Skip to main content

54-jähriger Mann ist noch im Krankenhaus

Brüder sitzen nach Waghäuseler Gleisattacke weiter in Untersuchungshaft

Zwei Männer haben Ende Juli einen anderen Mann am Bahnhof Waghäusel vor einen Zug gestoßen. Mit Glück überlebte das Opfer. Doch die Tat wirft noch viele Fragen auf.

Tatort Bahnhof Waghäusel: Hier wurde Ende Juli ein Mann vom Zug erfasst und schwer verletzt. Seither läuft die Fahndung nach dem Täter. Foto: Kurt Klumpp

In Frankfurt läuft gerade der Prozess gegen einen Mann, der im Juli 2019 einen Jungen und seine Mutter im Frankfurter Hauptbahnhof vor einen Zug stieß. Der achtjährige Junge starb, die Mutter konnte sich retten. Etwas glimpflicher ging die Gleisattacke vor wenigen Wochen, Ende Juli, am Bahnhof in Waghäusel aus. Und dennoch waren viele Menschen auch hier schockiert über die brutale Tat.

Die beiden tatverdächtigen Männer, 22 und 25 Jahre alt, sitzen weiter in Untersuchungshaft. Die Polizei hatte das Bruderpaar zwei Tage nach der Tat festgenommen. Ihnen wird versuchte Tötung vorgeworfen. Ob Anklage erhoben wird, konnte die Staatsanwaltschaft auf BNN-Anfrage noch nicht sagen. Die Ermittlungen dauern an. Noch gibt es zu viele offene Fragen.

Das Tatmotiv liegt im Dunkeln

So viel zumindest scheint festzustehen: Am Abend des 28. Juli waren die Brüder am Gleis des Waghäuseler Bahnhofs auf ihr späteres Opfer getroffen. Es handelt sich dabei um einen 54-jährigen Karlsruher. Es folgte ein Stoß, der Mann fiel ins Gleisbett und drohte von einem herannnahenden Zug überrollt zu werden. Einer der mutmaßlichen Täter, der ältere Bruder, soll sogar versucht haben, sein Opfer daran zu hindern, wieder auf den Bahnsteig zu gelangen.

Der 54-jährige Mann wurde vom Zug erfasst, überlebte den Sturz aber schwer verletzt. Er sei auf dem Weg der Besserung aber noch immer in stationärer Behandlung in einem Krankenhaus, erklärt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. An dem Gerücht, dass er beim Sturz ein Bein verloren habe, sei aber nichts dran. Der jüngere Bruder soll laut Polizei den Tatort „abgesichert” haben.

Warum die beiden jungen Männer, die als Asylbewerber aus Syrien in einer Gemeinschaftsunterkunft lebten, den ihnen offenbar völlig fremden Mann attackiert haben sollen, ist weiterhin unklar.

Ein Tatmotiv scheint bisher nicht zu erkennen sein. Gab es zuvor Streit? Gab es einen Raub? Auf Raub jedenfalls deutet bislang nichts hin. All diese Fragen sind Teil weiterer Ermittlungen, wie die Staatsanwaltschaft erklärt. Das 54-jährige Opfer hatte jedenfalls nach der Tat angegeben, ohne erkennbaren Grund und unvermittelt angegriffen worden zu sein.

Mutmaßliche Täter konnten zwei Tage später gestellt werden

Auf die Spur der Brüder kamen die Ermittler aufgrund von Zeugenaussagen. Nach der Tat hatten Streifenwagen und Polizeihubschrauber die Gegend abgesucht und Personen kontrolliert. Dann, zwei Tage später, der Zugriff. Die Tatverdächtigen befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft. Sollten sie für die Tat verurteilt werden, droht ihnen eine Haftstrafe.

Diese, so erklärt es die Staatsanwaltschaft, werde meist zunächst in Deutschland angetreten. Ob jemand aus der Haft heraus dann in sein Heimatland abgeschoben wird, hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem davon, wie die Situation im Heimatland ist.

nach oben Zurück zum Seitenanfang