Damit die Narren beim Bruchsaler Fastnachtsumzug friedlich feiern können, gibt es neue Sicherheitsvorkehrungen. Ungefähr 2 250 Aktive, darunter 270 Kinder, werden am Sonntag zu sehen sein.
Damit die Narren beim Bruchsaler Fastnachtsumzug friedlich feiern können, gibt es neue Sicherheitsvorkehrungen. Ungefähr 2 250 Aktive, darunter 270 Kinder, werden am Sonntag zu sehen sein. | Foto: Heintzen

Harter Alkohol verboten

Bruchsal: Viele Vorschriften für Fastnachts­umzug

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Der Countdown läuft auf der nagelneuen Website des Komitees Bruchsaler Fastnachtsumzüge (KBF). Fünf Tage sind es noch, und bei Erika Dautermann „liegen die Nerven blank“: Sie muss noch die Urkunden für die teilnehmenden Gruppen drucken lassen und Zugnummern sortieren. 99 Nummern werden die Schweizer Fasnet, die Kurpfälzer Fasnacht, die Schwäbisch-Allemannische Fasnet und das Brauchtum der Region beim Bruchsaler Umzug zeigen.

2 250 Aktive werden zu sehen sein, darunter 270 Kinder. Los geht es am Sonntag um 13.33 Uhr an der Post. Von dort führt die Strecke Richtung Friedrichsplatz, auf die Kaiserstraße, entlang der Huttenstraße und über den Kübelmarkt zum Rathaus.

Anwohner hatten sich beschwert

In der Vergangenheit war die Strecke schon länger und führte durch die Obervorstadt. Aber wegen Beschwerden der Anwohner könne man den Zug dort nicht mehr entlang führen, sagt KBF-Mitglied Dautermann. Sie muss sich bei der ehrenamtlichen Organisation des Umzugs auch mit anderen Vorschriften herumschlagen: „Besonders hart treffen uns dieses Jahr die Sicherheitsvorschriften.“


Sicherheit vs. Datenschutz

Beispielsweise müsse Dautermann alle Ansprechpartner namentlich aufführen, aber gleichzeitig die Regeln zum Datenschutz beachten. „Gottseidank gibt es im Rathaus liebe Mitarbeiter und wir haben die Unterstützung der Polizei“, sagt Dautermann. Besondere Vorsicht sei bei der Lautstärke des Umzugs geboten, denn es gebe mehrere Messstellen entlang der Strecke, um die Lärmbelastung für die Anwohner zu überwachen.

Die Route des Umzugs am Sonntag.
Die Route des Umzugs am Sonntag. | Foto: Stadt Bruchsal

In den vergangenen Jahren hätten Berichte über alkoholisierte Zuschauer, insbesondere Jugendliche, zugenommen, erzählt Dautermann. Anwohner beschwerten sich immer wieder bei ihr über Wildpinkler in Haushöfen, beschädigte Autos oder handgreifliche Auseinandersetzungen. „Aber was soll ich denn machen?“, fragt die Bruchsalerin. „Da ist in der Erziehung etwas schief gelaufen.“

Absperrgitter, Einlasskontrollen und Alkoholverbot

Den Spaß am Brauchtum will sich das KBF davon nicht verderben lassen. Es gebe mittlerweile mehrere kostenlose Toilettenwägen und Absperrungen entlang der Strecke, um Rangeleien zu vermeiden. Erstmals wird in diesem Jahr der Friedrichsplatz mit sogenannten Drängelgittern abgesichert. Mit kontrollierten Einlassstellen will die Polizei eine Überfüllung des Platzes verhindern.

In der gesamten Bruchsaler Innenstadt sind am Sonntag das Mitführen und der Verzehr alkoholischer Getränke in der Öffentlichkeit verboten – davon ausgenommen sind aber Bier, Wein und Sekt. Die B 3 in der Ortsdurchfahrt wird ab mittags bis ungefähr 18 Uhr komplett gesperrt sein.

Viele Highlights geboten

Das Komitee Bruchsaler Fastnachtsumzüge verspricht unter dem Motto „Die Quadratur des Kreiselns“ ein buntes Spektakel mit Highlights wie Hexengruppen oder Schweizer Guggenmusik. Der Komiteewagen widmet sich dem Thema „Autonomes Fahren“, verrät Erika Dautermann.