Der Raum wird knapp: Die Erweiterung der Feuerwache steht auf der Agenda der Stadtverwaltung. | Foto: Rudolphi/Wagner

Neuplanung erforderlich

Feuerwache Baden-Baden lässt sich nicht aufstocken

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Die Stadt Baden-Baden muss ihre Pläne, die Feuerwache in der Schwarzwaldstraße aufzustocken, zu den Akten legen. „Das geht aus statischen Gründen nicht. Das hat die Voruntersuchung durch ein Ingenieurbüro ergeben“, erläuterte Bürgermeister Roland Kaiser auf BNN-Nachfrage am Freitag bei der Vorstellung des Jahresberichts 2018 für die Feuerwehr. Für das Rathaus bedeutet dies: „Zurück auf Anfang. Wir können das Grundstück nun neu überplanen“, betonte der Dezernent. Eine mögliche Option sei, die bestehende Feuerwache abzureißen und neu zu bauen.

Die Feuerwehr habe grundsätzlich weiteren Platzbedarf. Daran habe auch der Auszug des DRK-Rettungsdienstes aus dem Gebäude nichts geändert. Die Freiwillige Feuerwehrabteilung Stadtmitte nutze vorübergehend diese Räume, die jedoch in sehr schlechtem Zustand seien. Um die akute Platznot etwas zu mildern, ist vorgesehen, voraussichtlich Ende des Jahres auf dem Areal weitere Container aufzustellen.

Plan sieht mehr Personal bei Feuerwehr vor

Nach Auskunft von Kommandant Martin Buschert ist der zusätzliche Raumbedarf unter anderem dem Feuerwehrbedarfsplan geschuldet, der eine Aufstockung des Personals beinhaltet. Die hauptamtliche Abteilung verfügte 2018 über vier Stellen mehr als im Jahr zuvor. Einen leichten Anstieg um neun auf insgesamt 292 Angehörige gab es bei den Freiwilligen Abteilungen. Kaiser zufolge hat die Stadt den Auftrag, diesen Stand mindestens zu stabilisieren oder zu erhöhen. Es seien diverse Öffentlichkeits-Kampagnen geplant, um mehr Personal für die Feuerwehr zu gewinnen.

Rund 150 Einsätze mehr als 2017

Die musste im Vorjahr zu insgesamt 1.665 Einsätzen ausrücken, das waren 149 mehr als 2017. Darunter waren 483 Brandalarme (plus 113). Tatsächlich gebrannt hat es in 193 Fällen (plus 67). Der Rest waren Fehlalarme. In 43 Fällen hat eine automatische Brandmeldeanlage ein tatsächliches Feuer gemeldet, das entspricht einem Anteil von etwa 15 Prozent aller automatischen Alarmierungen. „Durch die Bekämpfung in einem frühen Stadium haben wir häufig größeren Personen- und Sachschaden verhindert“, betonte Buschert. Die 946 (plus 33) technischen Hilfeleistungen machten mit 54 Prozent den größten Teil der Einsätze aus. 236-mal rückte die Feuerwehr nach Anforderungen durch den Rettungsdienst zu medizinischen Erstversorgungen aus.

Im Einsatz: 2018 musste die Feuerwehr 1 665-mal ausrücken, unter anderem zu einem Waldbrand, den ein Motorradunfall auf der Schwarzwaldhochstraße verursacht hatte.

Rettungsfahrzeuge länger unterwegs

Kaiser erklärte die steigende Zahl dieser Einsätze damit, dass die Rettungsfahrzeuge in der Regel immer länger unterwegs seien, weil sie größere Strecken zu den jeweiligen Kliniken zurücklegen müssten, sodass zusätzliche Aufgaben auf die Feuerwehr zukämen.
Kommandant Martin Buschert zufolge haben die Einsatzkräfte im zurückliegenden Jahr 181 Menschen gerettet oder aus Notlagen befreit und 194 medizinisch versorgt. Für 14 Menschen kam jede Hilfe zu spät.