Kontrolle mit erforderlichem Sicherheitsabstand: Edith Grimm vom Ordnungsamt der Stadt Gaggenau und Mirko Ruckriegel von der „Traube“ Michelbach gehen die Anforderungsliste durch. | Foto: Dorscheid

BNN begleiten das Ordnungsamt

Die Gastronomie in Gaggenau setzt die Corona-Vorgaben großteils um

Anzeige

Das Ordnungsamt der Stadt Gaggenau kontrolliert die Gastronomie mit Blick auf die Vorgaben des Landes Baden-Württemberg zum Schutz der Mitarbeiter wie auch der Gäste vor Ansteckung mit dem Coronavirus. Die BNN begleiteten die „Corona-Streife“ bei ihrer Rundfahrt, die Bilanz: Meist sind es nur Kleinigkeiten, die vor Ort korrigiert werden müssen.

„Dass Ihr so schnell wiederkommt, hätte ich nicht gedacht.“ Freundlich lächelnd, aber auch ein klein wenig angespannt empfängt Michael Füchtenschnieder, Inhaber des „Mönchhof“ in Moosbronn, seine Besucher. Es sind zwei Mitarbeiter des Ordnungsamts der Stadt Gaggenau. Sie kontrollieren an diesem Mittwochabend vor Pfingsten eine Vielzahl an Gaststätten in der Kernstadt wie auch in den Stadtteilen. Die BNN begleiten die Beiden.

Auch interessant: Die Freude in der Gastronomie in Rastatt fällt noch verhalten aus

Es geht um die Vorgaben des Landes Baden-Württemberg zum Schutz der Mitarbeiter wie auch der Gäste vor Ansteckung mit dem Coronavirus. Die städtischen Bediensteten Edith Grimm und Michael Götz arbeiten konsequent ihre Liste ab. Ihre erste Bilanz: Meist sind es nur Kleinigkeiten, die vor Ort korrigiert werden müssen.

Gaststätten haben sich auf die neuen Spielregeln eingestellt

Das ist auch im „Mönchhof“ im idyllischen Höhenort Moosbronn so: War beim ersten Besuch noch die Zahl der Tische auf der Terrasse mit Blick auf den erforderlichen Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Gästen etwas zu hoch, so wurde dies in der Zwischenzeit geändert. Auch beim Blick in das Nebenzimmer sieht’s gut aus: Die Tische wurden dort bereits umgestellt, somit ist genügend Platz.

Büffets sind in diesen Tagen ohnehin nicht erlaubt, diese Fläche muss leer bleiben. Die Beschäftigten mit Gästekontakt tragen im Haus vorschriftsmäßig Masken (in der Küche sind sie nicht vorgeschrieben). Zudem haben sie Gelegenheit zum Händewaschen am Arbeitsplatz, auch dies sehen die neuen Corona-Spielregeln zur „Öffnung von Speisewirtschaften“ vor.

Auch interessant: Corona-Gastronomie in Karlsruhe: Mehr Personal für weniger Gäste

Alle Gäste werden im „Mönchhof“, wie vorgeschrieben, mit der Möglichkeit zur Handdesinfektion empfangen. Die Ordnungsamtskräfte empfehlen, hier zur besseren Erkennbarkeit noch einen schriftlichen Hinweis anzubringen.

Nicht alle haben geöffnet

Da stellt sich schnell die Frage: Lohnt sich der Aufwand, den die Wirte jetzt erbringen müssen? Zumal allerorten zu hören ist, dass sich die Gästezahlen noch längst nicht erholt haben. Auch Füchtenschnieder ist wenig begeistert: „Ich warte jetzt bis nach Pfingsten ab, dann sehen wir weiter. Die Ängste sind noch bei vielen Gästen da.“

So wie Toni’s Pizza in Gaggenau haben nicht alle Gastronomen geöffnet, die wieder öffnen dürften. | Foto: Dorscheid

Der Aufwand ist hoch, deshalb haben längst nicht alle, die öffnen dürften, auch offen. So öffnet das Ristorante „Toni’s Pizza“ in der Innenstadt laut Aushang erst am 1. Juni.

Gelbe Karte statt Bußgelder

Einen Stopp legen Grimm und Götz auch am „Platzhirsch“ in Moosbronn ein. Der ist geschlossen, ein Blick durch die Fenster zeigt aber: Tische und Stühle weisen den vorgeschriebenen Abstand auf. Bußgelder werden im Übrigen nicht verhängt, schließlich sind die Wirte durch die Phase der Zwangsschließung finanziell ohnehin am Limit. Wohl aber wird im Fall der Fälle die Gelbe Karte gezeigt. Wer uneinsichtig bleiben würde, müsste letztlich mit der amtlichen Schließung des Lokals rechnen.

Auch interessant: Öffnung der Gastronomie belebt in Pforzheim auch den Einzelhandel

Weiter geht es nach Michelbach: Im Gasthaus „Kreuz“ sagt Denny Safaridis, dass sich der Betrieb aktuell nicht lohne. Nur Monteure seien derzeit dort untergebracht. Von den rund 40 für dieses Jahr geplanten Hochzeiten seien „fast alle umgebucht“ worden.

Im Flammaurant „Traube“ in Michelbach zeigt sich Mirko Ruckriegel „froh, dass wir wieder offen haben dürfen. Die Wanderer kommen, die Gruppen fehlen noch“. Einzige Beanstandung hier: Im Außenbereich müssen, des Abstandes wegen, einige Stühle entfernt werden.