Skip to main content

Traumhafte Renditen - fragwürdige Methoden

Wie in Bretten schäbige Unterkünfte für Leiharbeiter zum lukrativen Geschäftsmodell werden

Als wahre Goldgrube erweisen sich Unterkünfte für Leiharbeiter, die in Bretten und Umgebung wie Pilze aus dem Boden schießen. Dazu werden alte Häuser zu einer Art Beherbergungsbetrieb umfunktioniert, offiziell aber als Mietwohnungen deklariert.

Umstrittener Arbeitgeber: Die Deuerer-Gruppe mit Sitz in Bretten beschäftigt zwischen 1.000 und 1.300 Leiharbeiter. Für deren Unterbringung sieht sich das Unternehmen nicht zuständig. Darum kümmern sich die jeweiligen Leiharbeitsfirmen, die bei geschäftstüchtigen Hausbesitzern Wohnungen anmieten. Foto: Tom Rebel

Die Vermietung von überteuertem Wohnraum an Leiharbeiter aus Osteuropa erweist sich in Bretten und den Umlandgemeinden als wahre Goldgrube. Das Geschäftsmodell funktioniert so: Ein findiger Investor kauft oder mietet alte Häuser und vermietet sie als Doppelzimmer an Leiharbeiter. Beispielsweise an die 1.000 bis 1.300 Leiharbeiter des Brettener Tiernahrungsmittelherstellers Deuerer, der insgesamt rund 1.800 Beschäftigte hat .

Die Mieter zahlen pro Person zwischen 250 und 350 Euro pro Bett. Bei einem Mehrfamilienhaus mit 24 Bewohnern sind das bei im Schnitt 300 Euro pro Person locker 7.200 Euro an Mieteinnahmen im Monat. Eine Rendite, von der Hausbesitzer ansonsten nur träumen können.

Eine große Zahl solcher Unterkünfte sind in den vergangenen Jahren aus dem Boden geschossen: in Rinklingen, in Gondelsheim, in Diedelsheim, in Knittlingen, in Flehingen, in Kraichtal. In Bretten gibt es eine Vielzahl, manche sind bis unters Dach mit Leiharbeitern belegt. Gut erkennbar an den Namensschildern an den Briefkästen, die aus einem Beherbergungsbetrieb Mietwohnungen machen.

Kostenlos weiterlesen

  • 7 Tage BNN+ lesen
  • Kein Abo, keine Kosten
  • Weniger Werbung

Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Die BNN ist berechtigt, Ihre E-Mail-Adresse zur Information über eigene und ähnliche Produkte (wie BNN+, ePaper oder Zeitung) zu nutzen. Sie können der Verwendung jederzeit hier widersprechen, ohne dass hierfür andere als die Übermittlungskosten nach den Basistarifen entstehen.
nach oben Zurück zum Seitenanfang