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Infotafeln mit QR-Code

Nach endlosem Hin und Her: Historische Gebäude in Bretten-Bauerbach bekommen Visitenkarten

Mehr als zehn Jahre hat es gedauert, bis die Idee Gestalt bekam. Im Frühjahr sollen nun an den ortsgeschichtlich bedeutsamen Gebäuden in Bauerbach Infotafeln mit QR-Codes angebracht werden.

So etwa sollen sie aussehen: die Schilder an den rund 20 historisch bedeutsamen Gebäuden im Brettener Stadtteil Bauerbach. Ortschronist Roland Albert (rechts) und Ortsvorsteher Torsten Müller sind die treibenden Kräfte bei diesem Projekt. Foto: Tom Rebel

Was lange währt, nimmt nun endlich Gestalt an. Schon mehr als zehn Jahre ist es her, dass der rührige Bauerbacher Ortschronist Roland Albert die Idee hatte, an den wichtigsten historischen Gebäuden im Dorf Schilder anzubringen.

Sie sollen den Bürgern und auswärtigen Besuchern die wichtigsten Informationen zu diesen Gebäuden liefern und deren ortsgeschichtliche Bedeutung herausstellen. Seither ging es hin und her zwischen Kulturamt und Ortschaftsrat, Bürgermeister und Ortsvorsteher, Denkmalschutzbehörde und Hauptamt. Geredet wurde viel, passierte ist lange nichts.

Bis Ortsvorsteher Torsten Müller im Frühjahr Dampf machte und das Thema erneut auf die Tagesordnung setzte. Seither nimmt die Sache Form an. Auch das Brettener Stadtarchiv ist eingebunden. Im Frühjahr soll die Beschilderung der wichtigsten Gebäude erfolgen.

Mehr als ein Dutzend Gebäude ausgewählt

Mehr als ein Dutzend historisch bedeutsame Gebäude hat Roland Albert aufgelistet: das Rathaus etwa und die ehemalige Synagoge, das älteste Haus im Dorf sowie die Zehntscheuer, zwei Kapellen und die Dorfkirche, das Amtshaus und ein markantes Fachwerkhaus, um nur einige zu nennen. Hinzu kommt ein weiteres Dutzend Wegkreuze.

Zu allen kann der langjährige BNN-Mitarbeiter Albert so manche Geschichte erzählen. Doch der Platz auf einer Tafel ist knapp bemessen. Da kommt der Brettener Stadtarchivar ins Spiel, der nun die Aufgabe hat, aus den ausführlichen Ausführungen des Ortschronisten die wichtigsten Angaben zu den Gemäuern herauszufiltern. Weiterführende Infos sollen dann über einen QR-Code abrufbar sein.

Prototyp: Eine große Ortstafel, mit den wichtigsten geschichtlichen Daten wie hier in Büchig soll es auch in Bauerbach geben. Foto: Hansjörg Ebert

„Vorgesehen ist, eine Objektbeschilderung zu machen zu den Baudenkmalen, vor allem aber zu den Sehenswürdigkeiten in Bauerbach“, erklärt Stadtarchivar Alexander Kipphan. Die Vorlagen für die Texte habe Albert geliefert. Die will Kipphan nun aufbereiten, wobei – wie er sagt – vor allem die Kunst des gekonnten Weglassens gefragt sei. Das Ganze soll dann in etwa so aussehen wie die Ortstafeln in verschiedenen anderen Brettener Ortsteilen.

Aus Amtshaus wird Gaststätte dann Schule

„Mit der Beschilderung wollen wir die Sinne schärfen für kulturhistorische Baudenkmäler und Objekte, die in der Geschichte des Dorfes eine Rolle gespielt haben“, bekundet der Stadtarchivar. Das Ganze soll dann auch für Touristen im Blick auf die Kultur- und Stadtgeschichte interessant sein.

Da sind schon einige außergewöhnliche Objekte dabei.
Alexander Kipphan, Stadtarchivar

Schließlich verfüge Bauerbach über eine etwas andere Ortsgeschichte als die evangelischen Stadtteile, weil es einst – wie auch Büchig und Neibsheim – zum katholischen Domkapitel Speyer gehörte und erst 1803 zu Baden kam. Etliche alte Gebäude hätten da eine Rolle gespielt, etwa das alte Amtshaus, das später als Wirtshaus diente, ehe es zur Schule umgewidmet wurde. „Es sind schon ein paar außergewöhnliche Objekte dabei, die wir nun ins Blickfeld rücken wollen“, sagt Kipphan.

Die Auswahl der Objekte habe dann der Bauerbacher Ortschaftsrat getroffen. „Diese Beschilderung ist eine langjährige Geschichte, mit der bereits mein Vorgänger beschäftigt war“, erklärt der Bauerbacher Ortsvorsteher Torsten Müller. Aus vielerlei Gründen sei die Sache immer wieder ins Stocken geraten.

Doch der Ortsvorsteher empfand die Geschichte als zu wichtig, als sie weiter vor sich hin dümpeln zu lassen, zumal die meisten Vorarbeiten schon gemacht waren. Jetzt ging es doch nur noch darum, Nägel mit Köpfen zu machen, die Gestaltung und die Inhalte festzulegen und die Arbeiten in Auftrag zu geben.

Denkmalschutz muss zustimmen

Bei Susanne Hess, der Brettener Hauptamtsleiterin, die selbst aus Bauerbach kommt, liefen dann die Fäden zusammen. „Wir sind derzeit in der letzten Abstimmung, wie die ersten zwei, drei Schilder aussehen sollen“, erklärt Hess. Bis im Frühjahr sollen die Tafeln dann an den Gebäuden angebracht werden.

Wobei ohne Denkmalschutz nichts geht. Der musste zunächst um Zustimmung ersucht werden, damit solche Schilder an den denkmalträchtigen Gemäuern überhaupt angeschraubt werden dürfen. Auch die Hauseigentümer mussten gefragt werden. Und nicht zuletzt muss die Beschilderung gestalterisch den Vorgaben der „corporate idendity“ der Stadt Bretten entsprechen.

Für Roland Albert ist überdies wichtig, dass es neben den kleineren Schildern an den Gebäuden noch – wie etwa im Stadtteil Büchig – eine große Tafel am Rathaus gibt, in der die Ortsgeschichte skizziert wird. Daneben möchte die Ortsverwaltung einen kulturhistorischen Wanderweg ausweisen, der an all diesen Gebäuden und den Wegkreuzen vorbeiführt. Einen Panoramaweg rund um Bauerbach gibt es bereits.

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