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Anwohner gereizt

Baustelle zwischen Ubstadt und Stettfeld: Viele Autofahrer wählen den Schleichweg

Weil auf der A5 und am Walldorfer Kreuz gearbeitet wird, suchen sich viele Autofahrer einen Weg an den Staus vorbei. Sie landen im nächsten Stau, denn auch die B3 ist zwischen Ubstadt und Weiher eine Baustelle. Anwohner zeigen sich zunehmend gereizt, zumal viele Autofahrer in ihrer Not auch auf Feldwege ausweichen.

Eine Blechlawine schiebt sich am Ortsausgang von Weiher an den Häusern und Hofeinfahrten vorbei. Anwohner klagen nicht nur über den Lärm – sie kommen teilweise noch nicht einmal mehr aus der Einfahrt heraus. Foto: Eisele Monika

Von Monika Eisele

Die Autobahnbaustellen bei Bruchsal, Kronau sowie am Walldorfer Kreuz, oder besser die fast täglichen Unfälle und Staus dort, haben fast schon gewohnten Ausweichverkehr zur Folge. Dazu kommen zahlreiche zwischen- oder innerörtliche Baustellen. Seit die B3 zwischen Ubstadt und Stettfeld voll gesperrt ist, bekommt vor allem Weiher die Folgen zu spüren.

Folgt man der Duden-Definition, wonach Verkehr „die Bewegung von Fahrzeugen, Menschen, Gütern, Nachrichten auf dafür vorgesehenen Strecken, Wegen“ ist, herrscht derzeit rund um Ubstadt-Weiher kaum Verkehr. Zumindest während der Feierabendstunden steht selbiger nämlich, auf der Umgehungsstraße vom Kreisel bis zurück zum Hardtsee oder noch weiter bis Bruchsal Nord.

Das Ausweichen auf die Weiherer Hauptstraße bringt auch wenig, dann steht man halt dort. In optimistischen Momenten kann man immerhin von zähfließendem Verkehr sprechen.

Anwohner klagen über Lärm und Staus

Ein älterer Herr, dessen Haus in der Kurve bei der Gärtnerei steht, versteht die Planung nicht. „Warum machen die überall gleichzeitig Baustellen“, fragt er. „Kümmert sich da niemand drum?“ Zu bestimmten Zeiten sei es ihm kaum möglich aus seinem Hof zu fahren, erzählt er. Und in jedem Auto sitze nur ein Einziger, ergänzt er kopfschüttelnd.

Eine Anwohnerin, die in der anderen Richtung wohnt, hat zum Lärm vor der Haustür auch noch den Lärm der Umgehungsstraße. „Das ist echt laut“, sagt sie und hofft auf Besserung, wenn die B3-Sperrung zwischen Ubstadt und Stettfeld aufgehoben wird.

Eine Besucherin des Eiscafés in der Weiherer Ortsmitte erzählt: „Ich wohne in Kronau und arbeite in Hambrücken. Letzte Woche habe ich die Autos bis Forst stehen sehen und kam bis Kronau nicht aus dem Stau raus. Einmal musste die Feuerwehr ausrücken, die kamen kaum durch.“ Hat man einen Arzttermin, fährt man am besten zwei Stunden vorher los und selbst dann könnte man zu spät kommen, meint ihre Freundin.

Torsten Eiser, dessen Friseursalon ebenfalls in der Weiherer Ortsmitte steht, bekommt Unterschiedliches von seinen Kunden zu hören: „Die an der Hauptstraße wohnen beschweren sich, die anderen interessiert es nicht.“ In Weiher sei die Parksituation entlang der Hauptstraße ein großes Problem. Aber er habe ein Ziel vor Augen, das Ende der Arbeiten auf der B3.

Umfahrung der B3 Foto: Eisele Monika

Ordnungsamt weiß um die Folgen der Baustellen

Die lägen gut im Plan, sagt Brunhilde Schlageter vom Ordnungsamt. Rechtzeitig vor Schuljahresbeginn könne am kommenden Wochenende die B3 wieder freigegeben werden, vorbehaltlich etwaiger Wetterunbill oder sonst unvorhersehbare Einflüsse, so Schlageter. „Verzögerungen und Belastungen für die Anwohner der Ausweichstrecken sind leider nicht zu vermeiden und der Schleichverkehr ist halt auch nicht gänzlich zu unterbinden“, weiß sie um die Folgen.

Den temporären Einschränkungen stünden jedoch langfristig die deutlich verbesserte Verkehrssituation auf der B3 sowie neue und sichere Radfahrer- und Fußgängerbeziehungen gegenüber. Aus polizeilicher Sicht sei die Situation entspannt, sagt Marc Gundermann vom Polizeirevier Bad Schönborn. Natürlich habe man die Situation im Blick. Bislang seien an ihn allerdings noch keine Beschwerden herangetragen worden.

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