An der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule in Bad Schönborn haben sich mehrere Personen mit Tuberkulose angesteckt.
An der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule in Bad Schönborn haben sich mehrere Personen mit Tuberkulose angesteckt. | Foto: Martin Heintzen

Neue Untersuchungen nötig

Zwei weitere Tuberkulose-Erkrankte in Bad Schönborn

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Obwohl alle bisher Erkrankten in Behandlung sind, ist die Tuberkulose (TBC) aus Bad Schönborns Schulen noch nicht verschwunden. Röntgen-Tests der zahlreichen infizierten Schüler und Lehrer der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule haben ergeben, dass zwei weitere Personen an Tuberkulose erkrankt sind. Somit stieg die Zahl auf insgesamt fünf Erkrankte – den ersten, initialen Fall miteingeschlossen.

„Die betroffenen Personen werden in einer Klinik behandelt“, teilt das Gesundheitsamt Karlsruhe auf BNN-Nachfrage mit. Da sich bei einer der beiden neu entdeckten erkrankten Personen ein geringer Ansteckungsgrad zeigte, wird nach acht Wochen eine weitere Umgebungsuntersuchung stattfinden.

Möglicherweise kommen noch mehr Erkrankungen hinzu

Erst nach dieser Zeit sind die Tests aussagekräftig. Die Untersuchung beschränke sich wegen der geringen Ansteckungsgefahr auf die betroffene achte Klassenstufe, auf die Schüler, die dort bisher negativ getestet worden waren, erklärt eine Ärztin des Gesundheitsamts. In dieser Stufe war auch der erste Fall aufgetreten.

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„Bei der zweiten Person sind die Laboruntersuchungen zur Ansteckungsfähigkeit noch nicht abgeschlossen“, teilt Landratsamt-Pressesprecher Martin Zawichowski mit. Zudem fehlen noch einige Röntgen-Befunde. So sei es möglich, dass noch Erkrankungen hinzukommen, sagt die Gesundheitsamt-Ärztin.

Krankheit bricht oft erst viele Monate nach der Ansteckung aus

Bereits als feststand, dass es insgesamt 109 infizierte Schüler und Lehrer an der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule gibt, hatte das Amt vermutet, dass darunter weitere Erkrankte gefunden werden würden. Nicht jeder Infizierte erkrankt und wird ansteckend.

Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem infizierten Jugendlichen Tuberkulose ausbricht, liegt bei 15 Prozent, bei Erwachsenen ist die Zahl niedriger. Meist bricht die bakterielle Infektionskrankheit eineinhalb bis zwei Jahre nach der Ansteckung aus.

Keine Infektionen an Grundschule

Vor den Pfingstferien war bei einem Achtklässler eine hochansteckende Tuberkulose diagnostiziert worden. Erste Umgebungsuntersuchungen im nahen Umfeld und seiner Klassenstufe brachten drei weitere Erkrankte zum Vorschein sowie rund 50 Infizierte. Daraufhin wurden die Tests auf die ganze Schule ausgeweitet und insgesamt 109 Menschen mit dem Tuberkulose-Erreger gefunden.

Auch an der Franz-Josef-Kuhn-Grundschule in Langenbrücken laufen noch Tests, da einer der ersten drei Erkrankten dort zur Schule geht. Seine Ansteckungsfähigkeit war ebenfalls gering, weswegen lediglich eine erste Klasse getestet wird. Die bisher vorliegenden Testergebnisse zeigen keine weiteren Infektionen.

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