Die Kriminaltechnik untersuchte am Donnerstag das ausgebrannte Haus und die Scheune in Weiler.
Die Kriminaltechnik untersuchte am Donnerstag das ausgebrannte Haus und die Scheune in Weiler. | Foto: Ehmann

Umzug ins Rathaus

Familie aus dem Enzkreis verliert bei einem Brand in der Silvesternacht alles – so geht es ihr heute

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Nach dem Brand in Keltern-Weiler in der Silvesternacht erlebt die betroffene Familie viel Solidarität. Ausgehend von der anliegenden Scheune war das Haus ausgebrannt, Vater, Mutter und Sohn (11) waren obdachlos. Was im Haus war, dürfte zerstört oder unbrauchbar sein.

„Die Familie fängt bei null an“, konstatiert Bürgermeister Steffen Bochinger, der in der Brandnacht vor Ort war. Die Gemeinde Keltern sorgte für eine erste Unterkunft im Rathaus Niebelsbach, wo ein Zimmer zur Verfügung steht.

Rathausmitarbeiter statten Zimmer aus

Darin: Feldbetten und ein Tisch, später ein Wasserkocher, den Hauptamtsleiter Steffen Riegsinger brachte, und eine kleine Kochplatte von Bürgermeister Bochinger. Kleider gab es aus der Sammlung des DRK. An diesem Freitag soll die Familie, die seit rund einem Jahr in Keltern wohnt, weiterziehen. Für die kommenden drei bis vier Wochen habe man eine Wohnung gefunden, so Bochinger. Sie sei barrierefrei, da die Frau nicht gut zu Fuß sei. Die Suche nach einer dauerhaften Lösung läuft weiter.

Viele spenden für die Familie

Bochinger berichtet von einer Welle von Hilfsangeboten. „Die Drähte laufen heiß.“ Es gebe viele Sachspenden und Angebote für Möbel. Die Kirchengemeinde haben ihre Kollekte vom Sonntag zur Verfügung gestellt. Bochinger sei stolz auf die Gemeinde:

Es gibt doch noch Solidarität in unserer Ellenbogengesellschaft, wenn es drauf ankommt.

Waren es doch keine Feuerwerkskörper?

Am Donnerstagvormittag war die Kriminaltechnik am Brandort, um die Stelle zu inspizieren. Details hierzu wurden nicht kommuniziert. Inzwischen nimmt man Abstand von Äußerungen aus der Silvesternacht, wonach Feuerwerkskörper als Brandherd wahrscheinlich seien. Offiziell gilt inzwischen: Brandursache unbekannt.

Hinweise werden weiterhin erbeten an den Kriminaldauerdienst Pforzheim unter Telefon (0 72 31) 1 86 44 44. Keine neuen Hinweise und Erkenntnisse gibt es zu dem Fall aus der Silvesternacht in Pforzheim, als zwei noch unbekannte Männer einem zehn Jahre alten Mädchen einen angezündeten Böller in die Hand drückten. Die zwölf Jahre ältere Schwester wollte noch helfen und den Böller wegwerfen, als er schon explodierte. Beide Mädchen mussten ins Krankenhaus – das sie nach ambulanter Behandlung laut Polizei wieder verlassen konnten. Auch hier sind weiterhin Hinweise gefragt, und zwar an das Polizeirevier Pforzheim-Süd unter Telefon (0 72 31) 1 86 33 11.