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Hoffnung auf neuen Bußgeldkatalog

Einsatzkräfte in Bruchsal kommen oft nur im Schritttempo durch

Der neue Bußgeldkatalog mit seinen höheren Geldstrafen ist beschlossene Sache und wird wohl ab dem Spätsommer gelten. Gegenüber dem Vorgänger werden Geschwindigkeitsüberschreitungen fast doppelt so teuer.

Ein Polizist während einer Geschwindigkeitskontrolle an einer Bundesstraße. Foto: Uwe Anspach/dpa/Symbolbild

Wer keine Rettungsgasse bildet oder sie sogar nutzt um schneller vorwärts zu kommen, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.

Bernd Molitor, Feuerwehrkommandant der Stadt Bruchsal, befürwortet den neuen Katalog. „Auf der A5 kommt man schon mit einem kleinen Kommandofahrzeug an seine Grenzen. Bei Unfällen gibt es oftmals nur ein Durchkommen im Schritttempo, da die Rettungsgasse nicht richtig gebildet wird. Neuerdings stehen Lkw auf allen drei Spuren.“

Die schweren Verkehrsunfälle, bei denen Lkw in das Stauende rasen (wie beispielsweise Mitte Mai), würden sich am Walldorfer Kreuz durch die langen Bauarbeiten häufen.

Auch in der Stadt Bruchsal selbst macht das Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer den Einsatzkräften laut Molitor das Leben schwer: „Viele trauen sich nicht, bei einer roten Ampel in den Kreuzungsbereich zu fahren, um uns Platz zu machen. Dabei zählt oftmals leider jede Minute im Kampf um Leben und Tod.“ Wichtig sind für den Feuerwehrkommandanten Aufklärung über angemessenes Verhalten im Straßenverkehr, Verständnis sowie stärkere Kontrollen mit konsequenter Strafverfolgung.

Polizei ärgert sich über Autoposer und illegale Rennen

Letztere befürwortet auch Uwe Mangang, Polizeibeamter vom Bruchsaler Revier. Erst kürzlich habe man Autoposer bei einem illegalen Straßenrennen erwischt.

Eine Zeugin habe beobachtet, wie die Fahrzeuge im Kreisverkehr drifteten. „Trotzdem hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt. Generell sind hier meiner Meinung nach die Strafen noch zu gering. Bruchsal hat eine Autoposer-Szene, die uns regelmäßig beschäftigt“. Dabei gehe es nicht nur um unerlaubte Veränderungen an Fahrzeugen, sondern auch um Straßenrennen. „Die Szene stellt Wachposten auf und wechselt oft die Örtlichkeiten“, so Mangang.

Hausgemacht sind laut Mangang Probleme von Falschparkern durch viele Baustellen in Bruchsal. Auch die Industriegebiete seien mangels ausreichender Parkplätze entlang der Autobahn voller Lkw, die auch Straßen zustellen würden. Hinzu kämen in Bruchsal Geschwindigkeitsverstöße in Wohngebieten, oftmals durch die Anwohner selbst.

„Der deutsche Autofahrer ist nur über den Geldbeutel erziehbar, die gegenseitige Rücksichtnahme fehlt“ so Mangang. „Hauptunfallursachen wie Handyverstöße oder Raserei sollten noch stärker bestraft werden. Ich bin gegen Raubrittertum mit Messungen an Stellen, die nur zum Ziel haben, Geld in die Kassen der Kommunen zu spülen. Geblitzt werden sollte aber an den nachvollziehbaren Unfallschwerpunkten.“

Verkehrsexperte Dennis Plischke vom ADAC Karlsruhe hat noch keine Reaktionen zum neuen Bußgeldkatalog bekommen. „Das geschieht meist erst, wenn die ersten Bußgelder mit den neuen Sätzen verhängt werden.“

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