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I hätt do mol ä Frog

Steht die Landstraße zwischen Heidelsheim und dem Oberacker Kreisel unter Denkmalschutz?

Unter der Rubrik „I hätt do mol ä Frog” erfüllen wir Recherchewünsche unserer Leser. Thilo Kerzinger ärgert sich über den Straßenbelag der L618 und fragt provokant, ob die Strecke unter Denkmalschutz stehe, weil seit Jahren die Fahrbahndecke immer mehr verkommt. Wir haken nach.

Die L 618 zwischen Heidelsheim und dem Oberacker Kreisel ist gefährlich - aber steht sie auch unter Denkmalschutz? Foto: Monika Eisele

Von unserer Mitarbeiterin Monika Eisele

Verträumt und fast schon romantisch schlängelt sich ein Abschnitt der L 618 zwischen Heidelsheim und dem Kreisel oberhalb von Oberacker durch den Kraichgau. Gerade mal so breit, dass zwei normal breite Autos bei angepasster Geschwindigkeit aneinander vorbei kommen.

Unbefestigte Straßenränder und nur abschnittweise mit Mittelstreifen versehen, sehr kurvig und nach Heidelsheim hin mit einem Gefälle von 16 Prozent, fordert das Befahren der Strecke höchste Aufmerksamkeit. Notdürftige Reparaturen haben den Belag über die Jahre in einen Flickenteppich verwandelt. Das veranlasste BNN-Leser Thilo Kerzinger aus Heidelheim zu der Frage, ob die Straße denn unter Denkmalschutz stehe?

Während seines Berufslebens ist Kerzinger die Strecke öfter gefahren, teilweise mit eingeklapptem Seitenspiegel, wie er erzählt. Jetzt ist Kerzinger schon etliche Jahre im Ruhestand, ehrenamtlich Vorsitzender des Kreisseniorenrates und – zumindest bis vor Corona – noch immer viel unterwegs. Der Verkehr nimmt stetig zu, die Autos werden breiter und noch immer ist nichts passiert. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass nichts gemacht wird. Geld für den Straßenbau ist doch da“, sagt er.

Problem „Sportfahrer”

Für Bandscheibengeschädigte sei die Strecke jedenfalls nichts, fügt er noch hinzu. Und man müsse das Lenkrad gut festhalten. „Wenn man mit angepasster Geschwindigkeit fährt, ist alles in Ordnung“, sagt Kerzinger. Problematisch sind die „Sportfahrer“, die gerne mal drängeln oder – trotz der unübersichtlichen Strecke - sogar überholen. „Zum Glück passiert nicht viel, aber wenn es mal kracht, dann ordentlich“, weiß Kerzinger, dessen Nachbar schon einen bösen Unfall erleben musste. „Man kann halt nicht ausweichen“, so Kerzinger.

Genutzt werde die Strecke hauptsächlich während des Berufsverkehrs, um die viel befahrene L 554 und die verstopften Ortsdurchfahrten, wie beispielweise in Unteröwisheim, zu umgehen und aus Sulzfeld und dem Eppinger Raum nach Bruchsal oder zurück zu gelangen. Nach Telefonaten mit Firmen, habe sich immerhin das Lkw-Problem weitestgehend erledigt. Seit in Heidelsheim die Umleitung wegen des Bahnbaus ist, sei es etwas ruhiger geworden.

Im Zusammenhang mit den Diskussionen und Planungen für eine B 35-Nordumgehung, gab es auch schon Überlegungen, die Strecke still zu legen. „Aber das geht ja schon seit Jahrzehnten und die Planungen ändern sich ständig“, winkt Kerzinger ab. Und das wird wohl vorerst auch so bleiben. Beim Regierungspräsidium gibt es derzeit keine Planungen für den Streckenabschnitt.

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