Kiene Angst vor wilden Tieren: Die Outdoor-Experten Silvia Hanne und Steffen Notz im Dobler Baumzelt. | Foto: bgr

Abenteuer im Dobler Wald

Nichts für Weicheier: Übernachten im Baumzelt

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Schon mal in einem Baumzelt übernachtet? Das geht seit gut zwei Monaten in Dobel und zwar im Wald nahe dem Gelände der örtlichen Sportfreunde. Ein Eventunternehmen hat dort mit Genehmigung des Forstes sechs Baumzelte aufgehängt. Die Nachfrage ist gut.

Von unserer Mitarbeiterin Birgit Graeff-Rau

Man rollt halt immer in die Mitte

„Es war ungewohnt, aber interessant“, sagt Torsten Wirtz aus Stuttgart, der gemeinsam mit seinem Sohn Malte eine Nacht dort verbracht hat. Die ungewöhnliche Übernachtung hatte er einem Sohn zum Geburtstag geschenkt und klar, musste der Vater dann auch mit. „Es ist alles gut organisiert, wir haben nach der Anmeldung eine genaue Anweisung bekommen, was wir mitnehmen müssen und wie man das Zelt findet“, lobt Torsten Wirtz. Auch die Möglichkeit der Nutzung der sanitären Anlagen im Clubhaus der Sportfreunde fand er sehr positiv. Trotzdem, für Sohn Malte wird es wohl eine einmalige Erfahrung bleiben. „Man rollt halt immer in die Mitte vom Zelt, da habe ich nicht so gut schlafen können“, meint er.

Wir haben gut geschlafen

„Ziemlich zweisam ist es schon, aber wir haben gut geschlafen“, urteilen dagegen Steffen Notz und Silvia Hanne aus Bad Urach. „Wir stehen auf ungewöhnliche Outdoor-Aktivitäten ohne dass wir jetzt eingefleischte Survival-Camper sind“, sagt Notz. Campingerfahrung im Zelt haben beide, auch im Baumhaus haben sie schon übernachtet. „Ich finde es hier im Baumzelt bequemer“, meint Silvia Hanne. Am Abend zuvor hatten sie das Überzelt geöffnet um den freien Blick in den Himmel zu genießen. „Das war echt toll“, schwärmten die beiden.

Zelt hängt in gut zwei Metern Höhe

Er hätte sich das Zelt in noch größerer Höhe vorstellen können. „So in vier, fünf Metern Höhe, das wäre dann der echte Kick“. Die sechs Zelte hängen aber nur etwa 2,50 Meter hoch. Ein kleines Problem hatte Notz dann aber doch: „Als es schon stockfinster war, bin ich nochmal ins Clubhaus und habe trotz Stirnlampe fast den Weg zurück nicht mehr gefunden“, erzählt er.

Über Rufen verständigt

Aber als Outdoor-Experte wusste er sich zu helfen. „Wir haben uns zugerufen, und so habe ich den Weg wieder gefunden“, meinte er. Die Zelte hängen nicht entlang von breiten Waldwegen in den Bäumen, sondern sind über sehr schmale Trampelpfade, die nur das geübte Auge erkennt, erreichbar. „Vielleicht wären Reflektorstreifen an den Zelten ganz gut, aber übertreiben mit der Kennzeichnung sollte man es nicht“, so Notz.

Angebot ist wohl nichts für „Weicheier“

Vorsichtshalber hatten die beiden Rucksack und Schuhe an der Leiter außen aufgehängt. „Irgendwas, vielleicht ein Fuchs oder ein Wildschwein, ist heute Nacht auch unter unserem Zelt rum gelaufen, das war schon urig“ Notz und seine Partnerin können sich gut vorstellen, einmal für einige Tage ein Baumzelt zu buchen. „Das Angebot spricht uns an. Wer aber normalerweise nur in Hotels übernachtet, für den wird es wohl zu kernig sein“. Man müsse schon vorher wissen, worauf man sich einlässt.

Und hier gibt’s weitere Informationen.