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Great Barrier Reef aus Wolle

Häklerinnen aus Hambrücken fertigen Korallen für Ausstellung im Museum Frieder Burda

Jeden Abend häkeln die Stricktreff-Damen aus Hambrücken eine Koralle. Die kleinen Kunstwerke werden Teil eines gehäkelten Great Barrier Reefs, das im Museum Frieder Burda in Baden-Baden ausgestellt wird.

Fachgespräche über Muster, Machart und Garn der Korallen-Exponate führen Sandra Stadler, Silvia Krämer und Margarete Hofheinz. 100 Ausstellungsstücke liegen in Hambrücken bereits für den Versand nach Baden-Baden bereit. Foto: Irmgard Duttenhofer

Das Original haben sie nie gesehen. Dieses einzigartige Naturwunder aus Schwämmen, Korallen, Seetang und anderen Lebensformen, die das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens so unverwechselbar machen, kennen die Stricktreff-Damen aus Hambrücken nur vom Bildschirm. Aber sie wissen, dass dieses Weltnaturerbe wegen der Klimaerwärmung bedroht ist.

Ab Januar 2022 ist das Great Barrier Reef, diese australische Unterwasserwunderwelt, in einer Ausstellung im Burda-Museum Baden-Baden zu sehen. Nicht etwa auf Leinwand oder Fotopapier, sondern als farbenprächtige, gehäkelte Skulpturenlandschaft.

Die Künstlerinnen Christin und Margaret Wertheim gestalten dann, ergänzend zu ihren eigenen Arbeiten, ein neues Korallenriff mit Objekten, die ihnen von Häkel-Begeisterten zugesandt werden.

Wir sehen uns als Teil einer Aktion, die Missstände anprangert und öffentlich macht.
Sandra Stadler, „Strickliesl“-Inhaberin

Davon hat auch „Strickliesl“-Inhaberin Sandra Stadler erfahren und umgehend alle Frauen des Stricktreffs informiert, mit denen sie sich regelmäßig in Hambrücken trifft oder über soziale Netzwerke verbunden ist. „Alle waren sofort bereit mitzumachen“, freut sich Sandra Stadler. Ihre Motivation: „Wir sehen uns als Teil einer Aktion, die Missstände anprangert und öffentlich macht.“

Gruppe engagierte sich bereits in der Vergangenheit für Natur- und Umweltschutz

Es ist nicht das erste Mal, dass sich diese Gruppe für Natur- und Umweltschutz engagiert. Bereits zweimal hat der Stricktreff BUND-Aktionen gegen das Bienensterben unterstützt, Schmetterlinge und Bienen produziert, die dann im Berliner Regierungsviertel die Demonstranten plakativ unterstützten.

Jetzt häkelt der Stricktreff eben Korallen. Ein Thema, das sich nur bedingt zur Reste-Verwertung eignet. Denn die Kunstobjekte verbrauchen viel Material, sind sich die Hobby-Häklerinnen einig. Und es braucht Zeit. Durchschnittlich zwei Abende je Exponat schätzen Sandra Stadler und ihre Mitstreiter.

Am Anfang stehe ein Kreis mit zehn Luftmaschen, so die Häkel-Empfehlung. In jede Luftmasche werden dann drei feste Maschen zugenommen. Das setzt sich spiralförmig in jeder Runde fort. Ab der vierten Reihe beginnt sich der Rand zu kräuseln. Die Korallen vergrößern ihre Oberfläche.

Jede Aktion für die Umwelt lohnt sich.
Häklerinnen aus Hambrücken

Die meisten Kunstobjekte entstehen abends, erzählen die Frauen. Eigentlich ist nicht häkeln, sondern stricken ihr Favorit. „Das geht blind“, da kann man nebenbei reden, fernsehen und entspannen. „Beim Häkeln muss man hingucken und jede Masche einzeln aufnehmen“, so Stadler. Trotzdem: „Jede Aktion für die Umwelt lohnt sich“, so die Hobbykünstlerinnen übereinstimmend.

„Strickliesl“-Inhaberin koordiniert die Aktion für die Stricktreff-Damen

„Strickliesl“-Inhaberin Stadler koordiniert die Aktion für die Stricktreff-Damen. Sie kümmert sich auch darum, dass alle bei ihr angelieferten Exponate bis Ende November ins Burda-Museum gelangen und die Namen der Hobby-Künstlerinnen gelistet sind.

Trotz Sinn und Zweck des Kunstprojekts: Immer nur Korallen häkeln ist den Damen nicht genug. Jede arbeitet bereits parallel an Weihnachtsgeschenken. Socken, Pullover, Schmuse-Decke, zählt Stadler zusätzliche Kundenaufträge auf.

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