unter die Haut. Dabei ist es nicht geblieben, sie wollten etwas tun. Die Burwegers sind deswegen oft in Nordrhein-Westfalen und helfen den Flutopfern. Sie waren in den schwer getroffenen Orten Flerzheim, Heimerzheim und in Weilerswist. Auch nach Liers an der Ahr in Rheinland-Pfalz brachten sie Spenden.

Viele verarbeiten noch immer das erlebte Trauma.
Martin Burweger, Helfer

Anpacken statt reden lautet ihre Devise. Hilfe ist dringend notwendig. Das Leid der Menschen vor Ort ist immens. „Aufräumarbeiten und der Wiederaufbau kosten die Menschen wahnsinnig viel Energie. Viele verarbeiten noch immer das erlebte Trauma“, erzählt Martin Burweger.

Persönliche Schicksale in der Flutregion motivieren die Handwerker aus Bretten

Seine Partnerin Nicole Augenstein erinnert sich an ein Gespräch mit einer 80-jährigen Frau. „Der Mann der Frau ist demenzkrank und musste in ein Heim. Das Haus ist durch die Schäden unbewohnbar für den Senior. Nun schimpft er mit seiner Frau, versteht die Umstände nicht“, erzählt Nicole Augenstein.

Auch Heimerzheim wurde von der Flut im Juli heimgesucht. Im Ortskern der nordrhein-westfälischen Stadt waren die Straßen überflutet. Foto: Jonas Güttler/dpa

Die alte Frau musste auch zusehen, wie ein Nachbar in den Fluten um sein Leben kämpfte. Ein Kampf, den der Nachbar der Frau verlor. Die Flut riss ihn weg. „Tage später wurde er zwei Kilometer entfernt tot gefunden“, berichtet Augenstein. Noch immer seien in der Region zahlreiche Menschen vermisst.

Geschichten wie diese motivieren Martin und Heiko Burweger, regelmäßig anzupacken. In der Region gibt es viel zu tun. Rund 15.000 Menschen sind betroffen, etwa 8.500 Häuser von der Flut beschädigt oder vollkommen zerstört. „Durch die fehlenden Häuserfronten sehen sie aus wie Puppenstuben“, beschreibt Martin Burweger.

Hilfe in der Flutregion kommt vor allem von Privatleuten

Burwegers wandten sich nach dem Flutereignis an die Handwerkskammer, die auf das Hilfsangebot aber nicht reagierte. Über einen Bekannten aus Rheinbach stellte man privat Kontakt zu Flutopfern her. Die Brüder waren am 14. August das erste Mal vor Ort.

Mittlerweile hat er einen Wohnwagen als Schlafplatz in die Nähe der Flutregion gebracht. Neben seiner Frau Daniela half auch Dennis Stakelies, ein Freund von Nicole Augenstein und Martin Burweger, mit. Laut Burweger ist es vor allem Hilfe von Privatleuten, die den Flutopfern Hoffnung gibt. „Rund 95 Prozent der Arbeiten sind privat organisiert.“

Es fehlt an allen Ecken und Enden an Material und Fachkräften.
Heiko Burweger, Helfer

Die Menschen fühlten sich von den Politikern allein gelassen und seien dankbar für die Hilfe. Die groben Aufräumarbeiten seien beendet. „In den Häusern sind die wichtigsten Dinge wie Heizung, Waschmaschine, Trockner oder die Küche zerstört. Es fehlt nun an allen Ecken und Enden an Fachkräften und Material“, so Heiko Burweger.

Helfer aus Bretten sind auf Spenden angewiesen

Die Zeit drängt, denn der Winter naht. Die drohende Kälte macht den Menschen Angst. Banken kündigten teilweise Baukredite, da die Häuser zerstört sind. Material können die Menschen kaum kaufen, denn die Baumärkte seien leergefegt. Deshalb kaufen Burwegers Material in Bretten und transportieren es nach Flerzheim.

So halfen sie bereits Familie Zimmers aus Weilerswist, einem Ehepaar mit siebenjähriger Tochter und einem Hund. Seit rund zwei Wochen hat die Familie wieder eine funktionierende Elektroheizung. Anfang November fahren die Brüder mit Material nach Odendorf. Sie haben die Menschen schon mit 8.000 Euro an Material und Dienstleistung aus eigener Tasche unterstützt.

Nun sind sie auf Spenden angewiesen. „Gebraucht werden Heizgeräte, Waschmaschinen, Trockner und anderes Material. Geldspenden setzen wir zu 100 Prozent in Material um. Die Hilfe kommt direkt vor Ort an. Die Menschen dürfen nicht vergessen werden.“

Service

Weitere Informationen per E-Mail an info@s3-gondelsheim.de oder per Mail an h.burweger@web.de.

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