20 zusätzliche Lkw-Parkplätze entstehen auf der PWC-Anlage Oberfeld an der Autobahn bei Weitenung. | Foto: Siegfried Kachel

Parkplatz an A 5 bei Weitenung

PFC legen Baustelle für sechs Wochen still

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Die Erweiterung des Parkplatzes Oberfeld an der Autobahn 5 bei Weitenung liegt im Zeitplan – wieder, muss es heißen. Denn nachdem im Bodenaushub PFC festgestellt worden waren, ruhte die Arbeit für satte sechs Wochen. „Durch die Umstellung des Bauablaufes konnte aber ein großer Teil der Verzögerung wieder aufgeholt werden“, berichtet Pressesprecher Uwe Herzel vom zuständigen Regierungspräsidium Karlsruhe.

20 weitere Lkw-Plätze

Doch der Reihe nach: Nach wenigen Jahren bereits – die PWC-Anlage war 2011 fertiggestellt worden – ist der Stellplatzdruck bei den Lkw so groß geworden, dass der Parkplatz Oberfeld um 20 auf dann 69 Stellplätze erweitert werden muss. Die Arbeiten haben im Juli begonnen; für die angekündigte Bauzeit von rund fünf Monaten ist das Angebot allerdings eingeschränkt, 26 Plätze fallen vorübergehend weg. Autostellplätze und der Spielplatz sind nicht betroffen.

Suche nach Deponie benötigt

Der Grund für den zwischenzeitlichen Stillstand auf der Weitenunger Baustelle lag in der Entsorgung des Bodenaushubs. Nachdem eine Beprobung die Belastung mit per- und polyfluorierten Chemikalien bestätigte, begann die Suche nach einer geeigneten Deponie. Da aber viele Deponien beim Thema PFC mittlerweile ihre Türen verschließen, wie in der vergangenen Woche auch bei einem PFC-Symposium in Rastatt deutlich wurde, dauerte dies seine Zeit, der Boden musste derweil zwischengelagert werden.

PFC-Probleme auch an anderer Stelle

Es ist nicht das erste Mal, dass PFC entlang der Autobahn für Probleme sorgen. Wenige Kilometer weiter nördlich musste bei der Erweiterung der Tank- und Rastanlage Bühl wegen der PFC eine Grundwasserreinigungsanlage eingebaut werden (das dem Untergrund entnommene PFC-haltige Grundwasser musste aufwendig gereinigt werden, bevor es in die Gewässer abgeleitet werden konnte).

Herstellung der Betondecke beginnt

Mittlerweile tut sich aber wieder etwas bei der Oberfeld-Erweiterung. In der kommenden Woche beginnt laut Uwe Herzel die Herstellung der Betondecke. Diese sowie die restlichen Arbeiten nähmen etwa zwei Wochen in Anspruch: „Die frische Betondecke muss dann vier Wochen aushärten, weshalb die neuen Stellplätze erst Ende November oder Anfang Dezember freigegeben werden können.“

Kosten bei 1,2 Millionen Euro

Mitte November beginnt auch ein weiterer Teil der rund 1,2 Millionen Euro, vom Bund finanzierten Maßnahme. Die Einfahrt zum Pkw-Bereich wird umgestaltet: „Durch eine bauliche Änderung der Zufahrt soll die Einfahrgeschwindigkeit der Autos verringert werden, um gefährliche Situationen aufgrund überhöhter Geschwindigkeit zu vermeiden“, informiert das Regierungspräsidium. Außerdem soll diese Maßnahme die Zufahrt für LKW auf die Autoparkplätze verhindern. Die derzeit als Lagerflächen genutzten Bereiche werden dann laut Herzel auf ein absolutes Minimum eingeschränkt und die nicht benötigten Flächen wieder freigegeben.

Kommentar

Fast hat es den Anschein von Routine. Eine richtige Überraschung mag sich jedenfalls nicht mehr einstellen, wenn PFC-Funde Baustellen vorübergehend stilllegen oder verzögern. Mittelbaden ist eben zum PFC-Land geworden; wo immer ein Spaten geschwungen wird, ist mit solchen Nachrichten wie von der PWC-Anlage Oberfeld an der Autobahn wohl jederzeit zu rechnen. Leider.
Ein zweiter Aspekt der Erweiterungsarbeiten bei Weitenung ist vom Überraschungsmoment völlig frei, im Grunde sogar schon absehbar gewesen, als die PWC-Anlage entstanden ist. Der Verkehr auf der A5, einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen in Europa, hat immens zugenommen, Tendenz weiter steigend. Die Folge ist ein immer stärkerer Parkdruck gerade bei Lastkraftwagen. Dass die Parkplätze schon wenige Jahre nach Fertigstellung der Anlage nicht mehr ausreichen, hat zum Teil hier seine Ursache, zum Teil aber auch in den sehr langen Planungsphasen von Großprojekten. Wenn zwischen Planungs- und Baubeginn 15, 20 oder noch mehr Jahre vergehen, dann sind die Berechnungen, auf deren Grundlage gearbeitet wird, beispielsweise Verkehrsprognosen, von der Wirklichkeit schon wieder überholt und weitere Ausbauarbeiten programmiert. Die A5 ist ein gutes Beispiel dafür.