Der gefährliche Schwelbrand in einem großen Gebäudekomplex in der Johannespassage stellte die Einsatzkräfte in der Nacht zum Mittwoch vor eine Herausforderung. | Foto: Bernhard Margull

Rauch dringt aus Toilette

Bühler Innenstadt ist bei Hausbrand knapp einer Katastrophe entgangen

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Die Bühler Innenstadt ist in der Nacht zum Mittwoch nur knapp einer Katastrophe entgangen. Wie berichtet, ist am Dienstag gegen 17 Uhr in einem großen Wohn- und Geschäftshaus in der Johannespassage ein Brand ausgebrochen. Vermutlich hat sich in einer Dehnfuge innerhalb des riesigen Gebäudekomplexes ein Schwelbrand entwickelt.

40 Bühler Feuerwehrleute waren am Dienstagabend im Einsatz, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. An der nächtlichen Brandwache waren noch 16 Mitglieder der Wehr beteiligt.

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„Mir fallen die Augen zu“

„Fragen Sie schnell, sonst fallen mir die Augen zu“, erklärt Feuerwehrkommandant Günter Dußmann unserem Redakteur am Mittwochmorgen. Die Einsatzleitung hatte mit zwei Fahrzeugen auf dem Johannesplatz Quartier bezogen. Dußmann geht davon aus, dass der Brand durch Schweißarbeiten an Bitumenbahnen ausgelöst wurde.

Die Lage war beim Eintreffen der Feuerwehr äußerst problematisch. „Einen Brand in einer Dehnfuge sieht man von außen nicht“, berichtet Dußmann. „Dort entsteht Wärme, die nicht entweichen kann. Sie wird immer größer und kann sogar die Tapete in einer Wohnung zum brennen bringen.“

Rauch kommt aus Steckdosen

Der Schwelbrand in der Johannespassage wurde laut Dußmann von einem aufmerksamen Bewohner des zu Beginn der 1990er Jahre entstandenen Hauses rechtzeitig bemerkt. „Ich mag mir nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn das Feuer nachts ausgebrochen wäre und auf den Dachstuhl übergegriffen hätte“, meint Dußmann.

Die Feuerwehr stand in dem weitläufigen und verwinkelten Gebäudekomplex vor einer schwierigen Aufgabe. Das mehrgeschossige Bauwerk erhebt sich inmitten der  dicht bebauten Altstadt zwischen Johannesplatz und Hauptstraße, die durch eine kleinteilige Bebauung mit Wohn- und Geschäftshäusern geprägt wird.

„Als wir eingetroffen sind, drang Rauch aus Steckdosen, Bodenleisten und sogar aus einer Toilettenschüssel“, sagt der Feuerwehrchef. Alle Wohnungen in unmittelbarer Nachbarschaft der Dehnfuge mussten evakuiert werden.

Entlang dieser Fuge wurde in der Nacht zum Mittwoch und am Mittwochmorgen auf allen Geschossen regelmäßig die Temperatur in der Wand gemessen. Die lag zunächst bei 37 Grad Celsius und sank dann im Verlauf des Mittwochmorgens auf 23 Grad Celsius ab.

Löschwasser durchs Fognails gespritzt

Die Feuerwehrleute bohrten Löcher in die Wände und spritzten über sogenannte Fognails Wasser und Löschschaum in die Fuge, um den Schwelbrand und die gefährliche Hitzeentwicklung zu stoppen.

Die Schäden waren am Mittwochmorgen deutlich sichtbar. Von der Decke des Verbrauchermarktes tropfte Wasser. Auch auf den Fußböden der Wohnungen und der angrenzenden Terrassen standen Wasser und Löschschaum.

Aldi Süd beantworte eine Anfrage unserer Redaktion per E-Mail: „Wir sind aktuell mit den unmittelbaren Folgen des Brandes beschäftigt. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben zu möglichen Ursachen, Ausmaß und Auswirkungen machen können.“

Update: Mehrere Hunderttausend Euro Sachschaden

Karen Stürzel, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Offenburg, geht von einem Sachschaden in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro aus. Einige Wohnungen sind laut Stürzel nicht mehr bewohnbar. Die Bewohner sind bei Familienangehörigen, Bekannten und Verwandten untergekommen. Eine gute Nachricht gibt es aber: Verletzt wurde niemand.

2. Update: Aldi öffnet am 21. November

Die Eröffnung der neuen Aldi-Filiale in der Johannespassage kann nun doch (wie geplant) am 21. November stattfinden. Nach dem Brand hatte der Discounter zunächst mitgeteilt, der Termin müsse verschoben werden. „Nach ausführlicher Prüfung der Räumlichkeiten haben wir beschlossen, dass die Eröffnung wie ursprünglich geplant am 21. November stattfinden kann“, heißt es in einer Pressemitteilung des Konzerns.