Keine Rettung: Kraft Premium in Ettlingen-Oberweier wird geschlossen. Die Muttergesellschaft befindet sich im Insolvenzverfahren, es wurde kein Investor gefunden. | Foto: Werner Bentz

97 Arbeitsplätze verloren

Investorengespräche gescheitert: Aus für Ettlinger Druckhaus Kraft Premium

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In einer Betriebsversammlung wurde nun doch das Ende von Kraft Premium in Ettlingen-Oberweier verkündet. Beim Hersteller hochwertiger Printprodukte hoffte man wie berichtet auf die Übernahme durch eine Kehler Druckerei. Zumindest 62 von 97 Arbeitnehmern sollten ihren Job dadurch behalten. Grund für das Aus sind laut Sebastian Mielke von der Kanzlei Menold Bezler (Stuttgart) „gescheiterte Investorengespräche“, die den Fortbestand des Ettlinger Druckhauses sichern sollten.

Aufträge sollen abgearbeitet werden

Die Stuttgarter Kanzlei betreut die Sanierung der Heer Mediengruppe mit, zu der Kraft mit seiner 40-jährigen Firmentradition gehört. Man habe dann noch versucht, einen weiteren Investor ins Boot zu bekommen, doch auch das sei leider gescheitert. Schuldzuweisungen seien nun nicht angesagt. Man habe die Betriebsstilllegung einleiten müssen. Ein Teil der Belegschaft werde direkt freigestellt, ein Teil produziere vorerst weiter. „Es sind noch Aufträge in der Pipeline“, man wolle den Kunden so weit wie möglich entgegen kommen. Spätestens in einigen Monaten werde aber geschlossen.

Sanierungsverfahren für mehrere Standorte

Erst 2016 wurde das als Kraft Druck firmierende Unternehmen von der Heer Mediengruppe im Zuge einer Insolvenz gekauft. Die wiederum beantragte 2018 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Die Kanzleien Menold Bezler sowie Schleich & Kollegen begleiten das Sanierungsverfahren der Mediengruppe mit Standorten auch in Sindelfingen, Korntal-Münchingen, Nürnberg.

Gewerkschaft bedauert Entwicklung

Der Karlsruher Gewerkschaftssekretär Andreas Kirchgeßner von der für die Druckbranche zuständigen Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bedauert den Arbeitsplatzverlust sehr. Die Branche sei unter Druck, diverse Firmen zwischen Karlsruhe und Freudenstadt hätten die vergangenen Jahre zugemacht. Der Betriebsrat von Kraft sei nicht organisiert gewesen, habe keinen Kontakt mit der Gewerkschaft gewollt. Beraten wurden nur einzelne Kollegen.