Nationalparzentrum Ruhestein Schwarzwald
Vollständig eingerüstet ist die Stahlkonstruktion, aus der im kommenden Jahr das neue Besucherzentrum für den Nationalpark Schwarzwald entsteht. Auf der Westseite wird aktuell an den Dächern und der Schindelfassade der Gebäuderiegel gearbeitet. | Foto: Karl-Anton Doll

Nationalpark Schwarzwald

Eröffnung des Besucherzentrums verschiebt sich auf Ende 2020

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Das neue Besucherzentrum für den Nationalpark Schwarzwald ist inzwischen deutlich in die Höhe gewachsen – allerdings hat sich der Termin, zu dem das Millionenprojekt am Ruhestein in Betrieb genommen werden soll, nach hinten verschoben.

War bisher die Rede vom Sommer 2020, so strebt man nun das Ende des kommenden Jahres für die Eröffnung an, heißt es auf Anfrage aus dem Finanzministerium Baden-Württemberg. Die Planungen für die neue Dauerausstellung, die dann in das Infozentrum ziehen wird, sind indes weit fortgeschritten, erste Gewerke bereits ausgeschrieben und in Arbeit. Der Zeitplan für die gesamte Baustelle werde vom konstruktiven Holz- und Stahlbau bestimmt, der gerade ausgeführt wird. „Witterungsabhängig und abhängig vom Verlauf der Montage der wesentlichen Holz- und Stahlbauteile ist der Zeitplan gegebenenfalls fortzuschreiben“, so ein Sprecher des Ministeriums. Das Verwaltungsgebäude für den Nationalpark soll schon früher fertig werden und von Herbst 2019 an genutzt werden können.

Montageplanung für den Skywalk folgt

Nichts geändert hat sich indes bei den Gesamtkosten, die bei rund 50 Millionen Euro liegen. Durch das Besucherzentrum hindurch und dann außerhalb auf „Augenhöhe“ mit den Baumwipfeln sollen Besucher sich künftig auf dem „Skywalk“ bewegen können. Für den Bau dieses „Wipfelpfads“ und des dazugehörigen Turms wird derzeit noch an der Montageplanung gearbeitet. Aktuell erfolgen auf den bereits errichteten sogenannten Gebäuderiegeln auf der Westseite Arbeiten an den Dächern und an der Holzschindelfassade. Parallel dazu werden im Inneren der Trockenbau und die Installation der Haustechnik vorgenommen. Seit dem Frühjahr dieses Jahres wird außerdem auch auf der Ostseite der konstruktive Holz- und Stahlbau für die dortigen Gebäuderiegel errichtet.  Dort sieht man den Beginn des Innenausbaus für diesen Sommer vor.

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Ausstellung soll Ende 2019 eingebaut werden

Die Holz- und Stahlkonstruktionen für alle Riegel sollen noch in diesem Jahr fertiggestellt werden, so der Plan des Finanzministeriums. Geplant ist auch, dass Ende 2019 die neue Dauerausstellung eingebaut wird. Die einzelnen, Riegel genannten, Gebäudeteile sollen am Ende – wie mehrfach berichtet – an übereinandergestürzte Baumstämme im „wilden“ Nationalpark erinnern und auf einer insgesamt 3 000 Quadratmeter großen Fläche neben Dauer- und Sonderausstellung unter anderem auch Vortragsräume und ein Kino sowie einen Shop und ein Restaurant beherbergen.

Nationalparkzentrum Ruhestein Schwarzwald
Zwischen Tag und Nacht wechseln soll die Lichtstimmung im Inneren der interaktiven Dauerausstellung, wie diese Computersimulation zeigt. | Foto: Kunstraum GfK

Auch die inhaltliche Arbeit an der neuen Schau geht voran. Seit Herbst 2018 sind einzelne Arbeiten ausgeschrieben. „Kreatives braucht Vorlauf“, erklärt Ursula Pütz, Leiterin der Besucherzentren im Nationalpark. So sei zum Beispiel ein Filmemacher bereits immer wieder im Park unterwegs – da in der Ausstellung der ganze Jahresverlauf abgebildet werden soll, braucht es auch Aufnahmen zu verschiedenen Zeiten. Zudem werden derzeit Illustrationen und animierte Inhalte erstellt, ebenso sind Texter in Abstimmung mit Wissenschaftlern des Nationalparks bereits „mittendrin“.

Abstimmung mit Berater für Barrierefreiheit

Auch Programmierarbeiten und Tierpräparationen sind inzwischen vergeben – vor allem letzteres Handwerk braucht viel Vorlauf. Aktuell gehört die Auswahl von Bildern und Texten zu den Hauptaufgaben für die Ausstellungsmacher. Beispieltexte wurden bereits mit einzelnen Besuchern „getestet“ – diese Vorab-Evaluation war eine der Bedingungen für die Förderung von einer Million Euro, die die Deutsche Bundesstiftung Umwelt zu den Gesamtkosten von drei Millionen Euro für die Dauerausstellung beiträgt. Im vergangenen Jahr habe es außerdem viel Abstimmungsarbeit mit einem Berater für Barrierefreiheit gegeben, und auch mit dem Badischen Blindenverband habe man sich ausgetauscht, berichtet Ursula Pütz.

Inhaltliche Vorbereitung ist im Zeitplan

Die moderne Ausstellung soll viele interaktive, multimediale und technische Elemente enthalten und nach dem Zwei-Sinne-Prinzip funktionieren: Kann ein Ausstellungsstück nicht mit einem bestimmten Sinnesorgan erfasst werden, soll es mit einem anderen möglich sein. „Der Zeitplan sieht gut aus“, sagt Ursula Pütz. Wenn die Ausstellung dann eingebaut ist, finden noch Probeläufe statt, um zu testen, ob es Fehler in der Programmierung gibt. „Aber da sind wir sehr zuversichtlich.“

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