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Folgen der Corona-Krise

Hygienekonzept für Freibäder in Bruchsal: Badespaß nur in speziellen Zeitfenstern

Mit einem neuen Hygiene- und Betriebskonzept angesichts der Corona-Krise soll in Bruchsal möglichst vielen Badegästen der Besuch der Freibäder erlauben werden. Alle paar Stunden wird gewechselt und es gibt strenge Richtlinien. Unbeschwerter Badespaß hört sich anders an.

Abstands- und Hygieneregeln aufgestellt: Auch beim Aufstieg auf die Rutsche ins Erlebnisbecken müssen Badegäste im Bruchsaler Freibad Sasch einen Abstand einhalten. Strömungskanal, Bodenblubber, Massagedüsen und der Wasserpilz sind aus Sicherheitsgründen nicht in Betrieb. Foto: Heintzen

91 Restriktionen umfasst das Hygiene- und Betriebskonzept in Corona-Zeiten, das die Stadtwerke Bruchsal vor Eröffnung des Sasch und der Stadtteilbäder Heidelsheim und Obergrombach erarbeitet haben. „An die Spielregeln muss sich jeder halten. Sobald etwas passiert, machen wir wieder zu“: Diese Mahnung gibt Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick (parteilos) bei der Vorstellung des Konzepts mit auf den Weg.

Die Feuertaufe ist am Montag, 22. Juni, in den Stadtteilbädern. Am Montag, 29. Juni, soll auch das Freibad Sasch öffnen.

Maximal 800 Schwimmer pro Tag in Corona-Krise

Um das Konzept einzuhalten, dürfen im Sasch maximal 800 Personen am Tag baden gehen. In drei Zeitzonen: von 9 bis 11 Uhr die Schwimmer, von 12 bis 17 Uhr Familien und von 18 bis 20 Uhr nochmals Schwimmer, die ihre Runden drehen.

Dazwischen werden Kontaktflächen mit Dampf gereinigt, erzählt Bademeister Jan Füssel, der für das Hygienekonzept zuständig ist. In den Stadtteilbädern gibt es montags bis samstags keine Zeitzonen.

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Wegen der unterschiedlich großen Wasser- und Liegeflächen dürfen in Obergrombach maximal 150 Gäste täglich das Bad besuchen, wie Sandra Vrkic vom Bädermanagement erklärt. In Heidelsheim sind es 260.

Sonntags können mehr Personen in die Bäder. Von 10 bis 12.30 Uhr sind die Schwimmer am Zug, von 13.30 bis 19.30 Uhr die Familien.

Hallenbad und Sauna bleiben wegen Covid-19 zu

Mit den Zeitfenstern soll es möglichst vielen Schwimmern ermöglicht werden, trotz Hygiene- und Abstandsregeln ein Bad zu besuchen, erklärt die OB. Neben Kultur und einer lebendigen Innenstadt gehört für sie ein Besuch im Schwimmbad zum gesellschaftlichen Leben im Sommer dazu. Zumal viele Bruchsaler den Urlaub wahrscheinlich zuhause verbringen werden.

Im Laufe der Corona-Pandemie ging deshalb von der Stadt das Signal an die Stadtwerke, die Bäder unter Auflagen wieder zu öffnen, sobald es möglich ist. Die Regelung gilt wegen der größeren Ansteckungsgefahr nicht für das Hallenbad und die Sauna.

Absperrung mit Flatterbändern: Badegäste im abgeteilten Schwimmerbecken müssen ihre Bahnen im Kreisverkehr drehen. Geduscht wird nur kalt. Foto: Heintzen

Nun werden mit Flatterbändern und Markierungen Bereiche abgetrennt, separate Zugänge geschaffen und kontrolliert. Kreidepfeile auf dem Boden zeigen die Laufrichtung an. Attraktionen wie der Strömungskanal, Massagedüsen oder der Wasserpilz gibt es 2020 nicht.

Bargeldlos und bis zu drei Tage vorher muss über die Homepage der Stadtwerke der Besuch in den unterschiedlichen Zeitfenstern gebucht werden. So sollen Schlangen an der Kasse vermieden werden.

Maskenpflicht in bestimmten Bereichen der Freibäder

Bei der Registrierung müssen die Daten aller Besucher angegeben werden. Das Gesundheitsamt soll so im Infektionsfall Ansteckungswege nachverfolgen können.

Maskenpflicht gibt es nur im Eingangsbereich, beim Anstellen an der Gastronomie und den Toiletten. Sonst gelten überall die Abstandsregeln von 1,50 Meter – Tunken geht also nicht. Geschwommen wird im Schwimmerbecken auf zwei Bahnen im Kreisverkehr.

Bäder in Bruchsal sind schon jetzt im Millionen-Defizit

„Der Aufwand hat seinen Preis“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Armin Baumgärtner. Schon jetzt produzieren die drei Bäder ein jährliches Defizit von drei Millionen Euro. Das dürfte in der Corona-Saison mit 20 Prozent der üblichen Besucherzahlen und einem doppelt so hohem personellen und logistischen Aufwand noch steigen.

Vergünstigungen für bestimmte Personengruppen oder Saisonkarten wird es dieses Jahr deshalb nicht geben. Im Bruchsaler Sasch kosten die beiden kürzeren Zeitfenster 3,50 Euro pro Kopf, nachmittags zur Familienzeit kostet der Eintritt 4,50 für jeden Badegast – und sei er noch so jung.

Der Eintritt in den Stadtteilbädern ist etwas günstiger: 2,50 Euro kostet der Schwimmertarif, 3,50 Euro der Tarif in der Familienzeit.

„Wer sich nicht an die Regeln hält, dessen Namen wird für diese Saison gesperrt“, warnt Baumgärtner. Die Bäder machen dann von ihrem Hausrecht Gebrauch.

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