Die Tote-Meer-Salzgrotten sind eine der jüngeren Attraktionen im Thermarium Bad Schönborn. Rund 20 000 Besucher jährlich suchen deren gesundheitsförderndes Klima auf. Auch ein Fitnessstudio ist dem Bade- und Saunapark angeschlossen.
Die Tote-Meer-Salzgrotten sind eine der jüngeren Attraktionen im Thermarium Bad Schönborn. Rund 20 000 Besucher jährlich suchen deren gesundheitsförderndes Klima auf. Auch ein Fitnessstudio ist dem Bade- und Saunapark angeschlossen. | Foto: pr

Mehr Gäste als im Vorjahr

560.000 Besucher im Thermarium Bad Schönborn

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Neblige Novembertage und kühle Winterwochen beleben das Geschäft mit warmen Wasser und Wellness. Im Thermarium Bad Schönborn ist dann Hochsaison. Überhitzte Sommermonate wie in diesem und dem vergangenen Jahr bremsen dagegen den Betrieb. Dennoch rechnet der Geschäftsführer des Thermariums mit einer um 1,5 Prozent höheren Besucherzahl aller Teileinrichtungen im Jahr 2019.

„Im Vorjahr hatten wir im gesamten Wellness- und Gesundheitspark rund 560.000 Besucher“, sagte Markus Hoppe im Gespräch mit den BNN, nachdem eine Gesellschafter-Versammlung stattgefunden hatte.

Auch das Fitnesszentrum ist gut besucht

Die umfangreiche Saunalandschaft sowie die Tote-Meer-Salzgrotte erfreuen sich bei den Besuchern steigender Beliebtheit (plus neun und zehn Prozent Zunahme), vor allem an den Wochenenden. Das ebenfalls zum Badekomplex gehörende Fitnesszentrum ist durch die rund 2 500 Mitglieder gleichermaßen gut frequentiert. Herzstück bleibt das Sole-Thermalbad mit 1 400 Quadratmetern heilendem Wasser, das bis zu 35 Grad warm in Mingolsheim genossen wird. „Die Badelandschaft zieht Menschen aus einem weiten Bogen vom Saarland über die Pfalz, Rhein-Neckar-Raum und Südhessen bis Nordbaden an“, erklärt Hoppe das Haupteinzugsgebiet. Eher weniger Besucher kämen aus Karlsruhe – sie suchen die Thermalbäder des Schwarzwalds auf.

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Profitabler Betrieb

Das 1975 eröffnete Thermarium konkurriert mit Bädern in Bad Bergzabern, dem Odenwald oder Bad Rappenau um die Gäste, die ruhigere, aber dafür gesündere Wasserwelten suchen. Rund 5,7 Millionen Euro Umsatz machte das Thermarium zuletzt. Der alltägliche Betrieb arbeitet profitabel.

6000 Besucher mit ärztlichem Rezept

Dennoch kommt es in der Bilanz 2018 und wohl auch 2019 zu Verlusten. Das liegt an den Abschreibungen sowie Zinsen und Tilgung von Schulden. In den vergangenen Jahren wurde sehr viel Geld in Instandhaltung und neue Einrichtungen investiert. „Wir sind deshalb auf Kante unterwegs“, sagt Bad Schönborns Bürgermeister Klaus Detlev Huge zur Finanzlage. Die Gemeinde ist über die Kurbetriebs-GmbH zu 51 Prozent am Thermarium beteiligt. In den früheren Jahrzehnten wurden Gewinne aus dem Thermarium eher ausgeschüttet und nicht in Rücklagen angelegt. Davon profitierte die Gemeinde lange Zeit – es war die Ära mit allein 300 000 Badebesuchern auf ärztliches Rezept. Heute sind es gerade noch 6 000. Die durch das aggressive Salz immer wieder nötigen Sanierungen der Becken und die neuen Betriebsteile wie die Salzgrotten konnten nur durch Kreditaufnahme bewältigt werden. Zuletzt waren es vor fünf Jahren nochmals drei Millionen Euro, so Hoppe, in dessen Amtszeit die Neuausrichtung begann.

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Verluste geringer als die Prognose

Nach BNN-Informationen sanken in den vergangenen Jahren die Verluste und fielen geringer aus als prognostiziert. Die Gewinnzone scheint ab 2020 erreichbar. Bürgermeister Huge und Geschäftsführer Hoppe sehen den Gesundheitspark gerüstet für den Kampf um anspruchsvolle Gäste.

Kommt das Hotel?

Ein Hotel ganz nah am Bad, aber durch andere Betreiber, ist ein altes Projekt. Darüber könnte 2020 eine Entscheidung fallen. Eine verbesserte Busvorfahrt und Parkplätze auf bereits versiegelten Flächen sind kleine Bausteine für 2020 um die Attraktivität zu erhalten.

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